Wie bekomme ich, was ich will?

Cholerische Anfälle Begleiterscheinung eines Kontrollzwangs
Cholerische Anfälle sind häufig Begleiterscheinung eines krankhaften Kontrollzwangs © Fotolia

Wir alle sind von ihnen umgeben: Intriganten, Egoisten, Schmarotzer. Sie machen das Leben mühsam, sorgen für Probleme, gehen uns auf die Nerven. Nur in der Offensive sind solche Konflikte zu befrieden. "Man darf auf keinen Fall den Gekränkten oder gar das Opfer mimen", sagt Managementtrainer Stefan Czypionka. Dabei gibt es für jeden Verhaltenstypus die perfekte Strategie, um sich wirksam durchzusetzen.

 

Der Choleriker

Wie entwaffne ich einen Choleriker?

Oft sind Choleriker permanent misstrauisch und leiden unter einem Kontrollzwang und sie arbeiten nach der Blitzkrieg-Methode: Sie terrorisieren ihre Umwelt mit Wutausbrüchen, die ebenso plötzlich kommen, wie sie verschwinden. Eine Studie der University of Southern California belegt, dass die Ausraster häufig ein Zeichen von Überforderung sind: Unfähige Leute schreien häufiger herum als Menschen, die ihren Aufgaben gewachsen sind.

Erkennungsmuster: Choleriker schreien aus nichtigem Anlass, verhalten sich unfair und irrational und überschreiten regelmäßig die Grenzen des Anstands.

Verteidigungsstrategie:

1. Hören Sie sich den Ausbruch maximal eine Minute an. Brechen Sie das Gespräch mit einem „Nicht in diesem Ton!" ab, egal, ob der Wutanfall einen nachvollziehbaren Anlass hatte oder nicht.

2. Ziehen Sie keine falschen Schlüsse. Die in der Wut vorgebrachten Vorwürfe sind in der Regel übertrieben und sachlich in der Form nicht zu rechtfertigen.

3. Sprechen Sie das Fehlverhalten an, aber nicht vor Dritten. Choleriker geben niemals Fehler vor Publikum zu.

 

Der Neider

Wie taktiere ich gegen Neider?

Neider handeln aus einem Gefühl der Unterlegenheit gegenüber Personen aus dem engeren Umfeld heraus. Dabei leiden die Täter unter einer Wahrnehmungsschwäche. Positive Dinge im eigenen Leben werden als bedeutungslos eingeschätzt, während „ein Mangel ein Mangel bleibt", so die Psychologin Beate Maria Weingardt. Neider versuchen deshalb, den aus ihrer Sicht "gerechten Zustand" wiederherzustellen und den "Vorteil" des Beneideten zu zerstören.

Erkennungsmuster: Neider wirken oft frustriert. Meist haben sie wenige Hobbys und Wechsel im Lebenslauf. Auf Kritik reagieren sie dünnhäutig, kritisieren selbst aber häufig. Schuld an Fehlern sind andere oder die „Umstände", nie sie selbst. Sie zerreden Erfolge und Initiativen von anderen, erwarten dagegen Anerkennung schon für Kleinigkeiten.

Verteidigungsstrategie: Neider halten sich für verkannte Genies, fühlen sich aber gegenüber dem Opfer machtlos. Das macht sie rasend und oft unfähig, ihren Angriff zu planen.

1. Vermeiden Sie Kontakt zu dem Neider. So kann er ihre Erfolge auf unbekannte Umstände schieben und baut kein Feindbild auf.

2. Loben Sie. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Attacke.

3. Oft agieren Neider plump. Gehen Sie offensiv dagegen vor. Saboteure sind nirgendwo erwünscht.

4. Neider sind zwar unzufrieden, haben aber viel zu verlieren. Machen Sie deutlich, dass auch Sie dem Neider schaden können, etwa durch Vorgesetzte.

 

Intriganten

Intriganten sind schwer zu enttarnen. Sie bleiben gern im Hintergrund. Diese Menschen verfügen über ausgezeichnete Antennen für die Schwachpunkte ihrer Gegner, können die eigenen aber gut verdecken. Ihr Angriff erfolgt schleichend und nimmt an Heftigkeit zu. Ihre Strategie besteht darin, ihre Opfer systematisch zu verunsichern und ihnen den sozialen Kontakt zu entziehen, indem sie sie als problematisch darstellen. Wenn das gelingt, hat der Geschädigte keine Chance. "Für Menschen ist es überlebensnotwendig, einem sozialen Gefüge anzugehören", sagt der amerikanische Psychiater C. M. Brodsky. „Es gibt kaum einen größeren Stressfaktor als Isolation."

Erkennungsmuster: Intriganten lästern ausgiebig und nutzen dabei gern private Informationen. Sie nehmen scheinbar grundlos eine einseitige Haltung ein, reduzieren andere auf einfache, negative Typenbezeichnungen, distanzieren sich aber persönlich von ihren Geschichten. Damit wollen sie die eigene Glaubwürdigkeit erhöhen.

Verteidigungsstrategie:

1. Meiden Sie Intriganten so weit möglich und vertrauen Sie ihnen keinerlei Details an.

2. Keinen Anlass für eine Schmutzkampagne bieten. Jeglichen Konflikt klären, egal, wie belanglos er erscheint.

3. Ein Intrigant hasst die Öffentlichkeit, zerren sie ihn und seine Kampagne deshalb genau dorthin.

4. Benennen Sie das Problem bei Kollegen, Freunden und Vorgesetzten.

 

Egoisten

Egoisten gehen davon aus, dass ihnen alles zusteht. Häufig stecken große Komplexe dahinter: Eigentum und Status sollen die eigene Persönlichkeit aufwerten. Damit geht eine geringe Frustrationstoleranz einher: Wenn ein Egoist nicht sofort bekommt, was er will, versucht er es auf anderen, häufig aggressiven Wegen. Er unterteilt Menschen lediglich in drei Kategorien: „nützlich", „nicht nützlich" und „gefährlich". Freundschaften sind somit nur Mittel zum Zweck.

Erkennungsmuster: Egoisten dulden keinen Widerspruch. Sie sind in der Regel ungeduldig, diskutieren nicht und akzeptieren zumindest von Gleichgestellten keinen Widerspruch. Rücksicht oder Einfühlungsvermögen sind ihnen fremd. Sie projizieren ihre Ansprüche auf die „Erfüllungsgehilfen" in ihrem Umfeld, haben aber meist wenig Interesse an verbaler Selbstdarstellung.

Verteidigungsstrategie:

1. Zeigen Sie einem Egoisten, wie er von Ihnen profitieren kann, und er wird Sie akzeptieren.

2. Egoisten wollen etwas von Ihnen. Fordern Sie eine Gegenleistung.

3. Suchen Sie Verbündete. In der Regel haben Egoisten viele Feinde.

4. Entkräften Sie bei Ihnen vorhandene Schwächen. Je weniger der Täter gegen Sie in der Hand hat, desto schlechter kann er Forderungen durchsetzen.

5. Egoisten wollen testen, wie weit sie gehen können. Verweigern Sie sich und halten Sie diesen Konflikt aus.

 

Der Schmarotzer

Schmarotzer sind Meister der Effizienz: Mit minimalem Aufwand ein Maximum erreichen, lautet ihr Motto. Meist wurden sie von Kind an verwöhnt, standen immer im Mittelpunkt. Einsatz wird als „dumm" erachtet, wenn es auch anders geht. Schmarotzer sind arrogant und geradezu süchtig nach kostenlosem Erfolg. Diesen sehen sie als Zeichen ihrer überragenden Intelligenz. Engagement, das sie nicht für sich reklamieren können, versuchen sie zu sabotieren, um die eigene Untätigkeit zu tarnen.

Erkennungsmuster: Als Sprecher glänzen Schmarotzer. Sie umschreiben Probleme, benennen Aufgaben, finden neue – und schieben auf. Witzig erklären sie, warum sie gerade wieder zu spät kommen. Und das Eigentum anderer benutzen sie charmant, ohne zu fragen.

Verteidigungsstrategie:

1. Führen Sie Buch, zeigen Sie dem Schmarotzer, dass seine Strategie nicht aufgeht.

2. Motivieren Sie ihn durch provokante Vergleiche zu mehr Einsatz.

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