WHO warnt vor Delta-Variante: Studien belegen deutlich höhere Risiken

Mona Eichler Health-Redakteurin

Schnellere Inkubationszeit, extreme Viruslast und ein höheres Sterberisiko: Zwei von der WHO zitierte Studien belegen, wie viel gefährlicher die aktuell weltweit grassierende Delta-Variante des Coronavirus’ ist. Alle wichtigen Infos!

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Inhalt
  1. Studie aus China: Delta-Viruslast extrem erhöht
  2. Kanadische Studie: Delta-Variante deutlich gefährlicher
  3. Gründe für Delta-Ausbreitung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registriert das Vorkommen der Delta-Variante in immer mehr Ländern. Aktuell tritt die Corona-Mutante B.1.617.2 in 124 von insgesamt rund 195 Ländern weltweit auf. Vergangene Woche sind es noch 111 Staaten gewesen. Die Genfer Sonderorganisation warnt deswegen vor der Virusmutation und verweist dabei auf zwei Studien, die die Gefährlichkeit der Delta-Variante deutlich unterstreichen. 

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Studie aus China: Delta-Viruslast extrem erhöht

In China untersuchten Wissenschaftler Menschen, die Kontakt zu einer mit der Delta-Variante infizierten Person gehabt hatten und sich deswegen in Quarantäne befanden. Dabei zeigte sich eine kürzere Inkubationszeit: Statt wie bisher nach durchschnittlich sechs Tagen schlugen PCR-Tests bereits nach vier Tagen an. 

Wesentlich auffälliger allerdings war die extrem erhöhte Viruslast der Probandinnen und Probanden. Die positiv getesteten Personen wiesen eine durchschnittlich 1.200 mal höhere Viruslast im Vergleich zum Corona-Originalstamm auf.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass diese VOC [Variant of Concern] sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, schlussfolgerte die WHO.

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Kanadische Studie: Delta-Variante deutlich gefährlicher

In ihrem wöchentlichen Update zitiert die WHO außerdem eine Studie aus Kanada. Diese ist wie die chinesische Studie bisher nicht in einem Fachjournal erschienen, beschäftigt sich aber ebenfalls mit der Gefährlichkeit der Delta-Variante. 

Den Ergebnissen zufolge geht von B.1.617.2 ein deutlich größeres Gesundheitsrisiko aus. Wissenschaftler hatte die Daten von über 200.000 COVID-19-Fällen analysiert. Der Vergleich Delta zum Originalstamm ergab deutlich erhöhte Risiken. So war das Risiko einer Hospitalisation um 120 Prozent erhöht; die Gefahr, Intensivpflege zu benötigen, lag sogar 287 Prozent höher, während das Sterberisiko um 137 Prozent erhöht war. 

 

Gründe für Delta-Ausbreitung

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steigen die Corona-Zahlen aktuell wieder. Wie die WHO offenlegte, ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in der Woche vom 12. bis 18. Juli 2021 um zwölf Prozent auf rund 3,4 Millionen gestiegen. Weltweit ergibt sich daraus ein Plus von 490.000 neuen Corona-Fällen täglich. In der Woche zuvor waren nur 400.000 tägliche Neuinfektionen registriert worden.  

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Die WHO sieht vier weltweit relevante Hauptgründe für das erneute Aufflammen des Infektionsgeschehens:

  • die teils hochansteckenden Virusvarianten
  • die großflächigen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen
  • die wiederkehrenden sozialen Kontakte
  • der hohe Anteil an bisher nicht geimpften Personen

Auch Deutschland kämpft aktuell gegen die Ausbreitung der Delta-Variante – trotz einer soliden Impfquote von 60,2 Prozent Erstimpfungen und 47,3 Prozent Zweitimpfungen.

Quelle:
Weekly epidemiological update on COVID-19 - 20 July 2021, in: who.int

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