WHO skeptisch: Wird das Coronavirus wieder verschwinden?

Daphne Sekertzi

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Zweifel darüber bekundet, das Coronavirus auszurotten zu können – die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintrete, sei gering. Nur durch eine Maßnahme sei dies realisierbar.

Inhalt
  1. WHO: Coronavirus wird vielleicht nie wieder verschwinden
  2. Corona-Impfstoff als einzige Hoffnung
  3. Corona-Lockerungen bergen Risiko

Der Nothilfekoordinator der WHO, Michael Ryan, hat gestern in Genf die Freude der Menschen über die Corona-Lockerungen und die damit verbundene Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise gebremst – die Kernaussage: Das Coronavirus wird die Menschen vermutlich noch lange begleiten.

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WHO: Coronavirus wird vielleicht nie wieder verschwinden

Auf einer Konferenz in Genf hat der WHO-Nothilfekoordinator, Michael Ryan, über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie gesprochen. Ein bestimmtes Szenario hält er dabei für möglich: "Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet". Was ihn dabei so sicher macht, ist ein Vergleich des Coronavirus mit dem HI-Virus, das niemals eliminiert werden konnte. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Viren: Gegen HIV gebe es wirksame Medikamente und Behandlungsmethoden gegen das Coronavirus hingegen noch nicht. 

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Corona-Impfstoff als einzige Hoffnung

Lediglich die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs würde die Möglichkeit wahren, das Coronavirus auszurotten. Nicht nur das: Ist ein Impfstoff entwickelt worden, müsse dieser in ausreichender Menge vorhanden sein, um die ganze Welt damit zu versorgen. Ein weiteres Problem bestehe darin, dass sich die Menschen dazu bereit erklären müssten, sich freiwillig impfen zu lassen.

In diesem Zusammenhang kritisiert Ryan die Impfgegner, die dazu beitragen würden, dass sich etwa die Masern in den letzten Jahren trotz Verfügbarkeit eines Impfstoffes wieder verbreiten konnten. Vor diesem Hintergrund bewertet der WHO-Experte die notwendigen Schritte hin zur Eliminierung von SARS-CoV-2 als eine Reihe „voller Herausforderungen“, die Ryan nicht zuversichtlich stimmen.

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Corona-Lockerungen bergen Risiko

Auch die in den meisten Ländern beschlossenen Corona-Lockerungen sieht Ryan kritisch im Hinblick auf die Eindämmung des Coronavirus, weil dadurch die Infektionszahlen wieder ansteigen könnten. Nach wie vor schätzt Ryan daher das Risiko durch das Virus weltweit hoch ein; eine Entwarnung möchte er nicht geben.

Außerdem dürften die Lockerungen nicht als Ende der Pandemie fehlgedeutet werden. Entscheidend für die Rückkehr zur Normalität sei es, Neuinfektionen sowie Infektionsketten nachzuverfolgen und Corona-Infizierte zu isolieren. Nur so könne die Corona-Pandemie nachhaltig unter Kontrolle gebracht werden.

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