WHO-Report: Europa lebt zu ungesund

Eine Frau raucht und trinkt Rotwein
Beim Tabak- und Alkoholkonsum liegen die Europäer weltweit an der Spitze, zeigt der aktuelle WHO-Gesundheitsreport © Fotolia

Nirgendwo wird so viel getrunken und geraucht wie in Europa. Bei Übergewicht und Fettleibigkeit belegen die Europäer weltweit Platz zwei. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Was gesundheitliche Laster angeht, steht Europa weltweit an der Spitze. Der Gesundheitsreport für Europa der WHO umfasst 51 Länder, darunter auch Israel und Russland.

 

Tabak und Alkoholkonsum in Europa

Elf Liter reinen Alkohol trinkt jeder Europäer jährlich im Schnitt – das ist so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Und das, obwohl der europäische Alkoholkonsum in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist – zwischen 2005 und 2010 um zehn Prozent. Während in Aserbaidschan und der Türkei nur 1,4 Liter pro Kopf und Jahr konsumiert werden, kommen die Weißrussen im Schnitt auf 14,4 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Deutschland liegt mit elf Litern pro Einwohner und Jahr genau im europäischen Durchschnitt.

30 Prozent der Europäer rauchen – auch damit liegt Europa an der Weltspitze. Die meisten Raucher gibt es demnach in Georgien, Griechenland und Russland, in Dänemark und Island die wenigsten. Auch hier entsprechen die deutschen Zahlen in etwa dem europäischen Durchschnitt. Doch auch der Tabakkonsum geht europaweit zurück – die meisten der beteiligten Nationen meldeten sinkende Zahlen.

 

Risikofaktor Übergewicht

Während Tabak- und Alkoholkonsum der Europäer in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, ist die Anzahl der übergewichtigen und fettleibigen Menschen in Europa gestiegen. Sie liegt aktuell bei 59 Prozent – nur in der amerikanischen Region ist sie mit 61 Prozent geringfügig höher. Experten sehen die Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit als größten Risikofaktor für die europäische Gesundheit und rechnen sogar damit, dass die Lebenserwartung durch diese Entwicklung im Schnitt sinken wird.

 

Weniger Folgeerkrankungen

Der Rückgang von Tabak- und Alkoholkonsum schlägt sich auch in einer sinkenden Zahl von Folgeerkrankungen nieder: In Europa sterben weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Atemwegserkrankungen als noch vor einigen Jahren. Der Bericht hält eine weitere gute Nachricht bereit: Nie war die Säuglingssterblichkeit in Europa so gering wie zurzeit.

Hamburg, 23. September 2015

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