West-Nil-Virus breitet sich im Osten aus – Stechmücken als Überträger

Neben Gelbfieber-, Malaria-, Zika- und Dengue-Virus ist auch das West-Nil-Virus in Deutschland auf dem Vormarsch. Derzeit breitet es sich vor allem im Osten der Republik stark aus. Welche Länder sind betroffen?

 

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehrere ostdeutsche Bundesländer melden eine stärkere Ausbreitung des West-Nil-Virus. Es wird durch heimische Stechmücken übertragen und ist 2020 erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Damals berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) von 9 bestätigten Fällen.

West-Nil-Virus in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg

Wie die Aachener Nachrichten in ihrer Online-Ausgabe meldet, breitet sich das West-Nil-Virus derzeit in Bayern, aber vor allem auch gehäuft in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg aus. Die Gründe dafür sind unklar, wie Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) betont: „Warum, wissen wir noch nicht.“ Das Virus wird durch Hausmücken übertragen und ist erst vor Kurzem in Deutschland aufgetaucht.

RKI meldet erste Fälle des West-Nil-Virus in Deutschland 2020

Anfang September 2020 meldete das RKI die ersten Fälle in Deutschland: einen Fall in der Hauptstadt Berlin und die anderen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Infektionen sind jeweils durch Blut- oder Plasma-Spenden entdeckt worden. Zwei Männer über 70, aber auch eine Frau Anfang 30 litten damals an Gehirnhautentzündungen. Es wurden insgesamt 9 Fälle von Infizierten in Deutschland bekannt. Da das Virus grippeähnlich ist, wird das WNV oft gar nicht diagnostiziert. Man geht daher von einer hohen Dunkelziffer aus.

Was ist das West-Nil-Virus (WNV)?

Wie der Name schon sagt, wurde das Virus erstmals in Uganda westlich des Nils entdeckt. Das Virus konnte sich vermutlich durch Zugvögel auch in Europa verbreiten. Vorwiegend wird das Virus an heißen Tagen durch Mücken übertragen. Vor allem Pferde sind anfällig für das Tropenfieber. Aber auch Menschen können betroffen sein.

Durch welche Symptome äußert sich das West-Nil-Virus?

Im Normalfall verläuft eine Infektion ohne Symptome. Betroffene können auch unter plötzlich auftretenden grippeähnliche Symptomen leiden wie:

  • Schüttelfrost

  • Erbrechen

  • Kopf- und Rückenschmerzen

  • Abgeschlagenheit

  • Lymphknotenschwellungen

Diese heilen auch nach 1-2 Wochen wieder. In ca. jedem 100. Fall kann es jedoch zu Gehirn-Entzündungen wie Enzephalitis oder Meningitis kommen. Diese können im schlimmsten Fall auch tödlich enden.

Wie kann man sich vor dem Virus schützen?

Am besten sollte man Mückenstiche vermeiden, zum Beispiel indem man langärmlige Kleidung trägt. Wenn es dafür doch mal zu heiß ist, können auch Mückensprays Abhilfe schaffen. Auch Moskitonetze erfüllen zumindest in der Nacht ihren Zweck. Sollte man doch gestochen werden, empfiehlt es sich, die Stiche nicht aufzukratzen. Wenn Keime ins Blut gelangen, kann es im Ernstfall zu einer Blutvergiftung kommen. 

Einen Impfstoff oder eine Therapie für Menschen gibt es bisher nicht. Wenn schwerwiegende Symptome auftauchen, kann man Ärzte auch auf das West-Nil-Virus hinweisen, um sich testen zu lassen.  

Quelle:

Im Osten Ausbreitung von West-Nil-Virus durch Stechmücken in: aachener-nachrichten.de