Wer soll sich impfen lassen? Neue Empfehlungen der STIKO

Impfstoffe in Kanülen
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) gibt in der Regel jährlich neue Impfempfehlungen heraus – die diesjährigen Aktualisierungen betreffen die Impfungen gegen Grippe, Tetanus und Hepatitis © iStock

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht. Änderungen gibt es unter anderem bei den Empfehlungen zur Grippeimpfung.

 

Grippe (Influenza)

Das ist neu: Bei der Grippeimpfung hatte die STIKO bereits zur Saison 2016/17 ihre Empfehlung vorläufig ausgesetzt, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit dem über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff zu impfen. Die Empfehlung wurde nun endgültig zurückgezogen. Der Grund: In den vergangenen Jahren war keine überlegene Wirkung des Lebendimpfstoffes gegenüber dem inaktivierten mehr nachweisbar gewesen.

Das hat sich nicht geändert: Die Grippeimpfung wird für alle Menschen über 60 empfohlen sowie für alle Pflegeheimbewohner, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Zudem empfiehlt die Kommission medizinischem Personal und Berufsgruppen mit viel Publikumsverkehr die Impfung. Seit der Impfsaison 2016/2017 gilt außerdem die Impfempfehlung für Personen, die Angehörige oder andere Bezugspersonen mit einem geschwächten Immunsystem gefährden könnten. Denn gerade bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, die den Grippeschutz besonders nötig haben, wirkt die Grippeimpfung häufig nur eingeschränkt.

 

Hepatitis A und B

Das ist neu: Die Impfung gegen Hepatitis-A und B empfiehlt die STIKO nun auch Ehrenamtlichen, die einem ähnlichen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind wie Personen in entsprechenden Berufsgruppen (Gesundheitswesen, Tätigkeiten in Kindertagesstätten, Kinderheimen, Behindertenwerkstätten, Gefängnissen, Asylbewerberheimen u.ä., Berufe mit Abwasserkontakt). Auch Auszubildenden, Studierenden und Praktikanten wird die Impfung ausdrücklich empfohlen.

Das hat sich nicht geändert: Die Hepatitis-A-Impfung wird Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. Männer, die Sex mit Männern haben) empfohlen, sowie Menschen mit Lebererkrankungen oder mit Erkrankungen, die häufige Blut- oder Blutplasmaspenden notwendig machen (z.B. Menschen mit Bluterkrankheit).

Die Hepatitis-B-Impfung empfiehlt die STIKO für Personen mit erhöhtem Risiko, beispielsweise HIV-Positiven, Hepatitis-C-Positive oder Dialysepatienten. Beide Impfungen werden außerdem für Reisende in Regionen mit erhöhtem Risiko empfohlen.

 

Tetanus

Das ist neu: Eine Auffrisch-Impfung gegen Tetanus bei geringfügigen, sauberen Wunden empfiehlt die STIKO nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit wurde die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rückgängig gemacht.

Das hat sich nicht geändert: Die Kommission empfiehlt eine routinemäßige Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre.

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