Wer früher aufsteht, lebt länger

Verena Elson

„Eulen“ haben ein höheres Risiko frühzeitig zu sterben als „Lerchen“, das ergibt eine aktuelle Studie britischer und US-amerikanischer Forscher. Doch wir können unsere Chancen auf ein langes Leben auch selbst beeinflussen – mit diesen Mitteln.

Menschen, die abends früh müde werden und morgens gut aus dem Bett kommen, haben ein geringeres Risiko, frühzeitig zu sterben
Menschen, die abends früh müde werden und morgens gut aus dem Bett kommen, haben ein geringeres Risiko, frühzeitig zu sterben © iStock/AleksandarNakic

Wissenschaftler der Northwestern Medicine in Chicago und der University of Surrey im britischen Guildford werteten die Daten von einer halben Million Menschen aus. Dabei stellten sie fest: Probanden, die sich selbst als Spät- und Langschläfer (Eulen) bezeichneten, hatten im Vergleich zu Frühaufstehern (Lerchen) ein um zehn Prozent höheres Risiko, in dem Studienzeitraum von 6,5 Jahren zu sterben.

Der Grund dafür liegt nach Meinung der Forscher in einer Welt, die nach den Bedürfnissen von Lerchen ausgerichtet ist – der Biorhythmus der Eulen lässt sich damit nur schwer vereinbaren und das hat körperliche Folgen für die Betroffenen.

In früheren Studien hatten sich Mediziner bereits damit beschäftigt, wie sich unsere Lerchen-Welt auf die Gesundheit von Eulen auswirkt und herausgefunden, dass Spät- und Langschläfer häufiger an Stoffwechselstörungen und Herzerkrankungen leiden als Frühaufsteher. Die aktuelle Studie ist die erste, die sich mit der Lebenserwartung der beiden Schlaftypen befasst.

 

Kann man von einer Eule zur Lerche werden?

Die einfachste Maßnahme um dem entgegenzuwirken wäre für Eulen, ihre Schlafgewohnheiten zu ändern – doch das ist laut Experten aus der Schlafforschung nicht möglich. Zwar raten sie Eulen, spätabends nicht mehr am Bildschirm zu arbeiten und nachts keine Mahlzeiten mehr zu sich zu nehmen – denn das kann den Schlafrhythmus noch weiter nach hinten verschieben. Doch umtrainieren lässt sich der Schlaftyp nicht.

Die Forscher aus Chicago und Guildford fordern darum ein gesellschaftliches Umdenken: „Wir sollten darüber sprechen, Abendmenschen zu erlauben, später zu arbeiten“, so Malcolm von Schantz vond er University of Surrey.

 

Das Leben mit anderen Mitteln verlängern

Wenn Eulen auch nicht zur Lerche werden können, haben sie doch andere Möglichkeiten, ihre Chancen auf ein langes Leben zu erhöhen. Viele Lebensmittel können sich zum Beispiel lebensverlängernd auswirken, wenn wir sie regelmäßig zu uns nehmen. Dazu gehört etwa Kaffee – zwei 2017 veröffentlichte Studien konnten zeigen, dass Kaffeetrinker seltener frühzeitig sterben – und das gilt für fast alle Todesursachen. Nüsse gelten ebenso als Lebensverlängerer – Harvard-Forscher fanden heraus, dass eine Handvoll Nüsse am Tag das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen um fast 30 Prozent und das für Krebs um elf Prozent senkt.

Auch Joggen kann Studien zufolge das Leben verlängern – und zwar im Schnitt um drei Jahre. Dieser Effekt setzt sogar schon ein, wenn man nur fünf Minuten täglich joggt. Wer lieber in die Pedale tritt, kann einen ähnlichen Effekt erreichen: eine Stunde Radeln pro Woche erhöht die Lebenserwartung einer 45-jährigen Frau einer dänischen Studie zufolge um etwa fünf Jahre.

Vergleicht man die Lebenserwartung der Deutschen mit der in anderen Ländern, landen die Bundesbürger nur auf Platz 22. Schaut man sich die Nationen an, die im internationalen Vergleich weit oben ranken, fällt auf, dass die Bewohner dieser Länder einen besonders gesunden Lebensstil pflegen. Was wir von den Longlife-Weltmeistern lernen können, erfahren Sie hier.

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