Wenn Yoga zur Gesundheitsgefahr wird: 5 Dinge, die Sie wissen sollten

Beim Yoga gibt es Gesundheitsgefahren
Damit Sie Yoga gefahrlos praktizieren können, hat Praxisvita die besten Tipps zusammengestellt © Fotolia

Entspannung bei Stress, Ausgeglichenheit, ein besseres Körpergefühl – es gibt viele Gründe, um mit Yoga anzufangen. Dass die Trendsportart aber auch zu ernsthaften Verletzungen führen kann, zeigt nun der Fall eines Yoga-Anhängers.

Yoga liegt nach wie vor nicht nur im Trend, sondern hat auch viele positive Wirkungen auf den Körper: So können die Übungen unter anderem gegen Bluthochdruck und Stress helfen. Einem 39-jährigen Mann, der anonym bleiben wollte, wurde seine Leidenschaft für Yoga nun allerdings zum Verhängnis: Als er die Stellung „Marichyasana 2“ einnahm, brach sein linker Oberschenkelknochen.

 

Die Art eines solchen Bruches entsteht eigentlich durch hohe Gewalteinwirkung

Bei der Stellung wird ein Fuß auf den Oberschenkel gelegt und Knie sowie Hüfte so weit nach vorne gebeugt, dass der Fuß so nahe wie möglich an die Leiste rutscht. Der Patient, der bereits seit zwei Jahren täglich Yoga absolvierte, hörte bei der Übung plötzlich ein lautes Knacken im linken Oberschenkel. Daraufhin wurde er unter starken Schmerzen in ein Krankenhaus gebracht.

Auf dem Röntgenbild wurde eine Fraktur des Oberschenkelknochens festgestellt, die eigentlich nur unter sehr hoher Gewalteinwirkung entsteht. Eine solche Fraktur trete sonst laut den Ärzten vor allem bei Autounfällen unter extrem hoher Geschwindigkeit auf. Es sei das erste Mal, dass eine solche Verletzung durch eine Yogastellung dokumentiert wurde. Bei der Operation fixierten die Ärzte den Oberschenkel mit zwei Nägeln. Bereits zehn Tage nach der Operation konnte der Mann das Krankenhaus verlassen, lief nach knapp fünf Monaten schmerzfrei und praktiziert inzwischen auch wieder Yoga. Damit Sie ihr Gesundheitsrisiko beim Yoga minimieren können, haben wir die besten Tipps zusammengestellt.

 

Die richtige Yogamatte

Um Yoga möglichst sicher und hygienisch zu praktizieren, ist die richtige Yogamatte unerlässlich. Achten Sie beim Einkauf daher genau auf die Qualität: Die Matte sollte rutschfest sein und auch bei komplizierten Übungen den bestmöglichen Halt bieten. Dementsprechend sollte die Matte stabil sein, sich aber gleichzeitig gut waschen lassen. Denn während des Trainings können Sie leicht ins Schwitzen geraten – und Schweiß sowie generelle Schmutzpartikel bleiben an der Matte hängen. Hier etwas mehr Geld zu investieren, kann sich dementsprechend lohnen: Billige Yogamatten weisen oft schon nach einem halben Jahr des intensiven Trainings deutliche Verschleißspuren auf. Gute Modelle können dagegen auch bei starker Beanspruchung mehrere Jahre halten.

 

Woran erkenne ich einen guten Yogalehrer?

Ein Yogalehrer hilft seiner Schülerin
Ein guter Yogalehrer hat die individuellen Fähigkeiten seiner Schüler immer im Blick und gibt entsprechende Hilfestellungen© Fotolia

Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) schätzt, dass die Zahl der Yoga-praktizierenden Deutschen auf mindestens drei Millionen angewachsen ist. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der Yogalehrer drastisch erhöht: In den letzten 20 Jahren hat sie sich verfünffacht und liegt nun bei rund 10.000. Allerdings ist der Begriff Yogalehrer nicht geschützt, im Grunde kann sich jeder so nennen – ganz gleich, ob er nur vier oder fünf Wochenendseminare besucht oder eine mehrjährige Ausbildung gemacht hat. Um einen guten Yogalehrer zu erkennen, achten Sie auf seinen Umgang mit den Schülern: Der Lehrer sollte nicht nur Übungen vormachen sowie falsche Haltungen erkennen und korrigieren können, sondern gerade bei Anfängern explizit nach möglichen Vorerkrankungen oder Bewegungseinschränkungen fragen. Ein guter Yogalehrer sollte außerdem nicht nur selbst bereits einige Jahre Yoga praktizieren, sondern auch bedenkenlos Auskünfte über seine Ausbildung geben sowie regelmäßig weiterführende Seminare besuchen.

 

Nehmen Sie sich Zeit, den richtigen Stil zu finden

Gerade Yoga-Anfänger stehen heute einem riesigen Angebot gegenüber – nicht nur, was die Lehrer angeht, sondern auch die jeweiligen Stile. So gibt es beispielsweise Ashtanga-, Bikram- und Power-Yoga. Welche Form von Yoga zu wem passt, ist individuell verschieden und hängt auch etwas von den eigenen, körperlichen Voraussetzungen ab: Viele Menschen sind an bestimmten Körperstellen steif und haben dafür an anderen eine überdurchschnittlich hohe Beweglichkeit. Die jeweiligen Schwachstellen sollen beim Yoga erkannt werden, damit an ihnen gearbeitet werden kann. Außerdem ist die Verletzungsgefahr bei Anfängern deutlich höher – weshalb Experten davon abraten, das Training alleine zuhause mit einer DVD oder Ähnlichem zu beginnen. Stattdessen sollte sich jeder Yoga-Interessierte die Zeit nehmen, verschiedene Stile und Lehrer zu testen, bis er gefunden hat, was am besten zu ihm passt.

 

Warum falscher Ehrgeiz schaden kann

Da besonders am Anfang die Motivation noch hoch ist, neigen viele Neueinsteiger zu Übungen, für die sie noch nicht die richtigen körperlichen Voraussetzungen haben. Beim Yoga ist es  aber wie bei anderen Sportarten auch: Der Körper braucht Zeit, bis er sich der jeweiligen Belastung angepasst hat. Anfänger sollten sich dementsprechend weder zu viel, noch zu wenig zumuten und ein Gespür für ihre eigenen Grenzen entwickeln. Auch dabei hilft ein guter Yogalehrer: Er kann mögliche Haltungsfehler korrigieren und den Schüler in einem individuellen Tempo auf schwierigere Übungen vorbereiten.

 

Welche Verletzungen können entstehen?

Im besten Fall passiert nichts, wenn Sie eine falsche Haltung einnehmen. Wenn Sie die Übung jedoch wiederholt falsch ausführen oder es bereits Vorschädigungen gibt, kann es zu verschiedenen Verletzungen kommen. Dazu zählen beispielsweise Muskelzerrungen, Bänderdehnungen oder Sehnenansatzreizungen. Auch die Bandscheibe kann durch Fehlstellungen gereizt werden. Der Fall des Mannes mit dem Oberschenkelknochenbruch ist zwar extrem – zeigt aber nur umso deutlicher, dass man die Gesundheitsgefahren durch Yoga nicht unterschätzen sollte.

Hamburg, 13. Oktober 2015

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