Wenn Unterleibskrämpfe zur ernsten Krankheit werden

Frau wärmt sich mit Wärmflasche den Bauch
Starke Unterleibskrämpfe während der Regel, häufige Blaseninfekte und Verdauungsprobleme können auf eine Endometriose hindeuten © Fotolia

Wenige Frauen wissen, dass vermeintliche Unterleibskrämpfe bei der Regel auf eine ernste Krankheit hinweisen können.

Niemand spricht gern über Unterleibskrämpfe. Und viele Frauen halten die heftigen Beschwerden während ihrer Menstruation für normal. Starke Unterleibskrämpfe und Blutungen können aber auch Anzeichen einer kaum beachteten Erkrankung sein: der Endometriose.

 

Zellen auf Abwegen

Die Ursachen für die Krankheit sind bislang nicht geklärt. Mediziner vermuten, dass sich bei den Betroffenen bereits im Säuglingsalter einzelne Zellen im Unterleib verirrt haben: Schleimhautzellen, die sich sonst nur in der Gebärmutter finden, wachsen außerhalb des Organs. In den meisten Fällen siedeln sie sich an den Eierstöcken an. Sie können aber auch den übrigen Bauchraum befallen. Aktiv werden sie jedoch erst ab der Pubertät, sobald die Produktion der Geschlechtshormone beginnt. Dann sorgen sie zyklusabhängig für Ärger und Unterleibskrämpfe. Wenn die Gebärmutterschleimhaut während der Menstruation wächst und blutet, schwellen auch diese Zellen an. Eine Entzündung der betroffenen Organe ist die Folge.

Die gute Nachricht für Frauen mittleren Alters: Sofern sie keine Hormon-Ersatztherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden durchführen, endet mit der Menopause (der letzten Menstruation) auch die Endometriose.

 

Schwierige Diagnose

Da die Symptome Regelschmerzen, Blaseninfekten oder Verdauungsbeschwerden ähneln, ist eine Diagnose oft schwierig. Häufig wird die Endometriose erst entdeckt, wenn eine Frau nicht schwanger werden kann, weil sich verirrte Zellen in ihren Eileitern festgesetzt haben. Diese lassen sich mit einer Ultraschall-Untersuchung beim Gynäkologen aufspüren. Eine unter Vollnarkose durchgeführte Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Gewebe-Entnahme kann darüber Aufschluss geben, ob Endometriose-Zellen an anderen Organen sitzen.

 

Hormone können helfen

Entzündungsherde sollten behandelt werden, bevor sie sich weiterverbreiten. Die Therapie richtet sich nach dem Grad der Erkrankung – und danach, ob ein Kinderwunsch besteht. Frauen, die nicht schwanger werden möchten, können Hormone einnehmen. Meist lindert bereits die "Pille" die Beschwerden. Im Akutfall helfen Schmerzmittel, die der Arzt verschreiben kann. Wenn eine Hormontherapie nicht infrage kommt oder die Entzündungsherde zu groß sind, sollten diese operativ entfernt werden: Bei der Bauchspiegelung können die betroffenen Bereiche mittels Laser, elektrischem Strom oder einem speziellen Hitze-Verfahren blutungsarm herausgeschnitten und verödet werden. Alle OP-Methoden sind Kassenleistungen.

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