Wenn Milch Bauchschmerzen verursacht

Mittlerweile gibt es viele Produkte auch laktosefrei in verschiedenen Lebensmittelgeschäften
Schokolade essen ohne Bauchschmerzen bei Milchzucker-Unverträglichkeit: Mittlerweile gibt es viele Produkte auch laktosefrei in verschiedenen Lebensmittelgeschäften © Fotolia

Wenn die Milch Bauchschmerzen macht, liegt eigentlich „nur“ ein Defizit vor. Denn die Milchzucker-Unverträglichkeit beruht auf einem Mangel an dem Enzym Laktase. Ist das gefährlich? Hier erfahren Sie es.

 

Kaum eine Mahlzeit ist milchfrei

Schokolade – langsam zergeht die süße Köstlichkeit auf der Zunge. Doch kurze Zeit später kommen Bauchschmerzen und Völlegefühl. Das Gleiche passiert nach dem Müsli, den Nudeln mit Sahnesoße und dem leckeren Käsebrot. Wir können kaum eine Mahlzeit zu uns nehmen, die milchfrei ist – und immer begleitet uns dabei der Milchzucker, besser bekannt als Laktose.

Und diese Laktose ist einer der häufigsten Auslöser für Lebensmittelunverträglichkeiten in Deutschland. Jeder fünfte Deutsche verträgt Laktose nur schlecht oder gar nicht. Der Milchzucker aus der Nahrung wird nicht verdaut, weil das Enzym Laktase im Dünndarm gar nicht oder nur in geringen Mengen produziert wird.

Die Symptome einer Laktose-Intoleranz treten meist kurz nach dem Verzehr auf, in Einzelfällen jedoch erst nach spätestens 26 Stunden. Sie reichen von Bauschmerzen über Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, trockenen Augen, Durchfall und Bauchkrämpfen bis hin zur Depression. Dennoch ist Laktose-Intoleranz keine Krankheit, es handelt sich vielmehr um eine Unverträglichkeit. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Intoleranz kann der Arzt einen H2-Atemtest durchführen, der eine unzureichende Laktose-Aufnahme anzeigt.

Laktose-Falle Kartoffelpüree
Versteckte Nahrungsmittel-Fallen: Auch Kartoffelpüree kann Laktose enthalten und Bauchschmerzen hervorrufen© Fotolia
 

Wer auf Milch verzichtet, benötigt Kalzium-Präparate

Das funktioniert allerdings nicht immer. Klarheit verschafft dann ein spezieller Bluttest, mit dem eine Genveränderung nachgewiesen werden kann. Und als dritte Möglichkeit kann der Arzt das Blut noch auf seinen Zuckergehalt nach der Aufnahme von Laktose untersuchen.

Eine Intoleranz verursacht aber nicht nur unangenehme Beschwerden. Verzichtet man auf Milchprodukte, kann durch Kalziummangel langfristig eine Osteoporose (Knochenschwund) entstehen. Sinnvoll sind daher spezielle laktosefreie Milchprodukte, die man im Supermarkt bekommt. Wer ganz auf Milch verzichtet, sollte unbedingt Kalzium-Präparate zu sich nehmen.

 

Auf versteckte Laktose-Fallen achten

Wer keine Mittel einnehmen will, sollte im Alltag genau auf den Milchzucker in Lebensmitteln achten. Denn selbst Knäckebrot, Wurst, Torten, Kartoffelpüree, Salatdressings und sogar einige Medikamente können Laktose enthalten. Kontrollieren Sie also unbedingt immer die ganze Zutatenliste und den Beipackzettel. Denn sonst wird sich ihr Körper wehren.

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