Wenn Lebensmittel krank machen

Symptom bei Nahrungsmittelintoleranz Konzentrationsstörungen
Die Symptome einer Nahrungsmittelintoleranz, beispielsweise Konzentrationsstörungen, können auch noch Stunden oder Tage später auftreten © Fotolia

Was täglich auf den Tisch kommt, ist keineswegs immer bekömmlich. Millionen Menschen reagieren auf die verschiedensten Substanzen in unseren Nahrungsmitteln mit einer Nahrungsmittelintoleranz.

Bedrohliche Atemnot, Herzrasen, Kreislaufbeschwerden, Hautausschläge mit juckenden Quaddeln – nur zu oft kann selbst der Arzt nicht herausfinden, was dahinter steckt. Mitunter ist es eine Nahrungsmittelallergie. Aber nur manchmal. Denn in Wirklichkeit reagieren lediglich ein bis zwei Prozent der Bevölkerung allergisch auf Fisch, Ei, Nuss oder Früchte. Weitaus öfter werden die Beschwerden durch eine Nahrungsmittel-Intoleranz ausgelöst, medizinisch spricht man von einer „NM-Intoleranz". Nach einer englischen Untersuchung hat nahezu jeder zweite damit zu tun und nur die wenigsten Betroffenen wissen es.

So unterscheiden sich die Krankheitsbilder:

Allergien treten unmittelbar nach dem Verzehr eines Lebensmittels infolge einer Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf, verlaufen oft dramatisch bis zum lebensbedrohlichen Schock.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten können Stunden später, ja sogar erst einige Tage nach Genuss einer bestimmten Speise auftreten, zeigen sich häufig sogar in chronischen Hautleiden, Schwindel, Durchblutungsstörungen, allgemeiner Abgeschlagenheit oder Konzentrationsmangel. Nicht zuletzt wegen der Vielfalt der möglichen Beschwerden ist der NM-Intoleranz so schwer auf die Spur zu kommen.

 

In Lebensmitteln sind 300 Zusatzstoffe erlaubt

Wen wundert's, dass einem manche Speisen im wahrsten Sinne auf Magen, Darm und Leber schlagen? Hersteller dürfen sie mit rund 300 Zusatzstoffen „veredeln", Geschmacksverstärkern, Farben, Konservierungsstoffen und und und …

Und so kommt es zu Unverträglichkeitsreaktionen: Durch ständige Reizung der Darmwände mit Körpergiften entstehen Mikro-Entzündungsprozesse in der Darmschleimhaut. Vergeblich versucht das Immunsystem, die Schäden zu reparieren, es wird immer schwächer. An einer empfindlichen Stelle im Körper – sei es an Haut, Nerven oder Organen – treten dann die krankhaften Veränderungen auf.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum Lebensmittel krank machen können. So verträgt jeder siebte Deutsche infolge eines Enzymmangels weder Milch noch Milchprodukte. Im Darm kommt es zu Gärprozessen, die Magenkrämpfe, Blähungen und Durchfall verursachen. Die so genannte Laktose-Intoleranz gehört zu den häufigsten und unangenehmsten Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

Wie geht man vor, um die Ursache von unklaren gesundheitlichen Störungen ausfindig zu machen?

Ärzte bieten folgende Tests an:

Allergietest (zahlt die Kasse)

Blutanalyse (zahlt die Kasse)

Laktose-Intoleranztest (zahlt die Kasse)

Immunscreening (dabei werden mehr als 180 Lebensmittel auf Verträglichkeit getestet; wird nicht von der Krankenkasse bezahlt)

In vielen Fällen kann man schon selbst mit einer so genannten Suchdiät eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit abklären. Dazu isst man eine Woche lang nur Kartoffeln oder Reis, trinkt ausschließlich Mineralwasser. Dann beginnt man behutsam, andere Zutaten wie Gemüse, Fleisch, Milch oder Brot zu den Mahlzeiten zu essen. Wenn man genau Buch darüber führt, wird man fast immer feststellen, ob und worauf man mit Beschwerden reagiert.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.