Wenn Krebs im Körper streut: Möglicher Auslöser für Metastasen entdeckt

Joana Schmidt
Krebs
Krebszellen sind in der Lage, im Körper auf Wanderschaft zu gehen © iStock

Die Diagnose Krebs zu erhalten, ist ein Schock. Noch schlimmer ist es, wenn der Tumor bereits gestreut hat, sodass verschiedene Organe befallen sind. Jetzt haben Forscher entdeckt, wie Sie möglicherweise verhindern können, dass sich Krebs im Körper ausbreitet.

Die größte Angst von Krebspatienten ist oft, dass ihr Tumor Metastasen gebildet hat. Das heißt, dass Tochtergeschwülste an anderen Stellen im Körper entstehen. Dazu kommt es, wenn sich einzelne Krebszellen aus ihrem ursprünglichen Verband lösen und über die Blut- oder Lymphbahnen in anderes Gewebe gelangen.

Wissenschaftler vermuten, dass Metastasen nicht von jeder Zelle eines Tumors ausgehen können, sondern nur von bestimmten Zelltypen. Welche das sind, war bislang noch nicht bekannt. Forscher des Barcelona Institute of Science and Technology haben jetzt jedoch einen Lösungsansatz.

 

Metastasenbildung durch fettreiche Kost?

In Mundkrebstumoren entdeckten sie eine kleine Population von Zellen mit außergewöhnlich vielen Fettsäurerezeptoren. Um durch den Körper zu wandern und sich in einem anderen Organ anzusiedeln, brauchen Zellen besonders viel Energie. Möglicherweise gewannen sie diese aus Fetten, folgerten die Forscher.

Sie überprüften das bei einem Versuch mit krebskranken Mäusen, denen diese menschlichen Zellen injiziert wurden. Das Ergebnis: Die Zellen mit den vielen Fettsäurerezeptoren brachten den Tumor tatsächlich dazu, Metastasen zu bilden. Eine besonders fettreiche Ernährung schien das zu beschleunigen. Die Wissenschaftler konnten diesen Vorgang jedoch auch wieder stoppen, indem sie die Rezeptoren auf den Zellen mit Antikörpern blockierten.

 

Metastasierung lässt sich bremsen

Durch diese Blockade hörte die Metastasenbildung fast vollständig auf, Nebenwirkungen blieben aus. Sogar bereits vorhandene Geschwulste wurden kleiner oder verschwanden wieder. Weitere Experimente zeigten, dass dies nicht nur bei Mundkrebs funktionierte, sondern auch bei Haut- und Brustkrebs.

Die Krebszellen mit den Fettrezeptoren gehören zum Typ CD36. Diese anzugreifen könnte sich in Zukunft als wirksame Therapie für die Bekämpfung von Metastasen erweisen. Die Studie zeigte, dass die Zellen unter anderem auf Fette aus der Nahrung angewiesen sind. Ob es hilft, bei der Ernährung auf diese Fette zu verzichten, muss noch untersucht werden.

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