Wenn Kaufen zur Sucht wird

Kreditkarte abgeben hilft bei Kaufsucht
Hilft bei Kaufsucht: die Kreditkarte abgeben, die EC-Karte daheim lassen. Nur so sieht der Betroffene wieder, wie das Geld im Portemonnaie knapper wird © Fotolia

Alkohol, Zigaretten, Rauschgift – jeder weiß, dass sie abhängig machen können. Auch von Spielsüchtigen, die in Kasinos ihren letzten Cent verwetten, hat jeder schon einmal gehört. Doch dass auch Kaufen süchtig machen kann, wissen nur die wenigsten.

Der Kaufsüchtige „shoppt“ wie in einem Rausch Markenschuhe, Designerkleider und edlen Schmuck. Dabei erlebt er Hochgefühle, die ihn jegliche Sorge ums Geld vergessen lassen. Kurz darauf verliert er schlagartig das Interesse an den eben noch heiß begehrten Artikeln. Zu Hause landen diese auf einem Stapel: Die „Boutique“ in den eigenen vier Wänden bleibt ungenutzt. Da lässt dann der Katzenjammer nicht mehr lange auf sich warten: Ein schlechtes Gewissen und Depressionen quälen die Betroffenen. Der Blick auf den Kontoauszug tut ein Übriges.

Um den trüben Gedanken wieder zu entkommen, gibt es für viele Kaufsüchtige nur ein Rezept: shoppen. Ein Teufelskreis entsteht.

Doch Kaufsucht lässt sich weit besser behandeln als eine Alkohol- oder Zigaretten- Abhängigkeit, die biochemische Veränderungen im Körper verursacht. Als erstes wird ein Psychologe den Betroffenen dabei helfen, das Kaufverhalten zu verändern. Die Dauerkäufer müssen – auch wenn es schmerzlich ist – ihre Kreditkarte abgeben. Von nun an wird nur noch in bar gezahlt. Dadurch merken die Betroffenen wieder, wie das Geld im Portemonnaie knapper wird. Auch während des Schlussverkaufs darf nicht mehr geshoppt werden – Kaufsüchtige geben hier besonders viel Geld aus, um vermeintlich einmalige Gelegenheiten zu nutzen!

Doch für dauerhaften Erfolg muss sich auch mit den Ursachen der Kaufsucht auseinander gesetzt werden. Meist zeigt die psychologische Behandlung, dass mangelnde Anerkennung und Zuwendung ausgeglichen werden sollen.

Ein Muss bei Kaufsucht: Kreditkarte abgeben!

Quelle: Das Neue Blatt, 2/2003

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