Wenn Ihr Kind das Autofahren zum Kotzen findet

Kind spielt auf der Rückbank mit Handy
Um Reiseübelkeit zu vermeiden, sollten Kinder während der Fahrt nicht lesen oder mit dem Smartphone spielen © Corbis

Die Vorfreude auf Meer und Strand ist groß – wenn da nicht die Anreise wäre. Kinder sind besonders häufig von Reiseübelkeit betroffen, warnt aktuell der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVJK). Aber: Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das vermeiden.

Für viele Kinder ist die Fahrt in den Urlaub ein kleiner Albtraum – denn oft ist sie verbunden mit Übelkeit auf Bus-, Auto-, Flug- oder Seereisen. Besonders betroffen sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren, wie der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) am Dienstag bekannt gab.

Augen geradeaus

Bei Autoreisen gilt: Vorn sitzen, den Kopf hochnehmen und mit den Augen so konzentriert dem Verlauf der Straße folgen, als würde man selbst am Steuer sitzen. Nicht lesen, keinen Film schauen, nicht mit dem Smartphone oder der Konsole spielen. Diese Tätigkeiten führen zu widersprüchlichen Sinnesreizen, warnt der BVJK. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr signalisiert: Bewegung. Doch die Augen und Nerven würden Stillstand melden. Dieser Widerspruch führt zu Übelkeit.

Frische Luft

Kündigt sich Übelkeit an, rät der BVKJ, frische Luft ins Auto lassen und möglichst bald anzuhalten und ein paar Schritte zu gehen, damit sich der Magen wieder beruhigt. Auch sich mit geschlossenen Augen hinzulegen, kann hilfreich sein.

Richtig essen

Trotz Angst vor Übelkeit sollten Ihre Kinder keinesfalls mit leerem Magen starten. Dennoch sollte die Mahlzeit nicht schwer und scharf sein, warnen Experten. Während der Reise können Salzstangen oder Gummibärchen eine gute Ablenkung sein. Trinken ist wichtig. Vor der Abreise sollten die Eltern sicherheitshalber eine Tüte einpacken. Ein kühles Tuch auf der Stirn kann die Reiseübelkeit lindern.

Richtige Platzwahl

In Bahn und Flugzeug sind Beschwerden seltener, wichtig ist hier die richtige Platzwahl. Der BVKJ rät Kindern, die anfällig für Reiseübelkeit sind, sich im Zug besser ans Fenster in Fahrtrichtung zu setzen, möglichst in den vorderen Waggon. Im Flugzeug ist ein Platz in der Mitte bei den Tragflächen am ruhigsten, ob Fenster oder Mittelgang spielt keine Rolle. Auch auf dem Schiff ist es in der Mitte ideal.

Hamburg, 9. Juni 2015

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