Wenn Gefrierbeutel Kinderleben retten

Frühchen im Gefrierbeutel
Baby Pixie war so klein, dass es in einen Gefrierbeutel eingewickelt wurde, um es vor dem Erfrieren zu schützen © Northdevonjournal

Pixie Griffiths-Grant kam drei Monate zu früh auf die Welt. Um ihr Leben zu retten, griffen die Ärzte zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Lesen Sie hier die bewegende Geschichte.

 

Ein Gefrierbeutel als Kälteschutz

Sharon Grants Tochter kam per Notkaiserschnitt auf die Welt – drei Monate zu früh. Der Säugling war bei der Geburt kleiner als die Hand seiner Mutter und brachte nur 1,1 Kilogramm auf die Waage. Da ein Frühchen noch keine ausreichende Fettschicht hat, die es warm hält (diese bildet sich erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft), wird es normalerweise direkt nach der Geburt in Kleidung gepackt. Doch der Säugling war so winzig, dass selbst die Frühchenkleidung zu groß war. Um es warm zu halten, griffen die Ärzte daher zu einer unüblichen Maßnahme: Sie steckten die Kleine in einen herkömmlichen Gefrierbeutel, der als Wärmedecke dienen sollte.

Unmittelbar danach wurde das Mädchen auf die Intensivstation gebracht, wo die Ärzte um sein Überleben kämpften. Drei Monate lang musste die Kleine in einem Brutkasten liegen, Bluttransfusionen über sich ergehen lassen und einen Magen- und Harnwegsinfekt überstehen. Ihre Eltern durften sie nicht einmal in den Arm nehmen, denn mit jeder Bewegung hätte die Kleine mehr an lebensnotwendigem Gewicht verloren. Heute, fünf Monate nach der Geburt, sind Mama und Tochter endlich zu Hause und wohlauf. Das Mädchen erhielt den ungewöhnlichen Namen Pixie – weil es so winzig ist. „Es ist so schön, Pixie zu Hause zu haben. Es gab endlose Umarmungen und alle Leute wollten sie sehen. Es ist wunderbar“, so die überglückliche Mutter.

 

Frühchen sind besonders kälteempfindlich

Etwa 60.000 Kinder pro Jahr kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche in Deutschland zur Welt und gelten damit als Frühchen. Sie sind besonders empfindlich gegen Abkühlung und Zugluft. Da die Regulierung der Körpertemperatur bei Frühgeborenen noch nicht ausgebildet ist, werden die Babys unmittelbar nach der Geburt von der Mutter getrennt und in einen Brutkasten gelegt, den sogenannten Inkubator. Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Brutkasten sind optimal auf die Bedürfnisse zu früh geborener Babys abgestimmt. So wird sichergestellt, dass sich das Baby auch im Inkubator wohl- und geborgen fühlt.

Hamburg, 22. Oktober 2015

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