Wenn die Speiseröhre Probleme macht

Patientin mit Schluckbeschwerden
Wenn Sie Schluckbeschwerden oder ähnliche Probleme mit Magen und Speiseröhre haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um Spätfolgen zu verhindern © Imago

Probleme mit der Speiseröhre gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes. Mit der richtigen Behandlung lassen sich Schluckstörungen, Sodbrennen und ein Reizmagen wirkungsvoll bekämpfen.

Die häufigsten Beschwerdebilder an Speiseröhre und Magen erklärt Prof. Dr. Joachim Erckenbrecht, Gastroenterologe und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf:

 

Schluckstörungen

Was ist das? Bei einer Dysphagie berichten Patienten, dass Speisen hinter dem Brustbein in der Speiseröhre stecken bleiben. Jeder, der das einmal erlebt hat, muss zum Arzt gehen. Ursache kann Speiseröhrenkrebs, eine narbige Einengung nach jahrelangem Säurerückfluss oder eine Achalasie sein. Das ist eine Öffnungsstörung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen durch Nervenstörungen in der Speiseröhrenwand. Auch eine Entzündung, eine eosinophile Ösophagitis, kann zum Steckenbleiben von Nahrung führen.

Was hilft? Der Arzt muss durch Spiegelung, Röntgen oder Druckmessungen der Speiseröhre die Ursache für die Schluckstörung finden. Bei einer Achalasie wird der Verschlussmuskel durch einen Ballon aufgedehnt, bei einer Einengung die Speiseröhre selbst. Die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis ist schwierig. Helfen kann in einigen Fällen eine örtliche Kortisonbehandlung.

Vorbeugung – So essen Sie richtig: Kartoffeln sind besser als Reis, samige Cremesuppen besser als klare Bruhe mit Einlagen. Kurz: je samiger die Konsistenz, desto geringer die Gefahr des Verschluckens.

 

Sodbrennen

Was ist das? Sodbrennen entsteht durch das Zurücklaufen von Säure aus dem Magen in die Speiseröhre. Dies geschieht auch bei gesunden Menschen in geringem Umfang. Bei Patienten mit Sodbrennen ist die Menge des Säurerückflusses allerdings deutlich gesteigert. Ursache ist ein Defekt des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen.

Die Folgen: Auf Dauer kann die Magensäure zu Verätzungen der Speiseröhre mit oberflächlichen Schleimhaut-Geschwüren führen. Daraus resultieren chronische Entzündungen mit Narbenbildung und eine Einengung der Speiseröhre. Die Folge ist eine Schluckstörung, die sogenannte Dysphagie. Auch Speiseröhrenkrebs wird begünstigt. Deswegen ist es ratsam, bei regelmäßig auftretendem Sodbrennen einen Arzt aufzusuchen und gegebenenfalls eine Speiseröhrenspiegelung vornehmen zu lassen, um die bereits eingetretenen Folgeschäden beurteilen und das Gefahrenpotenzial näher charakterisieren zu können.

Was hilft? Mehrere Medikamentengruppen sind in der Lage, Sodbrennen wirkungsvoll zu bekämpfen: Antazida (Magensäurebinder) bekämpfen akute Symptome wirksam. Bei Patienten mit häufigem und schwerem Sodbrennen sind sogenannte Protonenpumpeninhibitoren oder Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten notwendig. Diese hemmen die Produktion von Magensäure. Nebenwirkungen sind bei allen drei Medikamentengruppen sehr selten.

Auch eine chirurgische Behandlung ist möglich: Bei der Fundoplicatio wird der Verschlussmuskel zwischen Speiseröhre und Magen ringförmig verstärkt. Die Ergebnisse der Operation entsprechen etwa den Ergebnissen der medikamentösen Therapie. Dennoch wird die OP überwiegend bei den Patienten durchgeführt, die eine Medikamentenunverträglichkeit haben oder über längere Zeit keine Medikamente einnehmen die OP überwiegend bei den Patienten durchgeführt, die eine Medikamentenunverträglichkeit haben oder über längere Zeit keine Medikamente einnehmen wollen.

Vorbeugung – So essen Sie richtig: Übergewichtige haben besonders oft Sodbrennen. Abnehmen ist deswegen ein wichtiger Teil der Therapie. Außerdem sollten Sie säurehaltige Lebensmittel (Obstsafte, Zitrusfrüchte, Wein) sowie Süßigkeiten meiden. Nehmen Sie lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich. Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Schlafengehen sollten drei Stunden liegen. Erste-Hilfe-Tipp: Kauen Sie ein paar Mandeln.

 

Reizmagen

Bei Schluckbeschwerden kleine Mahlzeiten nehmen
Um einem Reizmagen vorzubeugen, sollten Sie mehrere kleine, kohlenhydrathaltige Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen © Fotolia

Was ist das? Druckgefühl im Oberbauch und ein frühes Sättigungsgefühl können Symptome einer funktionellen Dyspepsie (auch Reizmagen) sein, einer harmlosen Störung der Magenbewegungen: Der Magen ist weniger dehnbar und seine Eigenbewegungen, die die Nahrung zerkleinern und in den Zwölffingerdarm transportieren, reduziert. Ursache der Erkrankung ist eine bisher nicht näher charakterisierte Störung des Darmnervensystems (enterisches Nervensystem). Bestehen die Symptome länger als drei Monate und kommen Erbrechen sowie Gewichtsverlust dazu, sollten Sie zum Arzt gehen.

Was hilft? Medikamente, die die Magenentleerung beschleunigen, sind bei einigen Patienten mit funktioneller Dyspepsie hilfreich. Die Behandlungsmöglichkeiten sind allerdings eingeschränkt, weil der genaue Defekt im Darmnervensystem bisher nicht bekannt ist.

Vorbeugung – So essen Sie richtig: Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Sparen Sie am Fett (Fleisch, Aufschnitt, Sahne, Butter) und bevorzugen Sie Kohlenhydrate (Kartoffeln, Nudeln, Brot, Gemüse).

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