Wenn die Niere Probleme macht

Redaktion PraxisVITA

Die Niere filtert Schadstoffe aus dem Blut, reguliert das Blutvolumen und den Blutdruck. Umso schlimmer, wenn die Niere nicht funktioniert. Die gute Nachricht: Bei rechtzeitiger Diagnose sind viele Nierenkrankheiten heilbar.

 

Entzündung der Niere

Das Immunsystem des Körpers selbst kann Gefäße der Niere angreifen: Folge ist eine Nierenentzündung, die meist lange unbemerkt verläuft. Zuletzt arbeitet die Niere nicht mehr, man muss zur Dialyse. Im frühen Stadium sind Nierenentzündungen mit Cortison behandelbar. Deshalb bei diesen Zeichen zum Arzt: dunkler, trüber Urin, Wassereinlagerungen (Ödeme), hoher Blutdruck, Nierenschmerzen.

Entzündungen des oberen Harnleiters (Nierenbecken) werden von Bakterien verursacht. Betroffen sind häufiger Frauen als Männer. Die Patienten bekommen starke Schmerzen und hohes Fieber. Akute und chronische Verlaufsformen lassen sich mit Antibiotika behandeln.

 

Akutes Versagen der Niere

Die Niere muss gut durchblutet sein. Ist ihre Versorgung gestört, scheidet sie keine Schadstoffe mehr über den Urin aus. Häufigste Gründe dieser Insuffizienz sind Bluthochdruck, Flüssigkeitsverlust (Erbrechen/Durchfall) sowie Medikamente und Vergiftungen. Werden die Ursachen rechtzeitig beseitigt, kann sich die Niere wieder erholen. In schweren Fällen muss der Patient vorübergehend zur Blutwäsche (Dialyse). Zur Vorbeugung Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck erkennen und behandeln!

 

Chronisches Versagen der Niere

Manchmal verliert die Niere langsam an Funktionsfähigkeit, ein Prozess, der Jahre dauern kann. Die Betroffenen bemerken diese chronische Insuffizienz erst, wenn die Schwäche so weit fortgeschritten ist, dass sich Wasser in den Beinen ablagert. Ursache können Diabetes sowie Nieren- und Blasenentzündungen sein. Die Nierenfunktion kann bei frühzeitiger Therapie wieder hergestellt werden.

 

Niereninfarkt

Blutgefäße, die die Niere versorgt, können verstopfen: Dadurch vernarbt Organgewebe. War die Arterie nur klein, bemerkt der Betroffene von diesem Infarkt kaum etwas, ein größerer verursacht Schmerzen, die oft als Nierenkolik fehlgedeutet werden. Deshalb bei krampfartigem Nieren-Schmerz zum Arzt! Positiv: Nur selten fällt die Niere total aus.

 

Steine in der Niere

Teile des Urins (zum Beispiel Kaliumsalze) lagern sich als Kristalle in Niere, Nierenbecken und Harnwegen ab. Mit der Zeit kann dieser "Gries" den Harnleiter reizen oder als Stein verschließen. Die Folge sind starke Schmerzen. Entfernt wird der Stein durch Bewegung, Trinken und Medikamente, schwere Fälle durch eine Operation. Dabei werden unter anderem Stoßwellen eingesetzt. Zur Vorbeugung: Ausreichend trinken, salzarm ernähren, viel Gemüse und Früchte essen.

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