Wenn die Haut gelb wird: Gefahr einer Hepatitis

gelbe Haut
Wird die Haut gelb, ist dies ein Symptom für verschiedene Leberleiden, wie zum Beispiel einer Hepatitis © shutterstock

Bei einer Gelbfärbung der Augen oder der Haut sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn es kann eine gefährliche Leberentzündung (Hepatitis) dahinterstecken. Worauf Sie außerdem achten sollten, erfahren Sie hier.

 

Auch Mozart und Heinrich Heine litten an der Gelbsucht

Der junge Mozart (1756 –1791) kehrte im Herbst 1771 von einer äußerst erfolgreichen Konzertreise aus Italien heim nach Wien. Doch seine Schwester Nannerl war ganz erschrocken über sein Aussehen: "Als er von Italien zurückgekommen ist, bekam seine Haut eine gelbe Farbe, die ihn ganz unkenntlich machte", schrieb sie in einem Brief. Hatte sich Mozart auf seiner Reise an ungewaschenen Früchten oder Salaten mit Gelbsucht infiziert?

Der Dichter Heinrich Heine (1797 –1856) wurde durch die Gelbsucht sogar von einer Bäderreise abgehalten. Es hatte ihn so schlimm erwischt, dass er sich schon vor den "Pforten des Todesreichs" angekommen sah: "Es war eine fürchterliche Gelbsucht. Acht Tage lang nicht gegessen und geschlafen, sondern nur Erbrechen und Krämpfe. Mit Mühe halte ich die Feder."

Schon im Altertum kannte man die Gelbsucht. Ein griechischer Arzt hatte sie anschaulich beschrieben: "Die Farbe entspricht der des Granatapfels oder sie ist noch etwas grüner, so wie grüne Eidechsen. Im Urin setzt sich ein rötlicher Niederschlag ab. Den Kranken befällt Fieber und leichter Schauer, zuweilen verträgt er nicht einmal die Bettdecke und empfindet heftigen Juckreiz." Ein anderer schrieb: "Selbst die Augen verfärben sich gelb."

 

Leichte und schwere Formen der Hepatitis

Was man damals nicht wusste: Die Gelbsucht ist Symptom verschiedener Leberleiden. Die bekanntesten davon sind Hepatitis A, B und C. Das sind durch Virus übertragene Leberentzündungen mit unterschiedlich schwerem Verlauf und Übertragungsweg. Die relativ leichteste Form ist Hepatitis A. Sie wird durch verunreinigtes Trinkwasser, verdorbene Lebensmittel oder Schmierinfektionen übertragen. Zunächst erscheint die Krankheit wie eine leichte Grippe, dann treten die typischen Gelbsucht-Symptome auf: gelbe Haut und Augen, dunkler Urin und heller Stuhl. Die gelbe Farbe entsteht dabei durch einen erhöhten Ausstoß des Gallenfarbstoffes Bilirubin. Nach zwei bis drei Wochen klingt die Krankheit wieder ab. Selten ist der Verlauf lebensgefährlich mit Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und des Herzmuskels. Hepatitis B und C können dagegen chronisch werden. Hepatitis B wird übers Blut oder durch Geschlechtsverkehr übertragen, Hepatitis C durchs Blut, etwa durch Bluttransfusionen. Diese beiden Formen der Leberentzündungen können gefährliche Spätfolgen entwickeln: Leberzirrhose und Leberkrebs.

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