Wenn der Arzt nichts findet: 5 versteckte Kopfschmerzauslöser

Carolin Banser Medizinredakteurin
Eine Frau macht Pilates
In London klagte eine Frau über anhaltende Kopfschmerzen nach einer Pilates-Stunde. Ärzte diagnostizierten erst Wochen später das sogenannte Liquorunterdrucksyndrom © Shutterstock

In Großbritannien klagt eine 42-Jährige über starke Kopfschmerzen nach einem Pilates-Kurs. Weder Schmerzmittel noch Physiotherapie lindern die Beschwerden. Erst Wochen später finden Ärzte die Ursache. Praxisvita fasst für Sie den Fall zusammen und klärt über versteckte Kopfschmerzauslöser auf.

Wie die Journal of Medical berichtet, spürt die 42-Jährige während des Trainings auf dem Pilates-Reformer einen kleinen Knall im Nacken. Das Gerät besteht aus einer Plattform, die auf einer Schiene angebracht ist und über Seilzüge mit den Armen und Beinen bewegt wird. Die Übungsmethode gilt als besonders schonend. Dennoch wird die 42-Jährige eine Stunde später von lähmenden, anhaltenden Kopfschmerzen geplagt, die sich im Laufe der darauffolgenden vier Wochen noch verschlechtern. Sie bekommt Schmerzmittel verschrieben, geht zur Physiotherapie und Nackenmassage. Die Beschwerden schränken die Frau schließlich so sehr ein, dass sie selbst alltägliche Aufgaben nicht mehr ausüben kann.

 

Ärzte diagnostizieren das Liquorunterdrucksyndrom

Erst, als sich die Engländerin im Londoner Kings College Hospital vorstellt, machen die Ärzte mithilfe von Computertomografie-Aufnahmen endlich eine Entdeckung: Sie hat in beiden Kopfhälften Blutungen zwischen den Hirnhäuten. Außerdem ist das Kleinhirn leicht nach unten gesackt. Die Ursache verbirgt sich im Nacken und der oberen Wirbelsäule: An drei Stellen hatte sich Nervenwasser (Liquor) angesammelt. Tritt das Nervenwasser aus, entsteht ein Unterdruck im Kopf, der starke Schmerzen auslöst.

 

Mit konservativer Therapie gegen die Kopfschmerzen

Die konservative Therapie (Ruhe, koffeinhaltige Getränke, Blutpflaster) schlägt bei der 42-Jährigen an. Vier Wochen danach ist sie komplett beschwerdefrei. Forscher betonen, dass der Fall aus London ein Einzelfall sei und ein Liquor-Unterdruck bislang nicht im Zusammenhang mit einem Pilates-Workout dokumentiert sei.

Weitere (häufig übersehene) Ursachen für Kopfschmerzen:

Sehschwäche

Eine unentdeckte Sehschwäche oder verschlechtertes Hören begünstigen eine Kopfschiefstellung. Die wiederum führt zu Muskelverspannungen – der Schmerz zieht meist über den Nacken zum Kopf.

Zahnprobleme

Bei dauerhaften Kopfschmerzen kann auch der Zahnarzt der richtige Ansprechpartner sein: Denn oft ist ein mangelhafter Zusammenbiss der Zähne oder eine Fehlstellung der Kiefergelenke der Auslöser. Der Arzt kann dann mit einer Beißschiene gegen Zähneknirschen, einer Spange oder Zahnersatz helfen.

Hirnhautentzündung

Wenn Kopfschmerzen unerträglich werden und der Nacken steif wird, kann eine beginnende Hirnhautentzündung dahinterstecken. Sie wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst, die sich z. B. bei einer Grippe einschleichen.

Schlaganfall

Plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen sollten in jedem Fall ernst genommen werden. Denn dahinter können Hirnblutungen, ein Schlaganfall und andere Störungen im Gefäßbereich des Kopfes stecken, die so schnell wie möglich ärztlich untersucht werden sollten.

Hamburg, 20. Februar 2015

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