Wenn das Herz aus dem Takt gerät

EKG zeigt Herzrhythmusstörungen an
Mithilfe eines EKG (Elektrokardiogramm) kann der Arzt Herzrhythmusstörungen feststellen © Fotolia

Prof. Dr. Völler erklärt bei Praxisvita, wie gefährlich Herzrhythmusstörungen wirklich sind.

Atemnot, ein beklemmendes Gefühl in der Brust und ein Herz, das bis zum Halse schlägt: So beschreiben viele Patienten ihren ersten Anfall von Vorhofflimmern. Prof. Dr. Völler, ärztlicher Direktor Innere Medizin & Kardiologie der Klinik am See (Rüdersdorf/Berlin), erklärt, was Sie darüber wissen sollten:

 

Was ist Vorhofflimmern?

Dabei handelt es sich um die häufigste Herzrhythmusstörung. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Charakteristisch ist ein anhaltend unregelmäßiger, meist deutlich beschleunigter Herzschlag. Je nach Ausmaß reichen die Symptome von Beschwerden wie Müdigkeit bis zu Atemnot, Schwindel oder Schwächegefühl.

 

Ist das lebensgefährlich?

Vorhofflimmern selbst ist meist nicht lebensbedrohlich. Weil die Herzrhythmusstörung aber der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall ist, sollte dies unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Denn die Vorhöfe des Herzens können sich dann nicht mehr richtig zusammenziehen – das Blut stockt und es kommt leicht zu einem Gerinnsel.

 

Wie wird eien Herzrhythmusstörungen diagnostiziert?

Mit einem sogenannten Elektrokardiogramm, auch EKG genannt, kann der Arzt die Herzrhythmusstörungen feststellen.

 

Was bewirkt die Behandlung?

Das oberste Ziel ist es, das Schlaganfallrisiko zu verringern. Dafür werden Medikamente zur Blutverdünnung verabreicht, um zu verhindern, dass das Blut klumpt und die Gefäße verstopft. Die verbreitetsten Gerinnungshemmer sind die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten.

 

Was ist dabei zu beachten?

Die Dosis der Vitamin-K-Antagonisten muss regelmäßig angepasst werden, da der Gerinnungswert (INR-Wert) durch Ernährung oder Arzneimittel schwanken kann. Dazu wird die Blutgerinnung etwa alle vier bis sechs Wochen beim Arzt kontrolliert. Es gibt aber auch kleine Geräte, mit denen man den Check leicht selbst durchführen kann. Das Ergebnis sieht der Patient sofort auf dem Display. Wichtig: Regelmäßige Arztbesuche sind trotz Gerinnungs-Selbstmanagement notwendig!

 

Wie kann man Herzrhythmusstörungen vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Herzrhythmusstörungen wird ebenso wie bei allen anderen Herzerkrankungen eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung empfohlen.

 

Die Blutgerinnung selbst kontrollieren

Patienten, die sogenannte „Vitamin-K-Antagonisten“ zu sich nehmen, sollten sich bei ihrem Arzt nach Möglichkeiten des Gerinnungs-Selbstmanagements erkundigen. Der Vorteil: Durch die Selbstkontrolle zu Hause werden Veränderungen der Werte frühzeitig erkannt. Mit der individuellen Anpassung der Medikamenten-Dosis lässt sich das Komplikationsrisiko deutlich verringern.

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