Wenn das Gehirn einen Jetlag hat

Jetlag bei Stewardessen erschwert das Denken
Jetlag erschwert das Denken. Das fand der Neurobiologe Kwangwook Cho von der Uni Bristol in einer Untersuchung mit verschiedenen Fluggesellschaften heraus © Fotolia

Menschen, die häufig eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus durchmachen müssen, erleiden langfristig Einbußen in ihrer Lern-, Merk- und Reaktionsfähigkeit. Das trifft besonders auf häufige Jetlags nach langen Flugreisen zu.

Der Neurobiologe Prof. Kwangwook Cho von der Uni Bristol (Großbritannien) hat zwei Gruppen von Frauen untersucht, die als Bordpersonal bei verschiedenen Fluggesellschaften arbeiten. Der Forscher entdeckte: Stewardessen, die zwischen Langstreckenflügen mindestens 14 Tage Pause – unterbrochen nur von kurzen Flügen – hatten, wiesen weniger Cortisol im Speichel auf als die Dauer-Langstrecken-Fliegerinnen. Der erhöhte Gehalt an dem Hormon Cortisol bei den gestressten Frauen zog eine Schrumpfung des so genannten „Temporallappens” im Gehirn nach sich. Diese Gruppe schnitt bei Merk- und anschließenden Reaktionstests viel schlechter ab als die ausgeruhten.

Der Wissenschaftler: „Dasselbe gilt für alle Schichtarbeiter. Man muss ihnen deshalb einen Plan erarbeiten, der lange Pausen zulässt. So sollten zwischen dem Wechsel der Schichten zwei Wochen liegen.”

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