Wenn das Baby mit einem Nabelbruch geboren wird

Dr. med. Nadine Heß

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Babys werden mit einem Nabelbruch geboren. Kinderärztin Dr. Nadine Hess erklärt, was Eltern über das Phänomen wissen sollten und wie es behandelt wird.

Nabelbruch
Expertin Dr. Hess: „Ein Nabelbruch bei Säuglingen muss in der Regel nicht behandelt werden – er bildet sich mit der Zeit selbst zurück.“ © Privat
 

Das sagt Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Ein Nabelbruch kommt tatsächlich häufiger vor: Etwa fünf bis zehn Prozent aller Säuglinge werden damit geboren, meist sind frühgeborene Kinder betroffen. Bei dem Phänomen stülpt sich das Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand nach außen und zeigt sich so meist als kleine Beule, die direkt unter der Haut in der Nähe des Nabels sitzt. Sie wird besonders dann gut sichtbar, wenn das Kind die Bauchmuskeln dehnt, also beispielsweise beim Lachen oder Weinen. Das Gute: Ein Nabelbruch ist in der Regel ungefährlich und entwickelt sich normalerweise innerhalb der ersten drei Lebensjahre von selbst zurück. Denn bei Säuglingen entsteht der Nabelbruch, weil die Muskeln an dieser Körperstelle noch nicht vollständig von beiden Seiten zusammengewachsen sind – während der Schwangerschaft muss dort ja eine Lücke bestehen (für die Nabelschnur). Im Laufe der Zeit können die Bauchmuskeln die Lücke aber nach und nach schließen.

Nabelbruch
Zwischen fünf und zehn Prozent aller Kinder kommen mit einem Nabelbruch zur Welt© iStock
 

Wie wird ein Nabelbruch behandelt?

Auch wenn der Nabelbruch nicht von selbst verschwindet, muss er nicht zwangsweise behandelt werden, solange keine Beschwerden auftreten. Eine Operation wird bei Kindern in der Regel nur dann durchgeführt, wenn der Nabelbruch extrem groß ist und/oder sich auch nach dem dritten Lebensjahr nicht zurückgebildet hat (dann operiert man in der Regel im späteren Grundschulalter aus kosmetischen Gründen. Die Operation findet unter Vollnarkose statt und dauert nur etwa 15 Minuten. Danach sollte das Kind sich ein paar Tage schonen. Klagt es über starke Schmerzen oder hat es Fieber, ist eine erneute ärztliche Untersuchung nötig – diese Symptome deuten  – wie immer – auf eine Entzündung der Wunde hin.

 

Wann ist eine Operation unumgänglich?

Eigentlich gibt es diesen Fall nicht – wenn man kosmetische Gründe, die ja auch durchaus zur Stigmatisierung führen können (und eine Operation deshalb unumgänglich machen), mal ausnimmt. Denn ein Nabelbruch führt in 99,9 Prozent aller Fälle nie zu einer Einklemmung von Darm im Bruchkanal. Im Grunde ist jeder Nabelbruch zu groß dafür, als dass Gewebe dort einklemmen könnte. Sollte der extrem seltene Fall doch eintreten, erkennt man ihn daran, dass die Vorwölbung plötzlich hart und sehr schmerzhaft ist und dass sie sich nicht wie sonst ganz einfach wieder in den Bauch drücken und damit entleeren lässt. Dann sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

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