Weniger sitzen – jünger aussehen

Weniger sitzen und länger jung aussehen
Schwedische Forscher fanden heraus, dass es für das Aussehen wichtiger sein kann, weniger zu sitzen, als Sport zu machen © Fotolia

Hier ein graues Haar, da eine Falte mehr – wir alle werden nicht jünger und wollen dabei trotzdem nicht älter aussehen. Die Kosmetik- und Pharmaindustrie hat das längst erkannt: Beauty- und sogenannte Anti-Aging-Produkte sind ein Multi-Milliarden-Euro-Geschäft. Nun aber haben Forscher einen ganz einfachen Weg gefunden, wie jeder länger jung bleiben kann – und der ist völlig umsonst.

Für unsere Körper-Zellen gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder teilen sie sich und pflanzen sich fort oder sterben. Mit der Zeit sterben mehr Zellen, als frische hervorgebracht werden – besonders Blut- und Hautzellen sind davon betroffen. Was uns irgendwann alt und faltig aussehen lässt, ist insofern die einfache Tatsache, dass unsere Hautzellen weniger werden. Die Haut dadurch dünner.

 

Am Ende der Gene

Forscher der Karolinska University in Stockholm haben nun in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass man nur weniger sitzen muss, um länger jung auszusehen. Demnach verkürzt zu häufiges Sitzen die sogenannten Telomere in unseren Körperzellen und das lässt uns nicht nur alt werden, sondern auch so aussehen.

Telomere sind die kleinen Endstücke an den Chromosomen in den Zellen. Sie sind unter anderem für die Stabilität der Chromosomen verantwortlich, halten die genetischen Informationen in der richtigen Anordnung zusammen – vergleichbar mit der Kunststoffspitze am Ende eines Schnürsenkels. Gleichzeitig sind die Telomere – beziehungsweise ihre Länge – aber auch ein Hinweis auf den Grad der Alterung unseres Körpers. Anders gesagt: Je kürzer die Telomere werden, desto älter ist unser Körper in zellulärer Hinsicht. Das liegt daran, dass diese „Zellschwänze“ bei jeder Zellteilung ein Stückchen kleiner werden.

 

Aufstehen für die Jugend

Die schwedischen Forscher fanden anhand von Blutuntersuchungen nun heraus, dass genau diese Abnutzung der Telomere abgebremst wird, wenn man täglich weniger Zeit in einer sitzenden Position verbringt.

Für die Studie beobachteten die Forscher Probanden, die ihren Tag – z.B. im Büro oder im Auto – überwiegend sitzend verbringen. Gegenstand der Untersuchung war dabei nicht nur die Frage, inwieweit die Telomere durch häufiges Sitzen beeinflusst werden, sondern auch in welchem Rahmen dies durch den Faktor Bewegung geschieht.

Bewegung macht nicht jünger

Anhand von Schrittzählern, Bewegungstracking, täglichen Aufzeichnungen und Fragebögen ermittelten die Forscher auf diese Weise, dass der Effekt der gebremsten Abnutzung der Telomere nur bei den Studienteilnehmern festgestellt wurde, die ihre Sitzzeiten am Tag verringerten. Probanden, die sich stattdessen täglich häufiger bewegt hatte – aber nicht weniger saßen – alterten zellulär genauso schnell wie immer.

Nach Aussagen der Forscher sei es deswegen für den Wunsch nach einem jüngeren Aussehen – und letztlich auch einem längeren Leben – wichtiger „die Zeit zu verringern, die wir täglich sitzend verbringen, als körperlich aktiver zu werden.“

Hamburg, 6. September 2014

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