Welche Therapie-Möglichkeiten bieten sich bei Kopfschmerzen an?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Therapie von Kopfschmerzen richtet sich unter anderem danach, welche Auslöser und Ursachen ihnen zugrunde liegen. Kopfschmerzen bedürfen aber nicht immer einer Behandlung. Wenn sie beispielsweise durch erhöhten Alkoholkonsum, zu viel Stress, einen Wetterumschwung oder zu wenig Schlaf verursacht wurden, so werden die Kopfschmerzen auch wieder von ganz alleine verschwinden. Falls die Kopfschmerzen – z. B. bei Spannungskopfschmerzen – dennoch weiter bestehen, können Betroffene gelegentlich auf frei verkäufliche Schmerzmittel zurückgreifen:

Bei dieser Therapie sollte die Einnahme der Medikamente gegen „harmlose“ Spannungskopfschmerzen auf maximal zehn Tage pro Monat begrenzt sein. Sonst besteht das Risiko, dass die Kopfschmerzen durch die Schmerzmittel selbst ausgelöst werden. Der Arzt bezeichnet das als Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch oder Schmerzmittel-induzierte Kopfschmerzen. Alternativ oder begleitend verschreiben Ärzte Menschen mit häufigen oder chronischen Spannungskopfschmerzen auch Antidepressiva.

Schwere Formen wie beispielsweise die Migräne bedürfen von Anfang an einer gezielten Kopfschmerzen-Therapie. Nicht selten verordnet der Arzt mehrere Medikamente, um die auftretenden Migräne-Beschwerden zu lindern:

  • Schmerzmittel bei leichter bis mittelschwerer Migräne: Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol
  • Schmerzmittel bei schwerer Migräne: Triptane
  • gegen Übelkeit: Metoclopramid, Domperidon
  • vorbeugend bei häufiger Migräne: z. B. Betablocker, Flunarizin, Valproinsäure
 

 

 

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Die selten auftretenden Cluster-Kopfschmerzen machen eine Behandlung notwendig, die eine medikamentöse Vorbeugung und akute Schmerztherapie kombiniert. Gegen die akuten und anfallsartigen Schmerzen sieht die Therapie folgendermaßen aus:

  • Inhalation von reinem Sauerstoff über eine Gesichtsmaske
  • Schmerzmittel: Sumatriptan, Zomitriptan, Lidocain

Zur Vorbeugung setzt der Arzt bei Cluster-Kopfschmerzen in der Therapie beispielsweise Medikamente ein, die die Sauerstoffversorgung verbessern (Verapamil). Mit Lithium kann außerdem ein Wirkstoff zum Einsatz kommen, der normalerweise für die Behandlung akuter psychischer Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, eingesetzt wird. Auch Kortikosteroide, die entzündungshemmend wirken, können bei Cluster-Kopfschmerzen vorbeugend wirken. 

Schmerzmittel helfen gegen Kopfschmerzen
Schmerzmittel helfen gegen Kopfschmerzen – ein Medikamentenübergebrauch kann aber auch Kopfschmerzen auslösen.© Fotolia

Neben der medikamentösen Kopfschmerzen-Therapie der einzeln Kopfschmerz-Formen können auch Entspannungsverfahren (z. B. autogenes Training, Yoga), Massagen oder Akupunktur-Behandlungen hilfreich sein. Liegt den Kopfschmerzen eine andere, ernsthafte Erkrankung zugrunde, orientiert sich die Therapie an den jeweiligen Ursachen. Werden die Kopfschmerzen beispielsweise durch einen Schlaganfall, einen Gehirntumor oder eine Gehirnblutung verursacht, so bedürfen sie einer dringenden ärztlichen Behandlung.

 

Video: 5 Hausmittel gegen Kopfschmerzen

 
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