Welche Sportart hält am besten jung?

Redaktion PraxisVITA
Frau macht Tai Chi
Forscher konnten jetzt beweisen, dass Tai-Chi-Stunden eine leichte bis starke Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Muskelkraft bewirken © Fotolia

Wer im Alter Tai Chi macht, kann seine Fitness und Beweglichkeit steigern, zeigt eine aktuelle Studie – welche Sportarten außerdem besonders jung halten, erfahren Sie hier.

 

Tai Chi

In ihrer aktuellen Studie untersuchten kanadische Wissenschaftler, wie sich Tai Chi auf Beschwerden, Lebensqualität, Beweglichkeit und psychische Gesundheit bei älteren Patienten mit Brustkrebs, Arthrose, Herzschwäche und COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) auswirkt.

Dazu werteten sie 21 Studien aus. Die Probanden waren Mitte Fünfzig bis Anfang Siebzig und nahmen im Schnitt für zwölf Wochen an zwei bis drei Tai-Chi-Trainingsstunden pro Woche teil, die meist 60 Minuten dauerten.

Bei den meisten Patienten bewirkten die Tai-Chi-Stunden eine leichte bis starke Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Muskelkraft. Bei Arthrose-Patienten zeigte sich außerdem ein Rückgang der Schmerzen und ein besseres Abschneiden im sogenannten „Sit-to-Stand-Test“ (STS). Bei diesem Test geht es darum, innerhalb einer Minute möglichst häufig von einem Stuhl aufzustehen und sich wieder hinzusetzen, ohne die Hände zu benutzen. So werden Kraft und Gleichgewicht in den unteren Extremitäten überprüft. COPD-Patienten hatten nach der dreimonatigen Trainingsphase mit weniger Atembeschwerden zu kämpfen.

Bei weiteren Fitness-Tests konnten nach drei Monaten Tai Chi durchweg bessere Ergebnisse erzielt werden. All diese Tests zeigen Fitness und Beweglichkeit an – wer gut abschneidet, hat außerdem ein geringeres Sturzrisiko. Bei Tai Chi wird der Gleichgewichtssinn trainiert, die Sportart eignet sich deshalb besonders gut für Menschen im höheren Alter.

 

Yoga

Eine Studie mit Brustkrebs-Überlebenden zeigte im vergangenen Jahr, dass ein Programm aus Yoga und Entspannungsübungen einen verjüngenden Effekt auf die Körperzellen hat. 271 Probandinnen nahmen über zwei Monate jede Woche an einem 90-minütigen Yoga- und Meditationskurs teil und machten zusätzlich täglich 45 Minuten lang Entspannungsübungen.

Zu Beginn und Ende des Studienzeitraums wurden von allen Teilnehmerinnen Blutproben genommen. Anhand dieser Proben analysierten die Wissenschaftler die Länge der sogenannten Telomere – Strukturen am Ende der Chromosomen, deren Aufgabe es ist, die Zelle vor Schädigungen zu schützen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere und ihre Schutzwirkung nimmt ab – bis die Zelle schließlich gar nicht mehr geschützt ist und stirbt. Je kürzer die Telomere, desto weiter ist also die Zellalterung fortgeschritten.

Die Blutuntersuchungen zeigten: Nach Ablauf der zwei Monate hatten die Probandinnen längere Telomere als zuvor – ihre Zellen hatten sich verjüngt. In der Kontrollgruppe zeigte sich dieser Effekt nicht.

 

Spazierengehen

US-Wissenschaftler fanden in einer 2012 veröffentlichten Studie heraus, dass zweieinhalb Stunden zügiges Gehen pro Woche das Leben im Schnitt um 3,4 Jahre verlängert – bei Menschen mit einem gesunden Gewicht kann die zusätzliche Lebensdauer sogar sieben Jahre betragen. Und auch wer nicht ganz so viel schafft, profitiert: Denn schon 75 Minuten schnelles Spazierengehen wöchentlich erhöht die voraussichtliche Lebensdauer um fast zwei Jahre. Die Wissenschaftler hatten dazu die Daten von mehr als 600.000 Männern und Frauen ausgewertet. Das richtige Tempo ist dann erreicht, wenn man beim Gehen ins Schwitzen kommt, sich aber noch gut unterhalten kann.

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Hamburg, 19. September 2015

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