Welche Fastenkur passt zu mir?

Michelle Kröger

Eine Fastenkur soll den Körper reinigen, ihm verlorene Energien zurückgeben und ihn gesund halten. Guter Nebeneffekt: Mit einer Fastenkur können Sie auch abnehmen.  Es gibt verschiedenste Methoden zum Fasten.  

Frau isst grüne Brokkolisuppe
Es gibt verschiedene Arten von Fastenkuren – beim Basenfasten zum Beispiel sind Gemüseuppen ein wichtiger Bestandteil der Kur Foto:  iStock/anouchka
Inhalt
  1. Warum sollte ich fasten?
  2. Welche Fastenkuren gibt es?
  3. Basenfasten – Fasten mit Obst und Gemüse
  4. Heilfasten nach Buchinger
  5. Intervallfasten: Die Teilzeit-Diät
  6. Suppenfasten – Verzicht und trotzdem immer eine warme Mahlzeit
  7. Die Milch-Semmel-Kur nach Mayr
 

Warum sollte ich fasten?

Beim Fasten wird entweder komplett auf feste Nahrung verzichtet oder die Nahrungsmittelaufnahme eingeschränkt. “Wieso sollte ich mir das antun?” ist an dieser Stelle eine berechtigte Frage, die sich jedoch relativ schnell mit einem Blick auf die vielen positiven Auswirkungen für den Körper beantworten lässt. Hier einige Beispiele, inwiefern eine Fastenkur Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden verbessern kann:

-    Gewichtsverlust
-    verbesserte Durchblutung
-    Senkung der Blutfettwerte
-    Entlastung der Bandscheiben und Gelenke
-    gestärktes Immunsystem
-    stabilere Darmfunktion
-    Linderung chronischer Beschwerden
-    Sensibilisierung von Geschmacks- und Geruchssinn

Außerdem geht der Körper mit Beginn des Fastens und dem Stopp der Nahrungsaufnahme an seine Nährstoffreserven. So werden eingelagerte Kohlenhydrate, Fettdepots und Vorräte an Eiweiß aus dem Bindegewebe abgebaut und der Körper entwässert. Dieser gesamte Entgiftungsprozess kann auf Hochtouren laufen, da keine Energie mehr für die Verdauung aufgewendet werden muss. Alles konzentriert sich auf den Abbau von angesammelten Giftstoffen.

Frau hält Hände über Kochtopf
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Tipp zum Fasten

Eine der wichtigsten Regeln beim Fasten: Sie müssen mehr Flüssigkeit als normalerweise (1,5 Liter am Tag) zu sich nehmen. Ideal geeignet sind Wasser, Tees, Brühe und Säften. 

 

Welche Fastenkuren gibt es?

Zu den beliebtesten Fastenkuren gehören:

 


Basenfasten – Fasten mit Obst und Gemüse

Beim Basenfasten dürfen Sie nur basische Lebensmittel zu sich nehmen. Obst und Gemüse, einige Nüsse sowie hochwertige Öle sind erlaubt. Dagegen sind Säurebildner tabu. Dazu gehören:

  • Alkohol
  • Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • Eier
  • Fleisch
  • Fisch
  • Milchprodukte
  • Kaffee
  • Süßigkeiten


Außerdem sollten Sie (wie auch bei den anderen Fastenkuren) viel trinken, damit Ihr Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Pro Tag sind zweieinhalb bis drei Liter Wasser oder Kräutertee vorgesehen. Um Ihren Körper erfolgreich zu entsäuern, sollten Sie sich während Ihrer Fastenkur an folgenden Regeln halten – entwickelt von der Begründerin des Basenfastens Sabine Wacker:

1.    Letzte Mahlzeit vor 18 Uhr
2.    Obst und rohes Gemüse nur bis 14 Uhr
3.    So wenig wie möglich, so viel wie nötig
4.    Mehr Gemüse als Obst essen
5.    Nur reifes Obst und Gemüse verwenden
6.    Sie vertragen keine Rohkost? Weglassen!
7.    Gemüse muss knackig und voller Vitamine sein
8.    Maximal drei Gemüsesorten pro Gericht verwenden
9.    Nicht zu viel Würzen
10.  Gründlich kauen (mindestens 30 Mal)

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Für wen ist Basenfasten geeignet? Diese Art des Fastens zählt zu den nährstoffreichen und damit gesundheitlich kaum bedenklichen Fastenkuren.
Ein großer Vorteil: Sie haben nur ein geringes Hungergefühl, da sie feste und vielfältige Nahrung zu sich nehmen. Zudem können Sie innerhalb einer siebentägigen Basenfasten-Kur ein bis vier Kilo verlieren. Allerdings nur, wenn Sie sich strikt an die entsprechenden Regeln halten. Für eine langfristige Ernährung ist das Basenfasten aber ebenso wenig geeignet wie die bereits vorgestellten Fastenkuren, da bei einem dauerhaften Verzicht auf Getreide- und Milchprodukte Mangelerscheinungen auftreten können und ein Muskelabbau unvermeidlich wird.

 

Heilfasten nach Buchinger

Beim Heilfasten nach Buchinger bereiten Sie sich mit ein bis drei Entlastungstagen auf die Fastenkur vor. An diesen Tagen ist ausschließlich leichte Kost (frisches Gemüse und Obst) erlaubt.

Anschließend folgen mindestens fünf Fastentage, an denen Sie komplett auf feste Nahrung verzichten. Sie dürfen nur Wasser, Tee, frisch gekochte Gemüsebrühe oder verdünnte Säfte zu sich nehmen. Bei Schwäche oder Schwindel kann etwas Honig helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Ganz wichtig: Tägliche Bewegung gehört fest zum Fastenprogramm nach Buchinger dazu, um einen Muskelabbau zu vermeiden. Nach der Phase des strengen Fastens folgen die Aufbautage, an denen Sie Ihren Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen. 

Tipp: Bestimmte Tees zum Abnehmen eignen sich besonders gut bei einer Fastenkur. Sie zügeln den Appetit, kurbeln den Stoffwechsel an und sorgen für Energie.

Frau isst Burger und Pommes
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Für wen ist das Heilfasten nach Buchinger geeignet? Heilfasten ist keine dauerhafte Ernährungsform. Der strenge Verzicht auf feste Nahrung ist lediglich für eine begrenzte Zeit vorgesehen, ansonsten gefährden Sie Ihre Gesundheit. Außerdem ist Ihr Körper während der Kur geschwächt, weswegen Sie nicht innerhalb einer anstrengenden Arbeitsphase fasten sollten – lieber im Urlaub oder während ruhigeren Phasen, in denen nicht so viel von Ihnen gefordert wird. Ansonsten ist das Heilfasten allen zu empfehlen, die gesundheitlich dazu in der Lage sind und Ihrem Körper etwas Gutes tun und dabei ein paar Pfunde verlieren wollen. 

 

Intervallfasten: Die Teilzeit-Diät

Beim Intervallfasten geht es nicht darum, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Im Gegenteil, alles ist erlaubt – allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Es gibt verschiedene Methoden, die sich nur hinsichtlich der Zeiträume unterscheiden, in denen gegessen bzw. nicht gegessen werden darf. Das sind die bekanntesten drei Intervallfasten-Arten:

-    8-Stunden-Diät
-    10in2-Diät
-    5:2 Diät

Die 8-Stunden-Diät

Die 8-Stunden-Diät teilt den Tag in 16 Stunden des strengen Fastens und 8 Stunden, in denen Sie essen dürfen, was sie wollen. Doch was bringt es, täglich 16 Stunden lang zu fasten? Anders als vielleicht erwartet, dient diese Phase nicht dazu, Kalorien zu sparen. Vielmehr soll der Körper die Zeit nutzen, um seine Reserven zu plündern und sich selbst zu reinigen. Diese Entschlackung soll den Körper vor Krankheiten schützen und zusätzlich schlank machen.

10in2 Diät

Das Prinzip der sogenannten 10in2-Diät funktioniert ähnlich. Hierbei wird der Mix aus Fasten- und Essperiode allerdings nicht nur auf einen Tag verteilt, sondern auf zwei. Die “1” steht für einen Tag, an dem Sie essen können, wonach es Ihnen beliebt. Darauf folgt eine “0”, die für einen strengen Fastentag steht.

Da das Fasten erst wieder nach dem Schlafen durch das Frühstück am nächsten 1er-Tag gebrochen wird, verzichten Sie insgesamt ca. 36 Stunden und haben 12 Stunden, in denen Sie essen dürfen.

5:2 Diät

Bei dieser Art des Intervallfastens wird an zwei Tagen pro Woche gefastet – ganz egal ob aufeinanderfolgend oder nicht. Sie sollten sich aber für einen Rhythmus entscheiden, damit sich Ihr Körper darauf einstellen kann. An den übrigen fünf Tagen, können Sie essen, worauf Sie Appetit haben. Das Beste an der 5:2 Methode: Anders als bei anderen Kuren müssen Sie an den Fastentagen nicht komplett auf Essen verzichten: Frauen dürfen bis zu 500 Kalorien zu sich nehmen, Männer 100 Kalorien mehr.

Für wen ist das Intervallfasten geeignet? Viele entscheiden sich für das Intervallfasten, weil sie nicht vollständig auf Essen verzichten müssen. Allerdings besteht vor allem zu Beginn der Teilzeit-Diät die Gefahr, in den Nicht-Fasten-Zeiten zu viel zu essen. Wenn Sie aber genügend Disziplin aufbringen, können Sie mit Hilfe des Intervallfastens ohne große Hungerattacken und ohne Jojo-Effekt abnehmen. Vorausgesetzt ihre Gesundheit lässt eine Fastenkur zu.

 

Suppenfasten – Verzicht und trotzdem immer eine warme Mahlzeit

Wie der Name schon verrät, wird auch beim Suppenfasten auf feste Nahrung verzichtet. Stattdessen stehen ausschließlich Suppen auf dem Speiseplan. Im Vergleich zum Heilfasten versorgen die Suppen Ihren Körper aber mit deutlich mehr Nährstoffen.

Dreimal am Tag sind ein bis zwei Teller Suppe erlaubt. Starten Sie Ihren Tag mit einer Haferflockensuppe. Haferflocken enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, regen die Fettverbrennung an und machen zudem noch satt. Zum Mittag- und Abendessen gibt es Gemüsesuppe – am besten aus Kohl, Brokkoli oder anderen ballaststoffreichen Gemüsesorten.

Empfohlen wird eine Fastenzeit von insgesamt zehn Tagen. 

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Für wen ist das Suppenfasten geeignet? Suppenfasten ist für alle, die nicht auf warme Mahlzeiten verzichten wollen, eine gute Alternative. Die Suppen lassen sich sehr gut vorkochen. Diese Fastenmethode ist also unkompliziert und lässt sich gut in den Alltag integrieren.

Allerdings besteht wie auch beim Heilfasten die Gefahr des Muskelverlustes. Außerdem könnte ein Jojo-Effekt bei falscher Ernährungsumstellung nach der Kur eintreten. So hätten Sie zwar Ihren Körper von innen gereinigt, aber der gewünschte Gewichtsverlust bleibt aus bzw. ist nicht von Dauer.

 

Die Milch-Semmel-Kur nach Mayr

Mit einer Dauer von zwei bis vier Wochen zählt die Milch-Semmel-Kur zu den etwas längeren Fastenkuren. Täglich erwarten Sie drei Semmeln und maximal ein halber Liter Milch.

Teilen Sie Milch und Semmeln auf drei Hauptmahlzeiten auf und lassen Sie dazwischen immer eine Pause von mindestens vier Stunden. Zwischenmahlzeiten sind nicht erlaubt. Sie dürfen aber Tee und Wasser trinken.

Ganz wichtig: Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Oberstes Gebot bei Mayr ist es, kleine Bissen zu nehmen und langsam zu kauen. Dieses bewusste, richtige Essen sorgt bereits während der Kur für einen verbesserten Ablauf des anschließenden Verdauungsprozesses. Ein weiteres Plus: Sie nehmen Ihr Sättigungsgefühl früher wahr.

Für wen ist die Milch-Semmel-Kur geeignet? Da es sich bei der Milch-Semmel-Diät um eine gesundheitlich kaum bedenkliche Fastenkur handelt, ist sie prinzipiell für jeden geeignet. Wer häufig von  Verstopfungen, Sodbrennen, Antriebslosigkeit oder Kopfschmerzen geplagt wird, kann sich mit dieser Fastenmethode eine zu hastige Essweise abgewöhnen und ganz nebenbei ein paar Kilos verlieren.

Doch aufgrund der langen Dauer von zwei bis vier Wochen, ist viel Disziplin erforderlich. Wer diese nicht aufbringen kann oder will, sollte sich lieber für eine andere Kur entscheiden.

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