Welche Behandlung hilft bei Kurzsichtigkeit?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Zur Kurzsichtigkeit-Behandlung ist eine Sehhilfe, also eine Brille oder Kontaktlinsen, am wichtigsten. Beides wird vom Optiker angepasst. Praxisvita erklärt, warum das aber auch Nachteile haben kann.

Durch das Tragen einer Brille oder durch Kontaktlinsen wird der Brechungsfehler, der Kursichtigkeit verursacht, jedoch nur korrigiert – um eine Heilung handelt es sich also nicht.

 

Kurzsichtigkeit-Behandlung bei Kindern

Gerade bei Kindern ist das Tragen einer Brille bei Kurzsichtigkeit in der Regel die Standard-Behandlung. Denn Brillen beeinträchtigen die Hornhaut nicht, außerdem können die Gläser problemlos angepasst werden, wenn sich die Sehstärke verändert. Brillen haben bei der Kurzsichtigkeit-Behandlung jedoch auch Nachteile: Bei hoher Dioptrienzahl verkleinern sie das Bild auf der Netzhaut deutlich, und auch das Sichtfeld ist eingeschränkter als mit Kontaktlinsen.

Brille bei Kurzsichtigkeit
Brillen werden in der Kurzsichtigkeit-Behandlung eingesetzt, um den Sehfehler auszugleichen. Die Krankheit heilen können sie aber nicht© Alamy

Kontaktlinsen sind eine weitere Möglichkeit der Kurzsichtigkeit-Behandlung. Sie setzen allerdings einen verantwortungsvollen Umgang voraus, was Tragezeiten und Hygiene betrifft. Für Kinder sind sie daher selten geeignet. Grundsätzlich können zur Kurzsichtigkeit-Behandlung sowohl harte als auch weiche Kontaktlinsen verwendet werden. Viele Menschen bevorzugen weiche Linsen, weil das Auge sie schneller akzeptiert und sie dann nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen werden. Außerdem stehen sie auch als Einweg- oder Monatslinsen zur Verfügung, was viele Kurzsichtige als praktisch empfinden. Bei Einweglinsen lässt sich die notwendige Hygiene zum Beispiel besser erreichen. Auf der anderen Seite sind harte Linsen jedoch besser für das Auge, weil sie auf dem Tränenfilm schwimmen und die Hornhaut eigentlich nicht berühren. Es dauert jedoch länger, bis die Betroffenen bei Kurzsichtigkeit diese Form der Behandlung nicht mehr spüren, und sich die Augen an die harten Kontaktlinsen gewöhnt haben (anfangs werden sie als Fremdkörper empfunden und die Augen tränen und schmerzen etwas).

 

Regelmäßige Augenarztkontrollen sind wichtig

In beiden Fällen ist es wichtig, parallel eine Brille zu besitzen und die Möglichkeiten, die sich bei Kurzsichtigkeit für die Behandlung bieten, zu variieren. Denn bei Kontaktlinsen sollten Sie auch Tragepausen einlegen. Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt Pflicht. Augenärzte empfehlen, mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle zu kommen – bei Augenproblemen häufiger. Auch bei sehr hoher Dioptrienzahl empfiehlt der Arzt eventuell kürzere Intervalle. Bei einer Kurzsichtigkeit sollten Sie sich für die Wahl der Therapie auch nach den Preisen erkundigen, weil die Krankenkassen nur festgelegte Sätze zahlen und austauschbare Linsen daher teuer werden können.

Für manche Menschen sind sowohl Brillen als auch Kontaktlinsen schwierig, weil sie zum Beispiel in einem Beruf arbeiten, der mit einer hohen Staubentwicklung verbunden ist. Dann eignet sich unter Umständen für die Kurzsichtigkeit-Behandlung das Verfahren der Orthokeratologie. Dabei trägt der Patient nachts spezielle Linsen, die hoch sauerstoffdurchlässig sind und die Hornhaut abflachen und so den Brechungswert verändern. Dieses Prinzip hält tagsüber noch für einige Stunden an, sodass die Betroffenen ohne weitere Sehhilfe auch in der Ferne scharf sehen können. Ein Ausgleich ist jedoch nur für niedrige Dioptrienzahlen möglichen. Außerdem ist es bei dieser Form der Kurzsichtigkeit-Behandlung wichtig, dass ein Arzt den Verlauf engmaschig kontrolliert.

Bei Kurzsichtigkeit sind auch bestimmte Operationen mögliche Formen der Behandlung. Bei geringer Dioptrienzahl kann ein Spezialist die Hornhaut mit einem Laser abflachen, um die Brechung zu verbessern. Dafür werden verschiedene Verfahren eingesetzt.

 

Bei Kurzsichtigkeit helfen diese Laser-Verfahren bei der Behandlung

  • Laser in Situ Keratomileusis (LASIK): Mit einem Hobel wird die oberste Hornhautschicht quasi abgeschnitten und zur Seite geklappt. Danach entfernt der Arzt mit einem Laser soviel von der nächsten Hornhautschicht, bis die gewünschte Brechungskraft erreicht ist. Dann klappt er die oberste Schicht zurück, die von selbst wieder anwächst.
  • Die Femto-LASIK läuft im Prinzip wie die normale LASIK ab. Die oberste Hornhautschicht wird hier nur nicht mit einem mechanischen Hobel entfernt, sondern mit einem speziellen Laser, dem Femtosekundenlaser.
  • Laser-epitheliale Keratomileusis (LASEK): Anders als bei der LASIK, wird hier nicht die oberste Hornhautschicht als Deckel zur Seite geklappt, sondern nur eine dünne Gewebeschicht (Epithel) mit Alkohol vorsichtig gelöst und zur Seite geschoben, bevor der Abtrag der Hornhaut erfolgt. Vereinfacht gesagt, kommt das Gewebe im Anschluss wieder an seinen ursprünglichen Platz und dient als natürlicher Wundverband. Diese Methode ist bei Kurzsichtigkeit besonders gut zur Behandlung geeignet, wenn die Hornhaut dünn ist.
  • Epitheliale Laser in situ Keratomileusis (Epi-LASIK): Das Verfahren ist das Gleiche wie bei der LASEK. Der Abtrag des Gewebes erfolgt jedoch mit einem Hobel.
  • Photorefraktive Keratektomie (PRK): Dieses Verfahren zur Kurzsichtigkeit-Behandlung gilt als Urform des Augenlaserns, wurde aber durch die modernen Möglichkeiten abgelöst. Denn beim PRK wird ebenfalls das Deckgewebe entfernt, im Anschluss aber nicht mehr verwendet. Das Risiko für Komplikationen ist daher erhöht.
Kurzsichtigkeit Behandlung
Die Laser-Operation kann eine Kurzsichtigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit korrigieren© Fotolia
 

Kurzsichtigkeit-Behandlung durch eine Operation

Für hohe Dioptrienwerte gibt es bei Kurzsichtigkeit ebenfalls operative Behandlungen. Dabei pflanzt der Arzt eine künstliche Linse zur Korrektur ins Auge ein, vor die eigene Linse, oder er tauscht sogar die natürliche Linse aus.

Diese Möglichkeiten für die Kurzsichtigkeit-Behandlung werden inzwischen sehr häufig angewandt. Patienten müssen sich jedoch im Klaren darüber sein, dass Operationen immer mit Risiken verbunden sind, etwa einer Schädigung des Auges oder einer Verschlechterung der Sehfähigkeit. Außerdem gibt es speziell beim Lasern keine Garantie dafür, dass der Brechungsfehler vollständig behoben werden kann. In der Regel werden jedoch sehr gute Ergebnisse erzielt.

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