Welche Behandlung hilft bei einer depressiven Verstimmung?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Welche Therapie die richtige ist, hängt von der Ursache des Stimmungstiefs ab. Meist empfiehlt sich ein umfassendes Therapie-Konzept. Kurz gesagt: Setzen Sie auf viele Aktivitäten, die Ihnen gut tun!

 

Werden Sie im Anfangsstadium einer depressiven Verstimmung aktiv

Bei einer depressiven Verstimmung im Anfangsstadium reicht es meist, selbst aktiv zu werden, um die seelische Balance wiederzugewinnen. Besserung versprechen unter anderem:

  • Sport und Bewegung
  • Entspannung, zum Beispiel mittels Meditations- und Atemübungen
  • Gespräche und soziale Kontakte
  • ausreichend Licht, etwa durch Nachmittagsspaziergänge
  • eine vollwertige Ernährung
  • ein gutes Zeit- und Selbstmanagement als Schutz vor Überlastung
  • genügend Freizeit für spannende und/oder ausgleichende Hobbys
Frau vor Lichtlampe
Lichttherapie: Wohltuend und eine wirksame Behandlungsmöglichkeit gegen eine depressive Verstimmung© Corbis Germany
 

Geprüfte pflanzliche Arzneimittel als Unterstützung bei Behandlung

Bei einer leichten depressiven Verstimmung empfiehlt der Arzt häufig zur Behandlung auch Johanniskraut-Präparate mit den Wirkstoffen Hyperforin und Rutin. Sie zeichnen sich in der Regel durch eine gute Verträglichkeit aus und können eine Alternative zu chemisch-synthetischen Medikamenten sein. Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber der Sonne tritt bei der Einnahme dieser Präparate nur in sehr seltenen Fällen auf. Bei sehr schweren vorübergehenden depressiven Störungen darf das Medikament allerdings nicht eingenommen werden, da es seine Wirksamkeit über etwa zwei Wochen aufbaut. Außerdem darf es nicht gemeinsam mit folgenden Wirkstoffen angewendet werden:

  • Ciclosporin
  • Tacrolimus
  • Indinavir und anderen Protease-Hemmstoffen in der Anti-HIV ("AIDS")-Behandlung
  • Irinotecan, Imatinib und anderen zellwachstumshemmenden Medikamenten in der Krebsbehandlung
  • anderen Antidepressiva

Zu beachten: Viele Hersteller bieten verschiedene Johanniskraut-Präparate an, aber hier können im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Medikamenten große Unterschiede in der Wirkstoffmenge und Qualität bestehen. Die zugelassenen Produkte anerkannter Hersteller (z.B. Neuroplant® Aktiv, rezeptfrei in der Apotheke) sind durch eine garantiert immer gleiche Wirkstoffmenge und -qualität zuverlässige Helfer.

 

In Wintermonaten hilft Lichttherapie

Vor allem in den Wintermonaten kann eine Lichttherapie die Beschwerden bessern und stellt eine gute Behandlungsmöglichkeit bei einer depressiven Verstimmung dar. In der Regel schaut der Patient kurz nach dem Aufstehen für maximal eine Stunde in eine Tageslichtlampe (im Handel erhältlich). Das Licht hemmt die Melatonin-Produktion, ein Hormon, das Müdigkeit fördert.

 

Pflanzliche Arzneimittel bei schwerer depressiver Verstimmung

Geht eine depressive Verstimmung mit einer mittleren oder schweren Depression einher, ist eine fachärztliche Behandlung sinnvoll. Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend. Es gibt verschiedene Gruppen und Untergruppen von Antidepressiva, zum Beispiel trizyklische Antidepressiva (sogenannte nicht selektive Monoamin-Wiederaufnahme-Hemmer/NSMRI, wie die Wirkstoffe Amitryptilin und Doxepin), tetrazyklische Antidepressiva (Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten, wie Maprotilin), MAO-Hemmer (wie Moclobemid), selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, zum Beispiel die Wirkstoffe Citalopram und Fluoxetin) sowie selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI, wie Duloxetin). Eine dauerhafte Behandlung mit Antidepressiva ist aufgrund zum Teil schwerer Nebenwirkungen in den meisten Fällen jedoch nicht ratsam.

 

Medikamente und Psychotherapie als Behandlungsmöglichkeit

Auch eine Psychotherapie kann bei einer depressiven Verstimmung sinnvoll sein. Häufig ist eine Kombination aus Antidepressiva und einer sogenannten Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) oder anderen Therapieform (Tiefenpsychologie, Interpersonelle Therapie) die beste Behandlungsmöglichkeit.

Liegen andere Erkrankungen vor, die eine depressive Verstimmung verursachen, steht die Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund. Ist beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion Ursache der gedrückten Stimmung, lässt sie sich durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen behandeln.

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung einer depressiven Verstimmung in drei Dimensionen aus:

  • biologisch: Stoffwechselstörungen des Gehirns werden durch (Natur-)Medikamente behandelt
  • sozial: Soziale Auslöser werden (gemeinsam mit einem Therapeuten) abgemildert
  • psychologisch: Psycho- oder Verhaltenstherapie beziehungsweise alternative Therapieformen.
Vorbeugung
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