Weitere Studie bestätigt: Keine Verbindung zwischen Impfung und Autismus

Rasmus Cloes Medizinredakteur
Kind wird geimpft
Auch bei Kindern mit hohem Risiko: Impfungen stehen nicht mit Autismus in Verbindung © Fotolia

Wenn ein Kind Autismus hat, dann ist auch das Risiko seiner Geschwister deutlich erhöht. Forscher wollten jetzt wissen, wie sich eine Impfung auf diese leicht identifizierbare Hochrisikogruppe auswirkt. Das Ergebnis sollte Eltern beruhigen.

Die eindeutigen Auslöser von Autismus sind immer noch unklar. Eins lässt sich jedoch sicher sagen: Impfungen sind es nicht. Was schon viele wussten, hat jetzt eine weitere Studie bestätigt, die vor Kurzem in der Fachzeitschrift JAMA – Journal of the American Medical Association veröffentlich wurde. Sie untersuchte die Verbindung zwischen dem MMR-Impfstoff (Masern, Mumps und Röteln) und Autismus bei Kindern mit erhöhtem Risiko für die Krankheit.

„Übereinstimmend mit Studien in anderen Bevölkerungsgruppen konnten wir keine Verbindung zwischen der MMR-Impfung und Autismus finden“, so die Autoren der Studie, die 95.000 Kinder berücksichtigt. „Wir fanden auch keinen Hinweis darauf, dass eine oder zwei Dosen des MMR-Impfstoffs mit einem erhöhten Autismus-Risiko bei Kindern, deren ältere Geschwister an Autismus leiden, einherging.“

 

Gefälschte Studie als Ursache

Warum noch immer solche Untersuchungen durchgeführt werden müssen, liegt an einer Studie, die der britische Arzt Dr. Andrew Wakefield im 1998 publizierte. Darin beschrieb er eine Verbindung zwischen Autismus und dem MMR-Impfstoff. Später kam heraus, dass ihm ein Anwalt Geld geboten hatte, damit Wakefield die Studie fälscht. Der Anwalt wollte damit die Ansprüche einer Familie mit einem autistischen Kind gegenüber einem Impfstoffhersteller rechtfertigen. Obwohl die Studie schnell als Fälschung entlarvt werden konnte und Wakefield seine Lizenz verlor, hält sich das Gerücht bis heute.

Hamburg, 22. April 2015

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