Weißdorn - Hilfe fürs Herz

Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass der Weißdorn sie vor bösen Geistern beschützt. Eine solche Wirkung ist wissenschaftlich schwer nachzuweisen. Seine positive Wirkung auf das Herz ist hingegen bewiesen.

Weißdorn kann die Durchblutung der Herzkranzgefäße verbessern
Weißdorn kann die Durchblutung der Herzkranzgefäße verbessern© Fotolia
 

Weißdorn: Anwendung und Heilwirkung

Definition Weißdorn

Bezeichnung: Crataegus laevigata Familie: Rosengewächse (Rosaceae) Gattung: Weißdorne (Crataegus)

Als moderner Spezialextrakt wird Weißdorn bei beginnender und leichter Herzschwäche eingesetzt. Bei Symptomen wie rascher Ermüdbarkeit und Kurzatmigkeit als Folge nachlassender Herzleistung entsprechend Stadium II nach NYHA betrachtet die Kommission E (BGA/BfArM) den Einsatz von Spezialextrakten aus Blättern und Blüten des Weißdorns als möglich.

Der Wirkstoff im Weißdorn erhöht die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels. Er verbessert die Durchblutung von Herzkranzgefäßen und Herzmuskel. Weißdornpräparate müssen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

 

Im Weißdorn enthaltene Wirkstoffe

Weißdornblüten: Flavonoide (Flavonole wie Hyperosid und Flavone, oligomere Procyanidine, Kaffeesäurederivate und Triterpensäuren).

Weißdornblätter mit Blüten:  Flavonoide, Flavonol- und Flavonglykoside, oligomere Procyanidine, Phenolcarbonsäurederivate und Triterpensäuren wie die Crataegolsäure und Ursolsäure

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Weißdorns erstreckt sich über weite Teile Mitteleuropas. Er wächst in Laubwäldern und edellaubholzreichen Wäldern. Sonnige Standorte und kalkhaltige Böden werden von ihm dabei bevorzugt.

 

Botanik

Lebensmittel die Herzrhythmusstörungen vorbeugen
Wer regelmäßig Weißdornextrakt zu sich nimmt, kann Herzrhythmusstörungen mildern oder sogar ganz verhindern © shutterstock

Der Weißdorn hat einen recht knorrigen Wuchs, gewöhnlich als Busch oder kleiner Baum und erreicht eine Höhe von zwei 2 bis 10 Metern. Die Äste sind dornenbewehrt, die Blätter gelappt. Der Weißdorn hat tausende Blüten, die klein und weiß sind. Hiervon heben sich die leuchtend roten reifen Früchte ab, die bis zu 5 Kerne enthalten. Der Weißdorn kann mehrere hundert Jahre alt werden. Es gibt verschiedene Weißdornarten, die sich nach der Zahl der Griffel in der Blüte unterscheiden.

 

So wird Weißdorn auch genannt

Mehldorn, Hagedom, Heckendorn, Weißheckdorn, Mehrbeerbaum, Zaundorn

Wissenswertes über den Weißdorn

Der Weißdorn war die Heilpflanze des Jahres 1990 (Heilkräuterfreunde Deutschlands).

Bereits im Mittelalter wurden dem Weißdorn besondere Kräfte zugesprochen. Er galt nicht nur als Heilmittel bei verschiedenen Krankheiten, sondern auch als Schutz vor bösen Geistern. Zum Schutz vor Fremden und wilden Tieren pflanzte man Weißdornhecken rund um das eigene Grundstück. Auch darüber hinaus fand der Weißdorn ganz praktische Verwendung. Aus dem harten und witterungsbeständigen Holz wurden Werkzeugteile und andere Gebrauchsgegenstände gefertigt. Die Weißdornfrüchte wurden teils als Kaffeeersatz getrunken, teils eingekocht.

Daneben herrschte aber auch der Aberglauben, wer sich an einem Weißdorn steche, würde in einen tiefen Schlaf fallen. So »verdankten« etwa Merlin und Dornröschen ihren Zauberschlaf dem Weißdorn.

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