Weil ihr Hund starb – Frau in Notaufnahme eingeliefert

Redaktion PraxisVITA
Verabschiedung des Haustiers
Der Tod des Haustiers kann medizinisch schwere Folgen für den Besitzer mit sich bringen © iStock

Meha war ein Yorkshire Terrier. Ihr Frauchen liebte sie sehr – und als die Hündin starb, brach das Herz der 62-Jährigen. Sie erlitt ein sogenanntes Broken Heart Syndrom. Wie der Tod eines Haustiers zu einem medizinischen Notfall führen kann.

„Ich war nahezu untröstlich“, sagt Joanie Simpson. „Es hat mich wirklich sehr, sehr schwer getroffen.“ Der kleine Yorkshire Terrier Meha war wie eine Tochter für die Pensionärin aus Texas. Die Hündin liebte es, in den Swimming Pool zu springen und wenn Simpson und ihr Mann grillten, bekam sie ihren eigenen Hamburger.

Doch die neunjährige Meha litt an einer Herzschwäche und es ging ihr immer schlechter. Schließlich beschloss Simpson, das Tier einschläfern zu lassen. Am Tag des Termins ging es Meha aber so gut, dass sie den Termin wieder absagte. Am nächsten Tag starb die Hündin – qualvoll. „Es war so entsetzlich, das mit ansehen zu müssen“, erinnert sich Simpson.

 

Was ist das Broken Heart Syndrom?

Kurze Zeit später wurde die 62-Jährige mit starken Schmerzen in der Brust per Hubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte dort waren auf die Ankunft eines Herzinfarkt-Patienten vorbereitet, denn Simpsons Symptome deuteten genau darauf hin.

Doch die Untersuchungen in der Klinik zeigten keinerlei verstopfte Arterien. Simpson hatte keinen Herzinfarkt – sie litt am sogenannten Broken Heart Syndrom. Anders als bei einem Infarkt sind dabei die Herzkranzgefäße nicht verstopft. Stattdessen ist der Herzmuskel ballonförmig verformt und dabei so sehr verengt, dass er nicht mehr genug Blut in den Körper pumpen kann. Das Broken Heart Syndrom wird durch ein „gebrochenes Herz“ ausgelöst – beispielsweise, wenn ein geliebter Mensch stirbt.

 

So schwer kann der Tod eines Haustiers wiegen

Dass auch der Tod eines Haustiers das Herz extrem stressen kann, zeigt Simpsons Fall eindrücklich. Mehas Tod war nicht der einzige stressauslösende Faktor in ihrem Leben – weitere private Probleme gingen ihm voraus. Doch er war der Auslöser der Attacke, da ist sich die Texanerin sicher.

 

Wie die Anwesenheit von Tieren die Gesundheit verbessern kann

Haustiere haben sowohl auf die physische als auch die psychische Gesundheit einen positiven Einfluss. Bereits die Anwesenheit und das Streicheln des geliebten Vierbeiners tun dem Menschen gut: US-Forscher der State University of New York in Buffalo konnten in einer Studie nachweisen, dass ein Haustier den Blutdruckanstieg in einer Stresssituation vermindert. Außerdem beruhigt sich der Puls und eine Endorphin-Ausschüttung hebt die Stimmung. Die Haustierhalter reagieren entsprechend gelassener auf Stress und sind entspannter. Vor allem in belastenden Akutsituationen können Tiere eine sehr große Hilfe sein.

Egal ob man mit dem Hund spazieren geht, der Katze beim Spielen zusieht oder Fische im Aquarium beobachtet – all diese Dinge helfen Menschen den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und abzuschalten. Tiere, die in einem Käfig, Terrarium, Aquarium oder ähnlichem gehalten werden, haben allerdings einen geringeren Einfluss auf die Endorphin-Ausschüttung als ein Hund oder eine Katze. Denn: streicheln wir unser Haustier, setzt das Glücks- und Wohlfühl-Hormone frei und unser Immunsystem wird gestärkt.

Die kleine Meha war für Joanie Simpson aber nicht nur ein „Gesundmacher auf vier Pfoten“, sondern ihre beste Freundin. Ein solch großer Verlust kann einem nicht nur sprichwörtlich das Herz brechen.

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