Weihrauchöl: Geniales Mittel bei Bronchitis und Co.

Redaktion PraxisVITA

Weihrauch ist bereits seit Jahrtausenden im Gebrauch. Hierzulande wird er meist mit der Kirche bzw. Religion in Verbindung gebracht. Dabei ist er auch ein beliebtes Heilmittel.

Flasche mit Weihrauch-Öl
Weihrauch-Öl hat sich als altbewährtes Mittel zum Beispiel bei einer Bronchitis bewährt Foto:  istock/Madeleine Steinbach
Inhalt
  1. Weihrauch und sein Hintergrund
  2. Produktion von Weihrauchöl
  3. Wirkung und Anwendungsgebiete von Weihrauchöl
  4. Weihrauchöl als Heilmittel gegen Krebs?
  5. Weihrauchöl kaufen
  6. Anwendung von Weihrauchöl
  7. Risiken von Weihrauchöl

Die Natur bietet ein breites Spektrum an verschiedenen ätherischen Ölen, die Körper und Geist beflügeln. Weihrauchöl hört sich zwischen den vielen lieblichen Düften von Rose, Ylang-Ylang und Co. fast schon wie ein Außenseiter der Aromatherapie an. Doch seine wohltuende Wirkung könnte den für manche Menschen gewöhnungsbedürftigen Geruch glatt in den Hintergrund rücken.

 

Weihrauch und sein Hintergrund

Weihrauch wird weitestgehend eine spirituelle und religiöse Bedeutung zugeschrieben. Er wurde schon von den alten Ägyptern für kultische Zwecke genutzt und gewann seit Mitte des ersten Jahrtausends in verschiedenen Religionen an Bedeutung. Auch heute ist sein balsamischer, harziger und würziger Duft besonders Kirchgängern bekannt – doch bei diesem scheiden sich die Geister. Wer den speziellen Geruch des “Heiligen Räucherwerks” zu schätzen weiß, dürfte sich auch über die wohltuende Wirkung seines Öls freuen.

Foto: iStock
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Produktion von Weihrauchöl

Der Weihrauchbaum gehört zur Familie der Balsambaumgewächse (Gattung Boswellia). Weihrauchöl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation aus dem Harz des Weihrauchbaums. Hierfür kann das Harz von verschiedenen Arten der Boswellia genutzt werden und hat je nachdem einen leicht unterschiedlichen Harztyp.

Die Produktion von Weihrauch dauert mehrere Monate. Sie findet überwiegend in Somalia, aber auch im Sudan, in Arabien, Eritrea und Äthiopien statt. An jedem Weihrauchbaum wird mehrfach Harz geerntet. Je später die Ernte, desto reiner und besser ist die Qualität des Harzes. Von Letzterem werden übrigens bis zu 20 Kilogramm benötigt, um einen Liter Weihrauchöl zu erhalten.

 

Wirkung und Anwendungsgebiete von Weihrauchöl

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie wirklich den Verdacht auf eine Krankheit haben oder eine Erkrankung behandeln wollen, suchen Sie vor der Nutzung eines ätherischen Öls bitte einen Arzt auf.

Indisches Weihrauchöl

Weihrauchöl gilt tatsächlich schon seit Jahrtausenden als Allheilmittel und kommt unter anderem in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda – zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen – zum Einsatz. Heute wird es aufgrund seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkung als Inhalationsmittel bei Bronchitis oder Reizhusten genutzt. Das ätherische Öl wird aber auch zur Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder von Wunden, Geschwüren und entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Gicht und Arthritis angewendet.

Weihrauchöl aus dem Jemen

Um dem Körper etwas Gutes zu tun, wird gewöhnlich Weihrauchöl aus dem Jemen genutzt. Dieses Öl enthält sehr viele der sogenannten Terpene. Diese chemischen Verbindungen werden von Pflanzen produziert und gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sekundären Pflanzenstoffen wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Das ätherische Öl aus dem Jemen wird wegen seiner durchblutungsfördernden, entzündungshemmenden, schmerzstillenden und immunstärkenden Wirkung eingesetzt.

Weihrauchöl aus Eritrea und Äthiopien

Weihrauchöl aus Eritrea und Äthiopien, das einen weichen und süßlicheren Duft aufweist, wird bei psychischen Beschwerden verwendet. Aufgrund seiner Leitsubstanz namens Octylacetat hat es eine stark entspannende und stresslösende Eigenschaft.

Hinweis: Im Europäischen Arzneibuch ist nur indischer Weihrauch (Boswellia serrata) zur Behandlung von Rheuma und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen anerkannt.

 

Weihrauchöl als Heilmittel gegen Krebs?

Besonders interessant ist der Einsatz von Weihrauchöl in der Krebsbehandlung. Laut dem Fachbuch “Poweröle kompakt: Die 22 besten ätherischen Öle der Aromatherapie” gibt es inzwischen einige Studien, “die eine direkte und gezielte Wirkung gegen allerlei menschliche Krebszellen durch alle drei Weihraucharten beweisen”. Hierzu zählen die Boswellia sacra aus dem Oman, Jemen und Äthiopien, die Boswellia carterii aus Somalia und die Boswellia serrata aus Indien. So soll das Weihrauchöl gezielt Krebszellen abgetötet haben, während die gesunden Zellen unberührt blieben.

Weihrauch spielt bei der Krebsforschung schon lange eine große Rolle, besonders die Wirkung bei Hirntumoren steht hierbei im Fokus. “CAM-Cancer”, ein Projekt zu alternativen Krebstherapien, hob allerdings 2015 hervor, dass nach wie vor keine gesicherten Aussagen über die Wirkung von Boswellia-Extrakten bei Krebspatienten gemacht werden können. Auch wenn es Hinweise darauf gibt, dass diese Extrakte Hirnödeme bessern könnten, ist die Beweislage bisher noch zu gering.

 

Weihrauchöl kaufen

In Deutschland sind weihrauchhaltige Präparate nicht als Arzneimittel zugelassen. Allerdings können Sie in Apotheken oder Drogerien Alternativen wie entsprechende Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte wie Weihrauchbalsam oder homöopathische Zubereitungen kaufen. Das Harz selbst ist zwar in Form von Klumpen oder Körnern erhältlich, jedoch nur zum Verräuchern vorgesehen und darf nicht eingenommen werden. Weihrauchhaltige Fertigarzneimittel lassen sich lediglich über eine Apotheke aus dem Ausland importieren.

 

Anwendung von Weihrauchöl

Aromatherapie

Unverdünnt kann Weihrauchöl in Verdampfern oder Duftlampen zur Aromatherapie eingesetzt werden. Sollten Sie keine Aromalampe besitzen, können Sie auch etwas heißes Wasser in eine Schale füllen, ein paar Tropfen des Öls hinzufügen und verdampfen lassen.

Badezusatz

Zudem lässt sich das ätherische Öl bei Nervosität oder Hautproblemen sowie Atemwegsbeschwerden als Badezusatz verwenden, indem einige Tropfen in das einlaufende Wasser gegeben oder unter den Badezusatz gemischt werden.

Massage

Eine Massage mit Weihrauchöl fördert das Wohlbefinden auf verschiedenen Ebenen. Während der spezielle Duft in die Luft aufsteigt, können Geist und Körper entspannen – mit einer Massage können aber auch Hautprobleme oder rheumatische Schmerzen behandelt werden. Mischen Sie hierfür eine großzügige Menge an Tropfen unter ein Pflegeöl Ihrer Wahl. Ähnlich funktioniert es auch bei der Hautpflege mit Cremes – um unreine oder müde Haut zu behandeln, einfach ein paar Tropfen in Ihre Pflegecreme geben und wie gewohnt anwenden.

Kompression, Inhalation, Mundspülung

Während Weihrauchöl auch bei Kompressen oder zur Inhalation bei Atemwegsbeschwerden angewendet werden kann, darf es laut dem Buch  “Weihrauch und seine heilende Wirkung” auch oral eingenommen werden – zum Beispiel als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen. Auch hierfür ein paar Tropfen ins Mundwasser geben, gut umrühren und den Mund damit ausspülen.

 

Risiken von Weihrauchöl

Obwohl es in der Regel gut vertragen wird, kann es bei der Anwendung von Weihrauchöl in seltenen Fällen zu lokalen Hautreaktionen, Durchfall oder Übelkeit kommen. Da Allergien bei ätherischen Ölen grundsätzlich nie ausgeschlossen werden können, empfiehlt es sich, vorab einen Pricktest (Allergietest beim Arzt) zu machen. Alternativ können Sie selbst einen Allergietest durchführen, indem Sie das Weihrauchöl auf die Innenseite des Unterarms tropfen und die Stelle mit einem Pflaster abdecken – sollten im Zeitraum von einem Tag keine Hautreaktionen aufgetreten sein, ist die äußerliche Anwendung normalerweise unbedenklich.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es sich um reines Weihrauchöl handelt, das nicht gestreckt wurde oder durch den Anbau der Rohstoffe sowie Extraktionsverfahren schädliche Verunreinigungen enthält.

Weihrauchöl: Fazit

Weihrauchöl ist aufgrund seines speziellen Geruchs vielleicht nicht für jedermann, doch ist man erst einmal auf den Geschmack gekommen, kann man seine Wirkung voll und ganz genießen. Seine entspannende Eigenschaft tut besonders der Psyche gut, während seine entzündungshemmenden, antibakteriellen und schmerzlindernden Eigenschaften dem Körper zugutekommen. Beim Einsatz als alternative Behandlungsmethode einer schwerwiegenden Erkrankung ist allerdings Vorsicht gefragt – sprechen Sie sich hierfür unbedingt mit einem Arzt oder Experten ab.

Quellen:

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