Weihnachtsbaum-Syndrom: Diese Gesundheitsgefahren drohen

Er gehört zu Weihnachten in jedes Haus: der Tannenbaum. Schön geschmückt und mit Lichtern verziert begleitet er die Menschen durch die Feiertage. Doch für manche von ihnen kann das gesundheitlich bedenklich sein: Sie leiden unter dem Weihnachtsbaum-Syndrom. Was das ist und wie man sich schützen kann. 

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Nach einem neuen Corona-Jahr freuen sich die meisten Menschen auf ein entspanntes und fröhliches Weihnachtsfest. Doch was, wenn man beim Anblick des festlich geschmückten Baumes niesen, schniefen oder sich die Augen jucken muss? Es könnte am so genannten Weihnachtsbaum-Syndrom liegen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) warnt jetzt: Bestimmte Weihnachtsbäume und -Dekoration können Gefahren für die Gesundheit bergen.

Weihnachtsbaum-Syndrom: Gesundheitsgefahr wegen giftiger Stoffe

Laut DAAB sind viele herkömmliche Nadelbäume mit Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden und Flammschutzmitteln behandelt. Die Pflanzenschutzmittel sollen die Bäume vor dem Befall von Insekten, Pilzen und ähnlichem bewahren. 

Laut einer Studie der New Yorker Upstate Medical University aus dem Jahr 2011, auf die der DAAB verweist, wurden in Tannenbäumen 53 verschiedene Schimmelpilzarten gefunden – unter anderem gegen sie sollen die Mittel wirken. 

Doch die chemischen Substanzen zerstören die Artenvielfalt und sind auch für Menschen nicht unbedenklich. So stellen sie eine Gefahr für Allergiker und Asthmatiker dar, denn diese Stoffe können Haut, Schleimhaut, Augen und Atemwege reizen.

Plastikbäume sind keine gesunde Alternative

Wer nun denkt, dass Tannen aus Kunststoff die Lösung sein könnten, irrt sich:  Der DAAB bezeichnet auch diese als „nicht ohne“, denn die künstlichen Bäume sind häufig mit PVC, Blei und anderen schädlichen Metallen belastet. Zudem kann sich auf Plastiktannen Staub absetzen, der allergische Reaktionen bei empfindlichen Menschen hervorrufen kann.

Gesundheitsgefahr auch bei Weihnachts-Deko

Früher war vielleicht mehr Lametta. Aber heute weiß man, dass die Glitzerdeko aus Stanniol gesundheitsschädlich ist, da sie Blei enthält. Der DAAB warnt zudem vor den schönen bunten Anhängern, in ihnen stecken oft Weichmacher, Formaldehyd oder Azofarbstoffe. Schnee- und Glitzersprays wiederum enthalten Lösungsmittel. All diese Stoffe können vor allem für Allergiker und Asthmatiker gefährlich sein. Doch mit den richtigen Tipps müssen auch sie nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten.

Tipps für fröhliches Feiern ohne Weihnachtsbaum-Syndrom

Um Reizungen und allergische Reaktionen durch den Tannenbaum oder den Baumschmuck zu vermeiden, rät der DAAB zu diesen Maßnahmen:

  • Nur Tannen aus biologischem Anbau verwenden, denn sie enthalten keine Giftstoffe. Hierbei auf das Bio- bzw. FSC-Siegel oder auf das neue Siegel „100% Naturbaum“ achten.
  • Vor dem Aufstellen den Baum abduschen, zum Beispiel mit einem Gartenschlauch: So werden etwaige Schimmelsporen abgewaschen. 
  • Den Baum nicht zu lange im Wohnzimmer stehen lassen, denn nach 2 Wochen wächst die Zahl der Schimmelsporen rasch. Dazu regelmäßig gut lüften.
  • Den Baumschmuck selbst machen, etwa aus Stroh, Papier, Filz, Wolle, Salzgebäck oder Schokolade.
  • Kein Lametta, Schnee- oder Glitzerspray benutzen.
  • Zu ökologischen Kerzen ohne Paraffinzusatz greifen, sie sind aus Pflanzenstearin, Soja oder Bienenwachs. Kleine Rußpartikel beim Abbrennen können zu Husten oder Atembeschwerden führen, hier rät der DAAB zu einer kurzen Brenndauer und anschließendes Lüften. Auch elektrische Kerzen sind eine Alternative.

Mit diesen Tipps können sich auch empfindliche Personen über einen schönen Tannenbaum freuen und brauchen sich wegen dem Weihnachtsbaum-Syndrom keine Sorgen mehr zu machen.