Weiblicher Sexualtrieb – Anti-Baby-Pille dämpft Lust nur in fester Beziehung

Pille dämpft die Lust der Frau auf Sex
Frauen, die während einer Beziehung mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille beginnen, laufen Gefahr, ihren Partner plötzlich nicht mehr anziehend zu finden © Fotolia

Die Anti-Baby-Pille reduziert – entgegen weitläufiger Meinungen – nicht grundsätzlich die Lust auf Sex bei Frauen. Forscher der Universität Stirling bei Glasgow zeigten nun, dass der weibliche Sexualtrieb von der Pille nur dann beeinflusst wird, wenn mit ihrer Einnahme während einer bestehenden Beziehung begonnen wurde. Praxisvita kennt die wichtigsten Fakten.

Die einfache Erklärung der Wissenschaftler für das Phänomen lautet so: Beginnt eine Frau während einer Beziehung mit der Einnahme der Pille, verändern die verabreichten Hormone das vorher geltende Ideal der jeweiligen Frau von einem Sexual-Partner. Auf diese Weise mindert sich schließlich der Sexualtrieb der Frau. Gleiches gilt für den Fall, dass eine Frau während einer Beziehung die Einnahme der Pille absetzt. In beiden Fällen bewirken die Änderungen im Hormonhaushalt der Frau auch eine Änderung der sexuellen Wahrnehmung des Partners.

Studienleiter Craig Roberts nennt es eine erstaunliche Entdeckung, dass der Zusammenhang zwischen Einnahme der Anti-Baby-Pille und dem jeweiligen Beziehungsstatus ,,einen größeren Einfluss auf die sexuelle Zufriedenheit von Frauen hat, als lediglich die Frage: Pille oder nicht Pille.“

Die Studie wurde in dieser Woche in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht.

 

Alternative Verhütungsmittel als potentielle Beziehungsretter?

In Deutschland verhüten in etwa 30 Prozent aller Frauen im zeugungsfähigen Alter mit der Pille. Für den Fall, dass Ihnen jetzt die hormonelle Gefahr der Anti-Baby-Pille für die eigene Beziehung zu groß ist, hat Praxisvita sinnvolle Alternativen.

Eine gern genutzte Alternative zur Pille sind in Deutschland der Vaginalring und die sogenannte Drei-Monats-Spritze. Beide Varianten verhüten aber mit den gleichen Hormonen wie die in der Studie untersuchte Anti-Baby-Pille, weswegen sie wahrscheinlich auch die gleichen ‚Nebenwirkungen’ für die sexuelle Verlockung fester Partner haben sollten.

Wenn Sie während einer Beziehung mit der Verhütung beginnen möchten, sind neuartige Verhütungs-Schirmchen eine sichere Alternative . Bei dieser Variante werden zwar auch Hormone an den Körper abgegeben, da sie aber direkt an die Gebärmutter freigesetzt werden, gelangt nur ein Bruchteil in den Blutkreislauf. Durch die rein lokale Hormonabgabe läuft der Zyklus einfach. Der Einfluss dieser Verhütung auf den Hormonhaushalt der Frau fällt geringer aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihren Partner plötzlich nicht mehr attraktiv finden, wenn Sie während der Beziehung mit der Verhütung beginnen, wird dadurch erheblich verringert.

Hamburg, 15. Mai 2014

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