Wegen Großbaustelle: Corona-Zahlen explodieren

Gaby Scheib

Bauarbeiten haben ein Dorf im bayerischen Landkreis Kulmbach zum Hotspot gemacht: Wegen einer Baustelle in dem örtlichen Schloss sind die Corona-Zahlen dort explodiert. Wie konnte es zu diesem Ausbruch im idyllischen Hornschuchshausen kommen?

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Inhalt
  1. Hornschuchshausen: Bauarbeiter am Dorfschloss infiziert
  2. Auf der Baustelle sind die Corona-Zahlen explodiert – über 100 Fälle
  3. Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren 

Nur knapp 600 Einwohner zählt Hornschuchshausen, Ortsteil des Marktes Mainleus im bayerischen Kreis Kulmbach. Doch jetzt ist das kleine Dorf weit über seine Grenzen hinaus bekannt: Wegen einer Baustelle sind hier die Corona-Zahlen explodiert – Hornschuchshausen wurde zum neuen Hotspot der Region.

 

Hornschuchshausen: Bauarbeiter am Dorfschloss infiziert

Im Februar wurden dort die ersten Arbeiter Corona-positiv getestet – sie gehören zu verschiedenen Firmen, die an der Sanierung eines Areals im denkmalgeschützten Dorfschloss beteiligt sind. Die ersten zwölf Fälle tauchten am 18. Februar auf, weitere 12 wurden am nächsten Tag bestätigt. Das berichtet der Kurier in seiner Online-Ausgabe. Schon vor diesem Ausbruch hatte das Landratsamt eine Sequenzierung aller positiven Fälle angeordnet, da sich die aggressive britische Virus-Mutante immer weiter ausbreitet. Und der Verdacht hat sich bestätigt: Ende Februar ging fast die Hälfte aller Neuinfektionen im Landkreis auf die britische Virusvariante B.1.1.7 zurück – allerdings hängen nicht alle Fälle mit der Baustelle zusammen.

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Auf der Baustelle sind die Corona-Zahlen explodiert – über 100 Fälle

Nach den ersten bestätigten Infektionen ging es Schlag auf Schlag: Mittlerweile ist klar, dass über 100 Fälle mit dem Ausbruch auf der Baustelle in Verbindung gebracht werden können. Der Hotspot ist damit für 50 Prozent der Inzidenz im Landkreis verantwortlich. Ansonsten gebe es laut Landratsamt ein diffuses Infektionsgeschehen, aber: „Man kann es nicht hundertprozentig eingrenzen, aber dieser Ausbruch hat natürlich einen extremen Verlauf für uns mit sich gebracht.“
Zwischenzeitlich wurde gemunkelt, dass sich einige Angestellte einer bestimmten Firma nicht an die Quarantäne gehalten hätten und trotzdem auf der Baustelle erschienen seien. Das bestätigte sich aber nicht: Laut Landratsamt gibt es dafür keine Hinweise.

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Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren 

Schnell kam es nach den ersten positiven Fällen zu Folgeinfektionen, nicht nur unter den Arbeitern auf der Baustelle. Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag bestätigte Landrat Klaus Peter Söllner: „Wir haben heute bis jetzt 35 neue Fälle, und sicherlich können wir feststellen, dass die sattsam bekannte Baustelle immer noch Auswirkungen hat, weil wir dort einen großen Prozentsatz der Mutanten haben.“
Der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Kulmbach ist wegen dieses Ausbruchs sprunghaft angestiegen, am Freitag lag er bei 282, am 9. März liegt er noch bei 256. Söllner warnt vor der extrem aggressiven Virus-Mutante aus Großbritannien – in Kulmbach seien vor allem viele jüngere Menschen betroffen. Deshalb appelliert er an die Menschen, weiterhin die Maske zu tragen und Abstand zu halten. So soll verhindert werden, dass – wie auf der Baustelle – die Corona-Zahlen hier erneut explodieren.

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Quellen: ​
„Furchtbare Situation“: Aggressive Virus-Mutation in Oberfranken auf dem Vormarsch in: infranken.de
Corona-Ausbruch auf Baustelle: Sind positiv getestete Mitarbeiter einfach weiterhin zur Arbeit? in: infranken.de
Corona-Hotspot auf Baustelle in: kurier.de

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