Wegen Corona? Anstieg von Borreliose-Fällen in diesen Regionen

Die Zahl der Borreliose-Fälle ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Betroffen sind vor allem drei Regionen in Deutschland. Liegt es an Corona? Die Hintergründe!

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Von 2019 auf 2020 sind insbesondere in drei deutschen Regionen deutlich mehr Fälle von Lyme-Borreliose durch Zeckenstiche aufgetreten. Dies geht auf Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) zurück. Welche Rolle spielt Corona dabei?

Mehr Borreliose-Fälle in Thüringen, Sachsen und Brandenburg

2020 wurden Medienberichten zufolge rund 8 Prozent mehr Patient:innen mit Lyme-Borreliose gemeldet als im Jahr zuvor: Laut Statistik haben sich 465 von 100.000 Menschen infiziert, 2019 waren es nur 429.

Am stärksten betroffen sind diese drei Bundesländer:

  • Sachsen: 927 Fälle

  • Thüringen: 780 Infektionen

  • Brandenburg: 707 Ansteckungen

Dagegen sind die Zahlen in den Stadtstaaten Berlin (258 Fälle) und Hamburg (210 Infektionen) im Vergleich relativ gering.

Was ist Lyme-Borreliose?

Die Borreliose-Art ist die einzige durch Borrelien ausgelöste Erkrankung, die in Europa heimisch ist. Die Erreger werden 1 bis 2 Tage nach dem Zeckenstich übertragen – anders als bei Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), bei der die Viren bereits innerhalb von kurzer Zeit auf den Menschen übergehen. Die Lyme-Borreliose verläuft oft unbemerkt. Eine Infektion zeigt sich häufig durch einen roten Kreis um den Zeckenstich (Wanderröte). Nur selten erkranken die Betroffenen ernsthafter an Nerven- und Gelenkserkrankungen oder Herzrhythmusstörungen. Alle Beschwerden lassen sich gut mit Antibiotika behandeln.

Anstieg der Borreliose-Fälle wegen Corona?

Wie der Vorstandsvorsitzende des Zi, Dominik von Stillfried, über die höhere Zahl der Fälle sagte, könne es möglicherweise daran liegen, dass die Menschen wegen der Corona-Einschränkungen vermehrt im Grünen waren. Ob am See oder im Garten, beim Wandern oder Grillen: Zecken lauern im hohen Gras oder Gebüsch – und je öfter man sich dort aufhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstiches. Laut Stillfried habe aber auch das warme, trockene Wetter 2020 eine Rolle gespielt, denn dann fühlen sich Zecken besonders wohl.

Borreliose durch Zeckenbiss: So kann man sich schützen

Damit es gar nicht erst zu einem Zeckenbiss kommt, sollte man folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

  • Lange Hosen, langärmlige Shirts und feste Schuhe tragen

  • Helle Kleidung wählen, auf der die Zecke gut sichtbar ist

  • Zeckenspray auf Haut und Stoffe aufsprühen

  • Den Körper nach dem Aufenthalt im Freien gründlich absuchen, auch hinter den Ohren, unter den Achseln und in Körperfalten

  • Bei Entdeckung einer Zecke diese mit Zeckenkarte oder -zange schnell und kontrolliert entfernen – im Zeitraum von bis zu 12 Stunden ist die Borreliose-Gefahr gering

  • Stich-Stelle bis zu 6 Wochen lang beobachten und bei einer Rötung zum Arzt gehen

Wichtig ist es, die Zecke nicht zu quetschen bzw. mit Öl oder Butter einzureiben, wie oft als Hausmittel empfohlen: Dann werden die Erreger direkt abgegeben.

Auch wenn es wegen Corona zu einem Anstieg von Borreliose-Fällen kommt – mit diesen Maßnahmen kann man vorbeugen und muss keine Angst vor einer Infektion haben.