Wechseljahresbeschwerden mit Hormonen behandeln?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die meisten Frauen haben keine oder nur geringe Wechseljahresbeschwerden. Hat sich der Körper an die neue Hormonsituation angepasst, lassen die Symptome häufig nach.

Frau in den Wechseljahren bekommt Hormontherapie
Ob eine Hormonersatztherapie – z.B. mit Cremes – gegen Wechseljahresbeschwerden sinnvoll ist, hängt auch von Vorerkrankungen ab© Corbis

Für manche Frauen sind die Wechseljahre sogar befreiend, wenn sie zuvor unter starken Regelschmerzen oder Migräne gelitten haben. Anders sieht es aus, wenn Wechseljahresbeschwerden für die Frau sehr belastend sind. In solchen Fällen lässt sich mit dem Arzt gemeinsam über eine Hormontherapie (auch Hormonersatztherapie genannt) sprechen. Sie ist in den Wechseljahren eine wirksame Therapie gegen Hitzewallungen und eine trockene Scheide. Auch wirkt sie sich positiv auf die Knochendichte aus. Bei einer Hormontherapie im Rahmen von Wechseljahresbeschwerden nimmt die Frau Geschlechtshormone (Östrogene, Gestagene) in geringer Dosierung über einen möglichst kurzen Zeitraum ein. Die Therapie ist nicht dafür ausgelegt, den Hormonzustand vor den Wechseljahren wiederherzustellen. Die meisten Experten raten dazu, vor einer Hormontherapie zunächst sanftere Behandlungsmöglichkeiten anzuwenden. Erst, wenn natürliche Arzneien die Symptome nicht effektiv genug lindern, sollte demnach mit einer Hormonersatzbegonnen werden.

 

Natürlich heilen: Eignen sich auch homöopathische und pflanzliche Arzneien zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden?

Soja lindert Wechseljahresbeschwerden
Für Soja, beziehungsweise Soja-Isoflavone, ist eine Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden nachgewiesen© Shutterstock

Die Behandlung mit homöopathischen Kombinationspräparaten kann empfehlenswert sein, um Symptome wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzklopfen, innere Unruhe und Schlafstörungen zu lindern. Die Wirksamkeit solcher Arzneien wurde in einer Studie (Prüfpräparat Klimaktoplant H) bestätigt: Bei fast 96 Prozent der Teilnehmerinnen besserten sich die typischen Wechseljahresbeschwerden Hitzewallungen und Schlafstörungen. Nervosität, Reizbarkeit, aber auch depressive Verstimmungen nahmen bei mehr als 90 Prozent der Probandinnen ab – ebenso wie Herzbeschwerden und Begleiterscheinungen wie Leistungs- und Gedächtnisminderung.

Neben den homöopathischen sind viele weitere pflanzliche Produkte sind erhältlich, die sich positiv bei Wechseljahresbeschwerden auswirken sollen. Sie enthalten unter anderem Sojaprodukte, Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Rhabarberwurzel und Rotklee. Für Soja, beziehungsweise Soja-Isoflavone, ist eine Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden nachgewiesen. So können Soja-Isoflavone Hitzewallungen lindern. Bei allen anderen Pflanzenprodukten ist die Wirkung nicht eindeutig belegt. Es empfiehlt sich, mit dem Arzt über die Einnahme solcher Mittel zu sprechen, da Nebenwirkungen (selten z.B. Leberschäden bei Traubensilberkerzen-Extrakt) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich sind.

 

Behandlung von Wechseljahresbeschwerden mit einer Hormonersatztherapie

Für eine Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden prüft der Arzt zunächst, ob Risikofaktoren vorliegen wie eine erhöhte Thrombose-Gefahr oder ein hoher Blutdruck. Zu den Risikofaktoren zählt auch Rauchen. Frauen mit einer therapieresistenten Herzinsuffizienz wird eine Hormonersatztherapie ebenfalls nicht empfohlen. Der Frauenarzt ermittelt den Hormonspiegel mit einer Blut-Untersuchung. Anschließend spricht er in der Nutzen-Risiko-Abwägung mit der Frau über die Vorteile der Hormongaben und die Gesundheitsrisiken. Durch die Hormone steigt das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfälle und Blutgerinnsel (Thromboembolien) sowie Erkrankungen der Gallenblase. Reine Östrogen-Anwendungen erhöhen außerdem das Risiko für Gebärmutterhalskrebs.

 

Tabletten, Pflaster oder Cremes bei Wechseljahresbeschwerden

Entscheidet sich eine Frau für eine Hormontherapie, erhält sie gewöhnlich eine Östrogen-Gestagen-Kombination. Wurde die Gebärmutter entfernt, reicht eine Östrogen-Gabe. Die Hormone lassen sich als Tablette einnehmen oder als Nasenspray, Gel oder Pflaster anwenden. Möglich ist auch, dass der Arzt die Hormone als Spritze setzt. Auch gibt es Cremes, Gele, Zäpfchen oder Ringe für die Scheide, welche den Wirkstoff (Östrogen) direkt an der Vaginalschleimhaut freisetzen (lokale Hormontherapie).

Die Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden kann mit Nebenwirkungen einhergehen. Häufige sind vaginale Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen ins Gewebe (Ödeme), Schmerzen im Brustgewebe und mehr. Der Arzt geht darauf im Gespräch ein. Wichtig: Eine Hormontherapie eignet sich nicht für Frauen, die von Lebererkrankungen, Myomen (Wucherungen in der Gebärmutter), Krebs oder Gerinnungsstörungen (Thromboembolien) betroffen sind oder bereits Brustkrebs hatten.

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