Wasserkopf beim Baby: Eine rechtzeitige Therapie ist wichtig

Durch zu viel Hirnwasser kann ein Wasserkopf beim Baby entstehen. Je schneller die Diagnose gestellt und eine wirksame Behandlung durchgeführt wird, desto besser können spätere Entwicklungsstörungen verhindert werden. Weil ein Wasserkopf bei Kindern jederzeit auftreten kann, sollten Eltern die Symptome kennen.

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Ein Wasserkopf beim Baby entsteht durch die Ansammlung von zu viel Hirnwasser im Schädel. Hirn- oder Nervenwasser – Liquor cerebrospinalis genannt – ist eine farblose Körperflüssigkeit im Gehirn und Rückenmark, die u. a. das Gehirn „abpolstert“ und als Transportmedium fungiert. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Abtransport bzw. Abbau von Hirnwasser, sodass das Volumen immer gleich bleibt. 

Die Ursachen für die Störung des Hirnwasserhaushalts sind vielfältig. Ein Wasserkopf, fachsprachlich als Hydrocephalus bezeichnet, kann schon während der Schwangerschaft, aber auch später in jedem Lebensalter entstehen.

Was sind die Symptome bei einem Wasserkopf?

Zu erkennen ist ein Wasserkopf bei kleinen Kindern, bei denen die Fontanellen (Bereiche des Schädels, bei denen Schädelplatten aneinandergrenzen) noch geöffnet sind, durch schnelles Wachstum des Kopfes. Die Fontanellen sind dabei gespannt oder sogar vorgewölbt. Zudem können Neugeborene und Kleinkinder durch Trinkschwäche oder auch Benommenheit auffallen. Eine typische Sehstörung ist das „Sonnenuntergangsphänomen“ mit dauerndem Blick nach unten. Auch bei älteren Kindern (2 bis 6 Jahre) kann der Kopf verstärkt wachsen, aber es können auch andere Symptome auftreten, zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Koordinations- und Gangstörungen
  • Sehstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten 
  • Schluckbeschwerden

Wie wird bei einem Wasserkopf die Diagnose gestellt?

Sind bei einem Kind mit Wasserkopf-Symptomen die Fontanellen noch nicht geschlossen (in den ersten zwei Lebensjahren), kann die Diagnose mit Ultraschall gestellt werden: So werden die aufgeblähten Hirnwasserkammern sichtbar. Meist folgt noch eine Kernspintomografie oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns, um die genaue Ursache zu finden. Bei Verdacht auf Wasserkopf wird bei älteren Kindern mit geschlossener Schädeldecke gleich eine Kernspintomografie durchgeführt

Wie ist die Therapie bei einem Wasserkopf beim Baby?

Je nach genauer Ursache eines Wasserkopfs gibt es verschiedene Operationsmöglichkeiten. Es gibt zwei verschiedene Operationsarten, um das aufgestaute Hirnwasser in einer Art „Umgehungsstraße“ abzuleiten:

1. Liquorshunt:
Das Hirnwasser wird mithilfe eines Shuntsystems abgeleitet – das ist eine Art „Kurzschluss“ zwischen Gefäßen oder Hohlräumen, die normalerweise getrennt sind. So wird Hirnwasser dauerhaft in den Bauchraum oder in das Herz abgeleitet. Ventile und Schläuche bleiben lebenslang im Körper, müssen aber eventuell im Lauf des Lebens ausgetauscht werden. 

2. Endoskopische Ventrikulo(zisterno)stomie (EVT):
Mittels eines Endoskops wird eine Umgehung geschaffen, um das Hirnwasser von den inneren in die äußeren Liquorräume abfließen zu lassen und wieder einen Hirnwasserkreislauf zu ermöglichen. Das ist eine inzwischen häufig durchgeführte OP zur Behandlung des Wasserkopfs: Die Erfolgsrate liegt bei ca. 80 %, es gibt nur selten Komplikationen.

Eine frühzeitige, wirksame Therapie, die individuell dem Kind angepasst ist, ist entscheidend für die weitere Entwicklung. Denn die Langzeitfolgen eines unbehandelten Wasserkopfs sind verschiedene Hirnschädigungen und damit Entwicklungsstörungen. Bei rechtzeitiger adäquater Therapie und enger Überwachung können die geistigen und körperlichen Fähigkeiten aber erhalten bleiben. Bei einer rechtzeitigen wirksamen Operation ist bei einem Wasserkopf beim Baby oder Kleinkind die Lebenserwartung danach meist weitgehend normal. 

Quellen:

Hydrocephalus, in: kinderneurochirurgie.charite.de
Hydrocephalus (Wasserkopf), in: kinderneurochirurgie-leipzig.de
Kindlicher Hydrocephalus, in: uniklinikum-saarland.de
Fragen zu Kindern mit Hydrocephalus, in: Hydrocephalus-Erfahrungsaustausch für Jugendliche und Erwachsene