Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: Was tun?

Redaktion PraxisVITA

Dicke Füße, dicke Beine und Finger – viele Frauen haben in ihrer Schwangerschaft mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Doch wo kommt die ganze Flüssigkeit im Körper eigentlich her? Und was können Schwangere dagegen tun?

Eine Schwangere mit Wassereinlagerungen in Füßen und Beinen sitzt auf dem Sofa
Dicke Beine und Füße kennen viele Schwangere – in der Regel sind sie unschädlich für Mutter und Kind Foto:  iStock/comzeal
Inhalt
  1. Woher kommen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?
  2. Was können Schwangere gegen Wassereinlagerungen tun? 
  3. Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen? 
  4. Wann verschwindet das Wasser in den Beinen wieder?

Die Haut spannt, die Schuhe an den Füßen und Ringe an den Händen wollen plötzlich nicht mehr passen. Das sind oft die ersten Symptome, die Schwangere feststellen, wenn sich verstärkt Flüssigkeit in ihrem Gewebe angesammelt hat. Je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist, desto ausgeprägter sind die Einlagerungen oft.

 

Woher kommen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

Meist sind es Füße und Beine oder die Hände, die während einer Schwangerschaft anschwellen. Schuld daran ist die Schwerkraft. Doch woher kommen die Flüssigkeitseinlagerungen überhaupt, die Schwangeren das Leben oft schwermachen? 

  • Zunahme von Körperwasser: In der Schwangerschaft produziert der Körper einer Frau vermehrt Flüssigkeit und lagert diese ab. Bis zum Ende der Schwangerschaft kann diese rund vier bis sechs Kilogramm des Körpergewichts ausmachen. 
  • Steigende Blutmenge und elastische Blutgefäße: Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft gehen auch auf eine steigende Blutmenge zurück. Außerdem werden die Blutgefäße bei Schwangeren elastischer und durchlässiger. Das wiederum sorgt dafür, dass die im Blut enthaltene Flüssigkeit leichter ins Gewebe übertreten kann. Medizinisch werden solche Wassereinlagerungen als Ödeme bezeichnet. 
  • Müde Wadenmuskelpumpe: Während einer Schwangerschaft arbeitet auch die sogenannte Wadenmuskelpumpe weniger. Sie sorgt eigentlich dafür, dass Blut durch die Venen im Körper nach oben gepumpt wird. Die Folge der verringerten „Arbeitsleistung“ der Wadenmuskelpumpe ist Wasser in den Beinen und Füßen. 
  • Druck auf Beckengefäße: Wenn Kind und Gebärmutter immer größer werden, kann es vorkommen, dass das Gewicht von beiden auf die Beckengefäße der werdenden Mutter drückt. Auch das verhindert, dass das Blut wie gewohnt in den oberen Teil des Körpers zurückfließen kann und macht die Beine dick. 
  • Nährstoffmangel: Oft kann auch ein Nährstoffmangel zu vermehrten Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft führen. Fehlen einer Schwangeren Elektrolyte wie Natrium oder Bluteiweiße wie Albumin, kann es eher zu geschwollenen Gliedern kommen.
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Was können Schwangere gegen Wassereinlagerungen tun? 

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind zwar lästig, aber in der Regel völlig ungefährlich für Mutter und Kind. Um das bedrückende Gefühl zu verringern, hilft es oft schon, auf enge Kleidung und Schuhe zu verzichten. Diese Methoden können Sie bei Flüssigkeitseinlagerungen in Beinen und Armen außerdem anwenden:

  • Viel trinken: Was erst einmal absurd klingt, hilft gut: Wenn Sie an Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft leiden, sollten Sie besonders viel trinken. Das ist wichtig, um den Blutkreislauf und die Zirkulation des Blutes in Ihrem Körper anzukurbeln. Auch bestimmte Tees können entwässernd wirken.
  • Regelmäßige Bewegung: Damit das Blut problemlos im Körper zirkulieren kann, ist es wichtig, dass Sie sich regelmäßig bewegen. Bewegung aktiviert den Blutkreislauf und hilft, Flüssigkeit aus dem Körper abzutransportieren – so kann sie dicken Beinen und dicken Füßen vorbeugen.
  • Beinmassage: Zur Linderung von spannender Haut und um Schwellungen zu verringern, hilft es, die Beine und Hände mit leichtem Druck nach oben hin zu massieren.
  • Beine hochlegen: Um den Blutfluss nach oben zu unterstützen, sollten Sie mehrmals am Tag die Füße für rund eine halbe Stunde hochlegen. Es kann auch helfen, nachts mit hochgelagerten Beinen zu schlafen.
  • Kühle Luft: Besonders im Sommer klagen Schwangere oft über Wassereinlagerungen. Es kann hilfreich sein, zu Hause auf eine kühle Raumtemperatur zu achten und sich nicht zu lange bei Hitze draußen aufzuhalten.
  • Wechselduschen: Wechselduschen mit heißem und kaltem Wasser steigern nicht nur das Wohlbefinden – auch der Blutfluss wird angeregt, was wiederum Wassereinlagerungen entgegenwirkt. 
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Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen? 

In der Regel bringen all diese Methoden bald Linderung bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft und eine ärztliche Beratung ist nicht notwendig. In einigen Fällen sollten Sie jedoch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen: Falls Sie ganz plötzlich große Schwellungen feststellen oder wenn Sie in einer Woche wesentlich mehr als ein Kilo zugenommen haben. Aber auch, wenn Ihr Gesicht im Bereich der Augen anschwillt, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. All das könnte auf Bluthochdruck oder eine sogenannte Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) hindeuten. 

 

Wann verschwindet das Wasser in den Beinen wieder?

In der Regel verschwinden die Wassereinlagerungen in den ersten Tagen nach der Geburt wieder. Der Körper wird die aufgestaute Flüssigkeit meist durch vermehrten Harndrang und starkes Schwitzen wieder los.

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