Wasser trinken gegen Völlegefühl

Genügend trinken gegen Völlegefühl
Besonders wenn Sie älter werden, ist genügend Wasser trinken wichtig. So bleibt Ihr Stoffwechsel gesund und Sie können einem Völlegefühl vorbeugen © imago

Genug Wasser trinken ist wichtig. Wie viel Flüssigkeit brauche ich? Mit der einfachen Formel 1,5 x 7 tanken Sie mehr Energie und beugen einem Völlegefühl vor. Praxisvita erklärt, wie das genau funktioniert.

 

Wichtig beim Sport

0,8 Liter Schweiss produzieren Freizeitsportler pro Stunde. Klar, verlorene Flüssigkeit sollte man vor allem bei Anstrengung rasch ersetzen. Das raten Sportmediziner:

15 bis 30 Minuten vor dem Training sollte man 0,3 bis 0,5 Liter trinken.

Bis zu 30 Minuten moderaten Sport wie zum Beispiel Walking oder Radfahren kann man dann ohne Trinkpausen machen.

Ist der Sport intensiver (zum Beispiel Krafttraining) oder länger, sollte man mindestens einmal 0,2 bis 0,3 Liter trinken.

Ab einer Stunde Sport werden alle 15 Minuten mindestens 0,2 Liter empfohlen. Wer mehr trinken will, sollte das tun.

Auch ein kräftiger Schluck nach dem Duschen tut dem Körper gut.

Für Freizeitsportler sind keine Spezialgetränke nötig. Allerdings sollte das Getränk in etwa die gleiche Menge gelöster Teilchen haben wie das Blut. Solche Getränke nennt man „isoton". Ideal: Apfel-Schorle mit 1/3 Bio-Apfelsaft und 2/3 Mineralwasser.

Beim Wasser trinken gehen die Meinungen auseinander: „Ich brauche nicht ständig zu trinken!“, hört man oft von Senioren. Andere, meist im mittleren Alter, sieht man nie ohne Wasserflasche. Wer hat recht? Wie viel brauchen Kinder, Erwachsene mitten im Leben und ältere Menschen wirklich?

 

1,5 Liter Wasser trinken

Fakt ist: Durch unseren Stoffwechsel und Schwitzen verlieren wir täglich im Durchschnitt 2,5 Liter Wasser, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Reichlich viel. Allerdings nehmen wir mit der Nahrung etwa einen Liter wieder auf. Und 1,5 Liter Wasser trinken sollten Erwachsene zur Sicherheit – jeden Tag, siebenmal in der Woche. Nur schafft das nicht mal die Hälfte der Erwachsenen. Dabei wirkt das Wasser mit der 1,5 x 7-Formel schon wahre Wunder: Es hält Körper und Geist in gesunder Balance und ist ein wahrer Helfer gegen Völlegefühl.

 

Was Wasser alles kann

Der wichtigste Bestandteil unseres Körpers ist Wasser. Es reguliert, versorgt, entgiftet. Ohne Wasser funktioniert der Stoffwechsel nicht. Es löst Nährstoffe, bringt sie in jede einzelne Zelle. Viele Stoffwechsel-Abfälle können nur über die Nieren entsorgt werden, wenn sie in einer bestimmten Konzentration im Wasser gelöst sind, also genug Flüssigkeit im Körper ist. Und ohne Wasser würde unser Körper überhitzen, jedes Fieber wäre tödlich. Nur mit genug Wasser intus schwitzen wir zur Temperaturregulierung. Und unser Gehirn ist regelrecht wassersüchtig: Die Steuerzentrale besteht zu 80 Prozent daraus. Ohne Wasser könnte das Gehirn nichts regeln, wir wären unfähig zu denken.

Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel
Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gereizheit sind die häufigsten Symptome bei einem Flüssigkeitsmangel© Fotolia
 

Viel Wasser trinken auf einmal nützt nichts

Nicht nur Senioren, deren Wasseranteil im Körper bei 50 Prozent liegt, brauchen regelmäßig Nachschub. Bereits im mittleren Alter funktioniert ein wichtiges Signal bei vielen Menschen nicht mehr rechtzeitig: der Durst. Wenn er sich meldet, fehlt schon viel Wasser. Bei nur drei Prozent zu wenig lassen die körperliche und geistige Leistung nach. Viel Wasser trinken auf einmal nützt dann wenig, der Darm kann nur eine gewisse Menge ins Blut bringen: Deshalb ist regelmäßiges Wasser trinken so wichtig.

 

Wasser trinken gegen Völlegefühl, Müdigkeit und Kopfschmerzen

Tägliche Wasserzufuhr durch ungesüßte Getränke, mindestens:

Säuglinge 600 ml

1 - 3 Jahre 820 ml

4 - 6 Jahre 940 ml

7 - 9 Jahre 970 ml

10 - 12 Jahre 1170 ml

13 - 15 Jahre 1330 ml

16 - 18 Jahre 1530 ml

19 - 24 Jahre 1470 ml

Müdigkeit, Verstopfung, Völlegefühl, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Kreislauf und Nierenversagen – diese teils gefährlichen Symptome nennt die DGE als häufigste Folgen von Wassermangel. Besonders Senioren und Kinder nehmen oft nicht genug Wasser auf. Bei älteren Menschen lässt das Durstgefühl durch Nervenalterung stark nach. Tipps: Viel Obst, rohes Gemüse, Wassermelone und Suppen anbieten, verschiedene ungesüßte Getränke wie Früchtetee, Selter, Saftschorlen und bis zu vier Tassen Kaffee täglich bereitstellen. Kinder, deren Körper 75 Prozent Wasseranteil hat, müssen extra viel nachtanken. Gut ist zum Beispiel ein Glas Apfelschorle zu jeder Mahlzeit. Und: Fragen Sie doch mal nach, ob in der Schule Ihrer Kinder oder Enkel das Wasser trinken im Unterricht erlaubt ist. Falls nicht, stoßen Sie eine Diskussion in der Schule an. Denn ein Trinkverbot im Klassenzimmer sollte eigentlich Schnee von gestern sein. Ganz wichtig ist ausreichend Flüssigkeit auch für Stillende: Über die Muttermilch verlieren sie Wasser und sollten laut DGE täglich mindestens 0,25 Liter mehr als die empfohlenen 1,5 Liter trinken.

Kaffee
Anderthalb Liter Flüssigkeit braucht der Körper täglich. Kaffee gehört auch dazu. Vier Tassen täglich sind okay© Fotolia
 

Was ist mit Milch und Kaffee?

Nicht jedes „Getränk“ zählt zur Flüssigkeitsbilanz. Thema Milch: Die ist mit ihrem Eiweiß und Fett eindeutig ein Nahrungsmittel. Ist der Mensch aus dem Säuglingsalter heraus, kann der Darm nur noch wenig Wasser aus der Milch ziehen. Thema Kaffee: Studien zeigen, dass täglich bis zu vier Tassen gesund sind. Trinkt man mehr Kaffee, wird er allerdings zum Flüssigkeitsräuber, weil solche Mengen dann die Nieren zu sehr anregen, die Harnmenge steigt.

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