Was weiß mein Leberfleck über Hautkrebs?

Stephanie Pingel
Mann bei Leberfleck-Untersuchung
Laut einer neuen Studie spielen Leberflecke beim Hautkrebsrisiko einer weniger große Rolle, als bisher angenommen © Fotolia

Ein Leberfleck ist nicht dramatisch, viele bedeuten aber ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs – diese Annahme wurde in einer Studie widerlegt. Ebenfalls überraschend: Bei Hautkrebs-Patienten mit Leberflecken waren diese häufig vollkommen unauffällig.

Viele Eltern schicken schon Kleinkinder zum Hautarzt, wenn diese viele Leberflecke haben. Denn bisher galt die Annahme, dass diese ein deutliches Warnzeichen für späteren Hautkrebs sein können. Eine neue Studie zweifelt diese Annahme jetzt an: Demnach haben zwei von drei Hautkrebs-Patienten weniger als 20 Leberflecke am ganzen Körper. Und bei Untersuchungen waren diese Leberflecke nicht einmal auffällig. Die Ergebnisse wurden im Magazin „Jama Dermatology“ veröffentlicht.

 

Leberfleck: Nur eines von mehreren Warnzeichen

Für ihre Studie überprüften die Forscher der Harvard T.H Chan School of Public Health insgesamt 566 Melanom-Patienten. Bei einem Melanom handelt es sich um den sogenannten Schwarzen Hautkrebs, der laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation weltweit mehr als 200.000 Mal pro Jahr auftritt. Das Ergebnis der Untersuchung überraschte: 66,4 Prozent der Patienten hatten insgesamt null bis 20 Leberflecke. Und bei diesen Probanden waren die Leberflecke in 73,3 Prozent der Fälle unauffällig.

„Die Studie zeigt, dass Patienten nicht nur die totale Anzahl von Leberflecken als Grund dafür nehmen sollten, zur Hautuntersuchung zu gehen. Und für Ärzte bedeutet das Ergebnis, dass sie nicht nur anhand der Leberflecke eine Einschätzung des Hautkrebsrisikos vornehmen können“, so Dr. Alan Geller, der die Untersuchung leitete. Das bedeute laut dem Experten aber nicht, dass man den Leberflecken künftig keine Beachtung mehr schenken brauche. Die Studie zeige eher, dass die Beziehung zwischen Leberflecken und dem Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, komplizierter sei als bisher angenommen.

Leberfleck
Führt ein Leberfleck zu Hautkrebs? Eine neue Studie zweifelt das an© iStock
 

Die richtige Hautkrebsvorsorge

Auch Menschen mit keinen bis wenig Leberflecken sollten aufgrund der Ergebnisse künftig unbedingt ihren Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung geltend machen, raten die Experten. Ab 35 Jahren übernehmen gesetzliche Krankenkassen alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening. Dabei untersucht der Arzt mit einer beleuchteten Lupe auffällige Muttermale auf Veränderungen. Häufig wird dabei auch die sogenannte Auflichtmikroskopie angeboten, bei der Hautstellen stark vergrößert fotografiert und auf dem Computer abgespeichert werden können. So lassen sich Veränderungen von Leberflecken leichter feststellen. In der Regel muss diese Art der Untersuchung allerdings selbst bezahlt werden.

 

Was Sie selbst tun können

Wichtigste Vorsorgemaßnahme gegen Hautkrebs ist Sonnenschutz. Aktuelle Studien zeigen außerdem, dass in mediterranen Ländern viel seltener Hautkrebs auftritt. Ein Grund: die Ernährung. In südlichen Ländern wird besonders viel Obst und Gemüse gegessen. Auch Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren) und frische Kräuter spielen eine wichtige Rolle. Tipp: Schon eine Tomate täglich kann den körpereigenen Sonnenschutz um das Doppelte erhöhen. Ebenfalls effektiv: Zitrusfrüchte und grünes Gemüse. Wenn nicht nur einen Leberfleck, sondern mehrere hat, sollte  diese außerdem selbst alle paar Wochen auf Veränderungen kontrollieren. Nutzen Sie dazu gern unsere Checkliste:

·      Ist der Leberfleck größer geworden?

·      Hat er seine Form verändert?

·      Hat er seine Farbe verändert?

·      Ist der Leberfleck verkrustet oder blutet?

·      Juckt er oder verursacht er generell Schmerzen?

Wenn einer dieser Punkte zutrifft, sollte der Leberfleck von einem Hautarzt untersucht werden.

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