Was versteht man unter „Morbus Scheuermann?“

Scheuermann-Krankheit
Bei der Scheuermann-Krankheit handelt es sich um eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule © alamy

Die Scheuermann-Krankheit ist eine seltene Rückenerkrankung, die in der Pubertät beginnt und häufig unerkannt bleibt. Wie sie sich äußert und welche Behandlungsformen in Frage kommen, erfahren Sie hier.

Der Morbus Scheuermann (auch Scheuermann’sche Krankheit) ist nach dem dänischen Röntgenologen Holger Scheuermann benannt, der die Krankheit als einer der Ersten beschrieb.

Das Krankheitsbild Morbus Scheuermann

Bis zum 25. Lebensjahr kann unser Knochenskelett wachsen. Hormone steuern in dieser Zeit den Aufbau. Ganz besonders wichtig als Stütze des Körpers ist die s-förmige Wirbelsäule. Sie besteht aus 24 frei stehenden Wirbeln und neun weiteren, die zum Kreuzbein und Steißbein verwachsen sind. Bei etwa einem Drittel aller Jugendlichen kommt es zu Wachstumsstörungen, von denen meist die Brustwirbelsäule betroffen ist. Jungen leiden darunter weit häufiger als Mädchen. Die Wirbel entwickeln statt einer würfelförmigen eine keilförmige Form. Eine mögliche Folge kann ein Rundrücken mit nach vorne hängenden Armen sein. Zwar stoppt der Krankheitsprozess mit Ende des Wachstums. Wenn er aber gravierende Haltungsfehler ausgelöst hat, wird die Beweglichkeit des Oberkörpers auch künftig beeinträchtigt und es kommt zu frühzeitigem Verschleiß. Bei vielen Patienten ist die Scheuermann-Krankheit jedoch nur schwach ausgeprägt.

Scheuermann-Krankheit: Ursachen

Über die Ursachen tappt die Medizin bislang noch im Dunkeln, fest steht aber, so der Aachener Rückenspezialist Professor Fritz Uwe Niethard: "Wer als Kind schon immer krumm steht oder sitzt, der wächst auch krumm.”

Scheuermann-Krankheit: Beschwerden

Häufig wird die Erkrankung kaum bemerkt und bereitet keine Beschwerden. In schweren Fällen entwickelt sich bei der Scheuermann-Krankheit ein deutlicher Rundrücken. Die Belastbarkeit und Beweglichkeit der Wirbelsäule wird geschwächt und es treten oft Schmerzen auf.

Scheuermann-Krankheit: Behandlung

Krankengymnastik stärkt die stützenden Muskeln und fördert ein gesundes Wachstum der Wirbelsäule. In schweren Fällen muss ein Korsett getragen werden, damit der Rücken in einer günstigen Position bleibt. Nur manchmal wird eine Operation bei der Scheuermann-Krankheit nötig.

Scheuermann-Krankheit: Selbsthilfe

Welche Therapie Erfolg bringend ist, darüber sind sich die Experten nicht einig. Klar ist: "Scheuermann”-Kinder dürfen nicht in die Schon-Ecke gepackt werden: Sie müssen Sport und Gymnastik treiben, ob in der Schule oder in der Freizeit. Rudern, Kanufahren und alle anderen Sportarten, bei denen die Wirbelsäule gestaucht wird, sollten allerdings gemieden werden. Schwimmen stärkt hingegen den Rücken, ohne ihn zu belasten. Wichtig ist außerdem, immer auf eine gute Haltung zu achten. Das richtige Verhalten lässt sich am besten in einer Rückenschule erlernen.

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