Was unsere Haut so besonders macht

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Übersicht: Das große Haut-Spezial
  2. 2. Interview: Was unsere Haut so besonders macht
  3. 3. Heilpflanzen für die Haut
  4. 4. So stoppen Sie die Hautalterung
  5. 5. Botschaften unserer Haut

Was macht unsere Haut so besonders? Wieso bekommen wir im Laufe des Lebens Falten? Kann man mit Cremes Falten entgegenwirken? Diese und weitere spannenden Fragen beantwortet unsere Expertin Dr. med. Gerrit Schlippe, Fachärztin für Dermatologie, exklusiv im Interview.

 

Frau Dr. Schlippe, Sie sind Dermatologin, beschäftigen sich also von Berufswegen mit den Facetten der Haut. Was macht die Haut so besonders?

Die Haut ist unser größtes Organ und besitzt zahlreiche wichtige Funktionen für den menschlichen Körper. Mit etwa 2 Quadratmetern Größe ist sie ein wahres Wunderwerk und schützt unseren Körper vor fast allen Umwelteinflüssen, wie z. B. UV-Strahlen, Kälte oder Krankheitserregern. Gleichzeitig ist die Haut auch wesentlich für den Temperaturhaushalt des Körpers verantwortlich.

 

All diese Dinge sind für unsere Gesundheit entscheidend, doch auch die optische Komponente der Haut ist nicht zu verachten, oder?

Das ist wahr. Die Haut ist unsere äußere Visitenkarte und prägt vor allem den ersten Eindruck, den unsere Mitmenschen von uns erhalten. Sie ist ein wichtiger Baustein unseres äußeren Erscheinungsbildes und wird auch häufig als ‚Spiegel unserer Seele‘ bezeichnet. Das kommt daher, dass wir auch viele Reaktionen über unsere Haut zeigen, wenn wir z. B. vor Scham erröten oder vor Angst schwitzen, aber auch Gefühle und Befindlichkeiten werden über Gesichtsausdrücke von anderen Menschen wahrgenommen, ohne dass das Gegenüber sich darüber bewusst ist.  

 

Können Sie uns etwas näher erläutern, wie die Haut aufgebaut ist?

Unsere Haut besteht aus drei übereinanderliegenden Schichten. Ganz außen befindet sich die Oberhaut, auch Epidermis genannt, die sich in der Regel alle drei bis vier Wochen erneuert. Unterste Schicht ist die Subkutis bzw. Unterhaut. Sie besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe und ist an den darunterliegenden Knochen und Muskeln befestigt. Für unser äußeres Erscheinungsbild ist vor allem die Lederhaut, auch Dermis genannt, verantwortlich, denn hier entstehen z. B. Falten und Linien.

Dr. med. Gerrit Schlippe
Dr. med. Gerrit Schlippe: "Die Haut ist ein wichtiger Baustein unseres äußeren Erscheinungsbildes und wird auch häufig als ‚Spiegel unserer Seele‘ bezeichnet."© privat
 

Stichwort: Falten. Millionen Frauen leiden unter dem natürlichen Alterungsprozess, denn der führt im Laufe ihres Lebens zu Falten, Cellulite und schlaffen Konturen. Wie kommt es dazu?

So ist halt das Leben, der Körper altert, und auch die Haut tut dies. Das muss nicht schlimm sein, aber in unserer Gesellschaft ist ein jugendliches Aussehen vielen Menschen extrem wichtig. Wie der Alterungsprozess verläuft, ist zu einem großen Anteil genetisch bestimmt. Aber es gibt viele Faktoren (wie z. B. Sonnenbäder, Nikotin, Stress und Alkohol), die die Zeichen des Alterns früher erscheinen lassen. Junge und gesunde Haut besteht zu 80 % aus dem Eiweißbaustein Kollagen. Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper und für unsere Haut sowie das Bindegewebe unverzichtbar. Was Kollagen so besonders macht, ist seine Quellfähigkeit, denn so kann Kollagen hervorragend Wasser speichern, und das führt zu Festigkeit, Dichte, Glätte und Elastizität der Haut. 

 

Wie funktioniert das?

Die Haut ist stark von den Kollagenstrukturen geprägt. Bei junger Haut greifen dicht liegende  Kollagenfasern ineinander und bilden so eine Art Gerüst. Durch diese Struktur können die Kollagenfasern Wasser sehr gut aufnehmen und speichern. Die Haut bleibt fest und stabil. Äußere Einflüsse wie UV-Strahlung oder Stress stören aber den Kollagenstoffwechsel des Körpers nachhaltig. Außerdem verringert sich die körpereigene Kollagenproduktion mit zunehmendem Alter und die wichtigen Kollagenfasern verlieren an Festigkeit und Stabilität, auch ändert sich die Dicke und Anordnung. Die Folge ist dann, dass das Gerüst und die Struktur der Haut in sich zusammenfällt und die ungeliebten Falten sowie andere Alterserscheinungen entstehen.

 

Kann man dem mit Cremes entgegenwirken?

Das kann man, aber es gibt natürlich eine Begrenzung. Cremes oder Seren werden oberflächlich aufgetragen und wirken daher auch häufig und im Wesentlichen in der obersten Hautschicht und da, wo sie aufgetragen werden. Lange Zeit war der „oberflächliche“ Effekt der Einzige, der Kosmetik zugesprochen wurde. Mit modernen Kosmetika kann man gute und sehr gute Effekte erzielen, aber es dauert oft extrem lang und erfordert viel Geduld, Zeit und Geld bis sichtbare Veränderungen erzielt werden.

 

Gibt es denn alternative Behandlungsmethoden abgesehen von OPs oder muss ich mich mit den Falten abfinden?

Ein bisschen „Abfinden“ sollte man sich schon, aber man kann auch immer etwas tun. Wissenschaftler und Dermatologen haben jetzt erstmals spezielle Kollagen-Peptide entwickelt, die die körpereigene Kollagenproduktion in den tieferen Hautschichten gezielt aktivieren können. Klinische Studien haben gezeigt (Prüfpräparat „Elasten“, Trinkampullen, rezeptfrei Apotheke), dass bereits eine vierwöchige Kur deutliche Effekte auf die Anzahl der Falten und die Hautelastizität hat.

 

Wie unterscheiden sich denn diese Kollagen-Peptide von beispielsweise dem Wirkstoff, der in Cremes vorhanden ist?

Die neuartigen Kollagen-Peptide werden durch ein eigens entwickeltes biologisches Verfahren hergestellt. Es sind kleine Proteine, die aus verbundenen Aminosäuren, also Eiweißbausteinen, bestehen. Vor allem ihre Größe unterscheidet sie von anderen Peptiden. Sie sind sehr klein und können auf diese Weise optimal von der Darmwand aufgenommen werden. Nur so zeigt sich der gewünschte Effekt, dass die Kollagenproduktion in den tieferen Hautschichten stimuliert und die Hautstruktur nachhaltig verbessert wird.

 

Und auch die Art der Anwendung unterscheidet sich deutlich?

Ja, richtig. Diese Kollagen-Peptide werden flüssig eingenommen, also in Form einer Trinkampulle. So gelangen sie über den Blutkreislauf bis in die tieferen Hautschichten, wo die Kollagenfasern wieder aufgebaut werden und das stützende Gerüst der Haut wiederhergestellt wird. Die Spannkraft und der Feuchtigkeitsgehalt der Haut werden auf diese Weise nachhaltig verbessert.

 

Sie haben eben das Thema Studien angesprochen. Können Sie uns dazu noch mehr erzählen?

Sicher. Bei einer placebokontrollierten wissenschaftlichen Studie in Hamburg mit mehr als 50 Testpersonen zeigte die Haut am ganzen Körper nach einer vierwöchigen Anwendung eine signifikante Besserung der Falten, die sich bei der achtwöchigen Messung noch steigerte. Erstaunlich war auch, dass der Anteil weiterer wichtiger Bestandteile des Bindegewebes und der Haut durch die Einnahme der Kollagen-Peptide erhöht wurde. Diese Effekte hielten auch noch mindestens vier Wochen nach Beendigung der Einnahme an.

 

Wie sehen Sie denn diesen Ansatz?

Dieser Ansatz eines Kollagens, das man trinken kann, ist unglaublich spannend, weil man mit dieser Zubereitung den ganzen Körper versorgt, also unter anderem das Dekolleté, die Oberarme und Oberschenkel oder auch die Hände. Der Zugang zu dem Zielorgan Haut ist sehr direkt und die natürlichen Kollagen-Peptide sind nebenwirkungsfrei.

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