Was tun, wenn mir ein Insekt ins Ohr gekrochen ist?

Frau beim HNO-Arzt
Wenn ein Insekt nicht selbst entfernt werden kann, führt kein Weg am HNO-Arzt vorbei. © Alamy

Ameise, Mücke, Sandfloh – ein Insekt im Ohr ist äußerst unangenehm und kann sogar gefährlich werden... PraxisVITA hat die besten SOS-Tipps.

Ihr Gehörgang juckt und fühlt sich komisch an? Eventuell hören Sie sogar verdächtige Geräusche? Dann könnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein Insekt in Ihrem Ohr verirrt haben. Was ist zu tun? Natürlich sollte im Optimalfall ein HNO-Arzt dem Insekt mit speziellen Geräten auf den Leib rücken. Was aber, wenn zum Beispiel im Camping-Urlaub kein Arzt in der Nähe ist? Wir erklären Ihnen, mit welchen SOS-Maßnahmen Sie einen Eindringling auch selbst aus dem Ohr bekommen können.

 

Woher kommt das Fremdkörpergefühl?

Wer nicht sicher weiß, ob es ein Insekt ist, das sich in seinem Ohr befindet, sollte folgende Anzeichen bedenken: Haben Sie ein Fremdkörpergefühl im Ohr, das Sie vorher nicht hatten? Bewegt sich dieser Fremdkörper eventuell sogar? Da das Insekt höchstwahrscheinlich vor dem Trommelfell sitzt, müssten Sie auch Geräusche auf diesem Ohr nur noch abgedämpft wahrnehmen können. Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind ein Insekt im Ohr hat, es aber noch nicht sprechen kann, achten Sie darauf, ob das Kind sein Ohr häufig anfasst. Ein weiterer Hinweis könnte auch ein ungewöhnlicher Geruch sein, der aus dem Ohr kommt.

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie einen krabbelnden Mitbewohner im Ohr haben, heißt es erstmal: Nicht panisch werden. Es passiert eher selten, dass Insekten das Trommelfell verletzen, noch nicht mal die berüchtigten Ohrenkneifer schaffen das.

 

So entfernen Sie Insekten richtig

Ruhe bewahren ist auch bei der Entfernung des Insekts wichtig. Erste Maßnahme dafür: Einen dunklen Ort aufsuchen und selbst oder mit der Hilfe von jemand anderem eine einzelne Lichtquelle vor das Ohr halten, zum Beispiel eine Taschenlampe oder ein Feuerzeug. Da Insekten immer das Licht suchen, beteht jetzt eine gute Chance, dass das Insekt in Richtung Ohrmuschel klettert. Wenn es dann noch nicht alleine rauskommt, kann man vorsichtig mit einer Pinzette nachhelfen. Hier ist aber absolutes stillhalten angesagt, um weder das Ohr zu verletzen, noch das Insekt zu reizen, da das die Gefahr eines Bisses oder Stiches erhöht.

 

Sanfter Spülgang

Falls die Anlockmethode durch Licht nicht funktioniert hat, zum Beispiel weil das Insekt schon tot ist oder nicht rauskommen will, kann man es noch mit einem Utensil aus dem Proviantkorb versuchen: Olivenöl. Dazu einige Tropfen in das Ohr geben und den Kopf dabei in Richtung des anderes Ohres neigen. Falls das Insekt noch lebt, erstickt es durch das Ölbad. Falls es noch lebt, kann es sich durch das Öl nicht mehr so gut festklammern. Spülen Sie nach einigen Minuten das Ohr vorsichtig mit warmem Wasser aus. Wenn das Insekt herausgespült wurde, sollten Sie es nicht sofort entsorgen, sondern besser aufbewahren und mit zum HNO-Arzt nehmen. Dieser kann abklären, ob eventuell noch Körperteile im Ohr verblieben sind und ob es giftig sein könnte.

 

Ohrenschmalz ist die beste Abwehr

Auch wenn das Tier erfolgreich geborgen wurde, sollte ein HNO-Arzt den Gehörgang abschließend noch einmal auf etwaige Verletzungen oder Überreste des Insekts untersuchen. Bei Entzündungen oder kleinen Verletzungen kann er auch entzündungshemmende antibiotische Salben oder Tropfen verabreichen.

Übrigens: Wer sich und seine Kinder vor einem Campingausflug optimal vor Ohrenbesuch schützen will, kann etwa eine Woche im Voraus das Ohrenwaschen mal ausfallen lassen. Insekten finden die Bitterstoffe im Ohrenschmalz nämlich ziemlich abschreckend.

Hamburg, 03. August 2016

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