Was tun, bis der Arzt kommt?

Im Notfall ist Eile geboten, um den Betroffenen das Leben zu retten
Im Notfall, wie zum Beispiel bei einer Vergiftung, ist Eile geboten, um den Betroffenen das Leben zu retten © Fotolia

Bis der Rettungsdienst kommt, vergehen hierzulande nach einem Notruf höchstens 17 Minuten: eine Zeitspanne, die über Leben und Tod entscheiden kann. Doch zwei von drei Deutschen wissen im Ernstfall nicht, wie sie selbst Erste Hilfe leisten können. Die folgenden Regeln bereiten Sie auf die wichtigsten Not-Situationen vor.

 

Vergiftung

Geben Sie einem Menschen, der eine Lebensmittel- oder Medikamenten-Vergiftung hat, einige Schluck Wasser zu trinken – aber keine Milch. Denn dadurch kann später das Untersuchungsergebnis verfälscht werden. Treten Notfall-Symptome wie Bewusstseinsstörung auf, rufen Sie den Notarzt. Wenn Sie den Auslöser der Vergiftung kennen, bekommen Sie bei den Giftnotrufzentren Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen (z. B. Giftnotruf der Charité, Tag und Nacht, Tel.: 030/1 92 40).

 

Kreislaufprobleme

Wenn eine Person kurz ohnmächtig ist, aber gleich wieder das Bewusstsein erlangt, lagern Sie ihre Beine hoch. Der Betroffene muss schnell ins Krankenhaus, um den Grund des Kollapses abzuklären.

 

Herzinfarkt

Symptome sind ein Enge-Gefühl, stechender Schmerz in der Brust und Atemnot. Bei Frauen treten häufig andere Beschwerden auf: Übelkeit, Erbrechen, starke Rücken- oder Oberbauch-Schmerzen. Öffnen Sie beengende Kleidung und legen Sie den Betroffenen auf den Rücken. Der Oberkörper soll dabei circa 30 Grad erhöht sein, um den Blutfluss durch das Herz zu entlasten.

 

Schlaganfall

Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Sprech-Störungen oder eine plötzliche halbseitige Lähmung sind mögliche Zeichen für einen Schlaganfall. Auch in diesem Fall legen Sie die Person auf den Rücken, der Oberkörper ist leicht erhöht. Geben Sie auf keinen Fall ein Medikament!

 

Bewusstlosigkeit

Liegt eine Person am Boden, atmet, ist aber nicht ansprechbar, bringen Sie diese in die stabile Seitenlage. Wichtig ist dabei, dass der Kopf leicht nach hinten geneigt und der Mund offen ist. So bleiben die Atemwege frei. Decken Sie den Betroffenen zu.

 

Kreislauf-Stillstand

Bei einem Atem-Stillstand beginnen Sie sofort mit der Reanimation. Drücken Sie circa zweimal pro Sekunde mit dem Handballen auf die Mitte des Brustkorbes. Wer es sich zutraut, sollte nach dreißig Herz-Massagen zweimal beatmen. Wichtig: so lange weitermachen, bis der Arzt eintrifft.

 

Verletzte Wirbelsäule

Achten Sie darauf, ob ein Unfall-Opfer über starke Rückenschmerzen klagt. Wenn zusätzlich seine Arme oder Beine kribbeln, liegt wahrscheinlich eine Verletzung der Wirbelsäule vor. Wichtig: Verändern Sie auf keinen Fall die Position des Betroffenen. Dadurch könnte die Rücken-Verletzung zusätzlich verschlimmert werden.

 

Große Brandwunde

Über größere Brandwunden sollten Sie auf keinen Fall Wasser laufen lassen. Dadurch kann es zu einer Unterkühlung kommen. Damit der Arzt die Wunde unverändert sieht, sollten Sie keine Salbe auftragen. Ist die Verbrennung kleiner als zwei Ein-Euro-Münzen, maximal bis zu zwei Minuten mit Leitungswasser kühlen. Bei rascher Besserung können Sie die Wunde selbst versorgen und brauchen keinen Arzt.

 

Plötzlicher Schwindel

Bewusstseinstrübung, innere Unruhe und plötzlicher Schwindel sind deutliche Hinweise auf eine Unterzuckerung. Geben Sie dem Betroffenen ein Stück Zucker oder ein Zuckerwasser.

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