Was tun bei Übelkeit und Co.? Naturheilmittel helfen!

Myyrhe gegen Entzündungen
Wirkt gegen Übelkeit: Die Inhaltsstoffe des Baumharzes Myrrhe haben eine desinfizierende, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung auf den gesamten Körper © Fotolia

Was tun bei Übelkeit? Die Inhaltsstoffe des Baumharzes Myrrhe haben eine desinfizierende, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung. PraxisVITA verrät, welche Naturheilmittel gegen Übelkeit und Co. noch wirken.

 

Was tun bei Übelkeit? Naturheilmittel helfen!

Der Magen grummelt und man hat das Gefühl, dass man sich erbrechen muss. Viele Patienten fragen sich dann: Was tun bei Übelkeit? Dagegen helfen verschiedene Naturheilmittel auf sanfte Art und Weise. Zudem fördern sie die Selbstheilungsprozesse unseres Körpers. Doch sind wirklich alle Heilmittel gleich gut? Oder gibt es sogar Präparate, die wir besser nicht einnehmen sollten? Hier erfahren Sie mehr über neun natürliche Heilmittel und ihre Wirkung gegen Übelkeit.

 

1. Lösen Artischocken meine Verdauungsprobleme?

Was tun bei Übelkeit? Artischocken können bei Übelkeit, Völlegefühl und Magenkrämpfen helfen. Wirksamkeit: Eine Schweizer Studie beweist: Nach sechs Therapiewochen mit Artischocken-Präparaten war bei 74 Prozent der Patienten mit Verdauungsproblemen eine deutliche Besserung der Symptome zu verzeichnen. Wichtig: Nicht bei Verschluss der Gallenwege anwenden. Bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.

Rezept bei Verdauungsproblemen: 1 TL Artischockenblätter aus der Apotheke mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2 bis 3 Tassen täglich 30 Minuten vor den Mahlzeiten trinken.

Was tun bei Übelkeit?
Was tun bei Übelkeit? Artischocken können die Befindlichkeitsstörung sanft lindern© Fotolia
 

2. Schützt mich Lavendel vor einem Reizmagen?

Schon Cäsar schätzte die duftenden Blüten als Entspannungsmittel. Lavendel beruhigt den Reizmagen, hilft beim Einschlafen und hemmt Viren und Bakterien – so die Phytomedizin. Wirksamkeit: Eine Studie der Uni Gießen zeigt: Die ätherischen Öle Linalool und Linalylacetat aus Lavendelöl lösen Ängste genauso schnell und stark wie der chemische Wirkstoff Lorazepam (Valium-Gruppe). Erwiesen ist auch die schlaffördernde Wirkung (Studie Berliner Charité). Wichtig: Für die Anwendung bei Kleinkindern sind unverdünnte ätherische Öle nicht geeignet. Lavendelöl kann schläfrig machen und verlängert in Reaktionstests die Entscheidungszeit.

Bei Angststörungen: 1 Kapsel Arzneilavendel aus der Apotheke pro Tag.

 

3. Lindert Kamille Magenbeschwerden?

Die Kamille wird seit Jahrhunderten bei Magenbeschwerden, Erkältungen oder als Schlaftrunk eingesetzt. Wirksamkeit: Forscher vom Imperial College in London unterzogen Kamillentee verschiedenen Tests. Ergebnis: Die Pflanze hat eine antibakterielle, muskelentspannende und beruhigende Wirkung. Kamillentee unterstützt die Abwehr und hilft bei Erkältungen. Wichtig: Wird Kamillentee über Jahre getrunken, kann es in seltenen Fällen zu Schwindel, Bindehautentzündung und nervöser Unruhe kommen.

Rezept für Inhalation bei Erkältungen: 1 Handvoll Kamille-Blüten aus der Apotheke in 2 l Wasser zum Kochen bringen. 10 Min. inhalieren. Wirkt desinfizierend und entzündungshemmend.

 

4. Bremst Melisse Magenleiden?

Sie fragen sich immer noch: Was tun bei Übelkeit? Die Anwendung der Klosterpflanze Melisse umfasst ein breites Indikationsfeld: Übelkeit, Magenleiden, Migräne, Herzbeschwerden, Unruhe, Schlafstörungen, Erkältungen und Lippenherpes. Wirksamkeit: Belegt sind stresslindernde, angstlösende, antivirale und antibakterielle Effekte. In einer Studie reduzierte sich die Heilungszeit bei Lippenherpes mit Melissenextrakt von 10 bis 14 Tagen auf 6 bis 8 Tage. Ihre Rosmarinsäure verhindert das Andocken der Viren an die Zellen – ohne dabei die Zelle zu zerstören, wie es Virustatika tun. Wichtig: Melisse kann die Aktivität der Schilddrüse beeinträchtigen.

Rezept gegen Lippenherpes: Frische Melissenblätter zwischen den Fingern zerreiben. Austretenden Frischsaft 20-mal täglich auf die beginnenden Herpesbläschen auftupfen.

Was tun bei Übelkeit?
Melisse hilft gegen viele Magenleiden – die Pflanze beruhigt den Bauch und lindert Schmerzen© Fotolia
 

5. Heilt Myrrhe Darmerkrankungen?

Die Heiligen Drei Könige brachten Myrrhe – ein wertvolles Baumharz, mit dem früher Übelkeit, Zahnfleischentzündungen, Rheuma, entzündliche Darmerkrankungen und Husten behandelt wurden. Wirksamkeit: Erste Studien gibt es zu chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. So waren nach 6 Wochen Behandlung von Colitis-ulcerosa-Patienten im akuten Schub 80 Prozent der mit Myrrhe behandelten Patienten beschwerdefrei. Wichtig: In Laborstudien wirkte Myrrhe-Extrakt antientzündlich. Gilt daher bei Entzündungen des Zahnfleisches als wundheilungsfördernd.

Rezept bei Zahnfleischentzündungen: 5 bis 10 Tropfen Myrrhentinktur aus der Apotheke in 0,1 l Wasser geben. Mehrmals gurgeln.

 

6. Verschafft uns Thymian Luft?

Magen- und Menstruationskrämpfe, Rheuma, Mund- und Rachenentzündungen: Thymian ist eine Art Allzweckwaffe. Seine größte Stärke liegt aber in seiner heilenden Wirkung auf die Atemwege. Wirksamkeit: Die Kombination aus Thymian und Primelwurzel linderte in einer Studie die Beschwerden einer akuten Bronchitis und verkürzte die Krankheitsdauer. Thymol und Carvacrol sowie Saponine im Thymian entkrampfen die Bronchialmuskulatur, lösen Husten.

Rezept gegen Husten: 1 TL Thymiankraut aus der Apotheke mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, bedeckt ziehen lassen, nach 10 Minuten abseihen. 3- bis 4-mal täglich eine Tasse mit Honig gesüßt trinken.

 

7. Lässt uns Pfefferminz besser denken?

Haupteinsatzgebiete der Pfefferminze sind Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen. Wirksamkeit: Mentha piperita senkt das Risiko für das Reizdarm-Syndrom laut Studien um 57 Prozent. Äußerlich hat sich Minze als Kopfschmerzkiller bewährt. Zehnprozentiges Minzöl in alkoholischer Lösung (rezeptfrei aus der Apotheke) auf Stirn und Schläfen massiert, hat denselben schmerzlindernden Effekt bei Spannungskopfschmerz wie 1 g Paracetamol. Auch eine Stärkung der Konzentrationsfähigkeit ist durch Minzduft erwiesen. Wichtig: Vorsicht, Minztee ist kein Dauergetränk! Menthol stimuliert die Bildung von Magensäure, führt langfristig zu Magenschmerzen.

Rezept zur Leistungssteigerung: 2 bis 3 Tropfen in die Duftlampe geben. Das steigert die Konzentrationsfähigkeit um 15 Prozent (Studie: Cornell University, NY, USA).

 

8. Können wir Aloe vera vertrauen?

Forscher haben erst kürzlich den zentralen Wirkstoff der Wüstenlilie Aloe vera entdeckt: Acemannan. Er soll die Regeneration der Hautzellen bei Verbrennungen fördern – und bei Akne, Asthma, Immunschwäche, Neurodermitis und Schuppenflechte helfen. Wirksamkeit: Für eine Stärkung des Immunsystems fehlen ebenso überzeugende wissenschaftliche Belege wie für Heilerfolge bei Verbrennungen, strahlengeschädigter Haut und Diabetes. Studien zeigen nur eine geringe Wirksamkeit von Aloe-vera-Gel bei Schuppenflechte und Hautekzemen. Wichtig: Aloe vera kann Nebenwirkungen auslösen: Ärzte berichten von Magen-Darm-Beschwerden und allergischen Reaktionen.

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