Was tun bei trockenen Augen?

Frauen leiden besonders oft unter trockenen Augen
Frauen leiden besonders oft unter den unangenehmen Beschwerden. Doch zum Glück kann man viel dagegen machen © Fotolia

Es brennt, es kratzt, es fühlt sich an, als wären Sandkörner unter den Lidern: Millionen Deutsche leiden unter krankhaft trockenen Augen, die meisten davon sind Frauen, und es werden immer mehr. "Dennoch", warnt Dr. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, "wird das Problem trockene Augen noch immer bagatellisiert oder komplett falsch eingeschätzt."

Bei Frauen sind häufig Hormonumstellungen in den Wechseljahren die Auslöser. Aber auch Medikamente (wie zum Beispiel Psychopharmaka, Antiallergika, Schlafmittel, Betablocker), klimatisierte Räume, übermäßiger TV-Konsum oder zu langes Arbeiten am Computer können das Auge austrocknen. Dr. Eckert: "Wer sich derart auf das konzentriert, was vor ihm auf der Mattscheibe passiert, vergisst schnell das Blinzeln. Dann kann es passieren, dass jemand nur noch ein bis zweimal pro Minute das Lid auf- und zumacht." Brennen, Juckreiz, Schmerzen und Rötungen sind die Folge.

 

Was hilft bei einer Bindehautentzündung?

In der kalten Jahreszeit häufen sich die Beschwerden: Rote, verklebte Augen können Hinweis für eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sein. Im Akutfall helfen kühle Umschläge. Dazu sauberen, feuchten Waschlappen fünf Minuten kühlen, danach für ca. zehn Minuten auf die Augen legen. Generell gilt aber: Wenn die Symptome wie Jucken, Rötungen, Schmerzen und Schwellung nicht innerhalb von zwei Tagen von selbst abheilen, zum Augenarzt gehen. Je nach Diagnose werden antibiotikahaltige Tropfen oder Salben verordnet. Sind Herpes-Viren die Verursacher, heißt das Mittel der Wahl Aciclovir. Extra-Tipp: Nicht an den Augen reiben, das verstärkt die Beschwerden. Bei bakterieller und viraler Entzündung kann so das andere Auge angesteckt werden.

 

Bei Tränenmangel zum Augenarzt

Leiden auch Sie unter Brennen, Juckreiz, Schmerzen und Rötungen Symptomen? "Dann sollten Sie rasch einen Termin beim Augenarzt machen", so Dr. Eckert. Er kann mit verschiedenen Tests zum Beispiel die Tränenmenge, die Hornhautoberfläche oder die Tränendrüsen kontrollieren. Zudem kann eine Blutuntersuchung über einen möglichen Nährstoffmangel Aufschluss geben.

Suchen Sie Ihren Augenarzt auf, wenn Schmerzen im Auge nicht verschwinden
Wenn Symptome wie Schmerzen, Juckreiz oder Brennen nach zwei Tagen nicht verschwunden sind, sollten Sie Ihren Augenarzt aufsuchen© Imagostock

Generell sind viel frische Luft, ausreichende PC- und Fernseh-Pausen (dabei nicht lesen, sondern bewusst viel blinzeln) und regelmäßige Bewegung wichtig. Die gesteigerte Durchblutung führt zur besseren Versorgung der Tränendrüsen und so zur vermehrten Tränenflüssigkeits-Produktion. Auch Raumluftbefeuchter (im Fachhandel erhältlich) sind empfehlenswert. Sie geben mikrofeine Wassertröpfchen in die Luft ab. Dadurch sind die Augen weniger gereizt. Wohltuend sind auch kalte Kneipp-Gesichtsgüsse und Auflagen mit Augentrost-Tee. Sie fördern die Durchblutung und sorgen dafür, dass die Tränenproduktion wieder in Gang kommt.

 

Auch künstliche Tränen helfen

Bei sehr trockenen Augen sind künstliche Tränenersatzmittel, die einen Flüssigkeitsfilm auf der Oberfläche der Netzhaut bilden, genau richtig. Sie lindern innerhalb weniger Minuten die Schmerzen, die Augen bleiben wieder länger feucht. Dr. Eckert: "Achten Sie dabei auf konservierungsmittelfreie Produkte in der Einmal-Dosierung, und verwenden Sie keine Weißmacher-Tropfen." Diese beseitigen zwar die Rötungen im Auge, verstärken aber die Trockenheit. Mehr noch: Bei Dauergebrauch können die Präparate zu Vernarbungen der Hornhaut führen.

In besonders dramatischen Fällen kommt auch eine Operation in Frage. Am Uniklinikum von Schleswig-Holstein ist die Transplantation einer Unterkieferspeicheldrüse gelungen, um einem Patienten mit trockenem Auge vor der drohenden Erblindung zu bewahren.

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