Was tun bei starkem Milchspendereflex?

Redaktion PraxisVITA

Durch den Milchspendereflex kommt das Baby an seine Milch. Fällt der Milchspendereflex zu stark aus, können Probleme beim Stillen entstehen. Das Baby wird sich wahrscheinlich wegdrehen und weinen. Welche Methoden helfen, lesen Sie hier.

 

Was ist ein Milchspendereflex?

Der Milchspendereflex wird von Hormonen ausgelöst. Sobald das Baby an der Brustwarze seiner Mutter saugt, werden die Nervenenden im Warzenhof stimuliert. Sie senden Signale an das Zwischenhirn (Hypothalamus), welches wiederum die Hirnhangdrüse (Hypophyse) dazu veranlasst, das Hormon Prolaktion auszuschütten. Prolaktion regt die Milchbildung an.

Gleichzeitig wird das „Milchspende-Hormon“ Oxytozin ausgeschüttet, das die Muttermilch durch die Milchgänge fließen lässt. Von dort wird die Milch weiter an die Brustwarze geleitet.

Wenn der Milchspendereflex zu stark ausfällt, kann das Baby die Muttermilch nicht gut aufnehmen
Fällt der Milchspendereflex zu stark aus, kann es Probleme beim Stillen geben. Das Baby kann die Muttermilch nicht gut aufnehmen© iStock

Für gewöhnlich setzt der Milchspendereflex etwa ein bis drei Minuten nach Stillbeginn ein.  Er ist daran zu erkennen, dass das Baby seinen Saug-Rhythmus ändert: Während es anfangs eher unruhig und schnell an der Brustwarze saugt, wird es sich nach Einsetzen des Milchspendereflexes beruhigen und in regelmäßigen, tiefen Zügen Milch trinken. Der Kraftaufwand, um an die Milch zu gelangen, ist nun gering. Bei einigen Babys wird nach Einsetzen des Milchspendereflexes Milch an den Mundwinkeln sichtbar.

Wenn der Milchspendereflex übermäßig stark ist, zeigt sich das an einer prallen und schmerzenden Brust der Mutter. Das Baby wird durch den Druck in der Brust Schwierigkeiten haben, die Muttermilch zu trinken. Die Milch schießt dem Kind förmlich entgegen, es kann sich verschlucken, unter Umständen wird es sich weg drehen und nicht weiter trinken wollen. Die zurückgebliebene Milch lässt die Brust immer stärker anschwellen, sodass Schmerzen beim Stillen auftreten können.

 

Was tun bei einem überaktiven Milchspendereflex?

Eine Mutter liegt auf der Seite, um ihr Kind trotz starkem Milchspendereflex optimal stillen zu können
Bei starkem Milchspendereflex kann es helfen, wenn sich Mütter auf die Seite legen. Die Muttermilch kann nicht so schnell aus der Brust austreten© iStock

Hebammen empfehlen Müttern, dass sie bei einem starken Milchspendereflex zunächst ihre Brust ausstreichen. Anschließend gibt es verschiedene Körperhaltungen, die das Stillen des Kindes erleichtern sollen. PraxisVITA stellt drei Positionen vor:

  • Wenn Mütter sich während des Stillens auf den Rücken legen, verhindert die Schwerkraft, dass die Milch vorschnell aus der Brustwarze austritt.
  • Gleiches gilt für eine Körperhaltung, bei der der Oberkörper zurückgelehnt wird, beispielsweise in einem Schaukelstuhl.
  • Bei einer weiteren Position legt sich die Mutter auf den Boden (oder ein Bett) und dreht sich auf die Seite. Ein Spucktuch unter der Brust fängt Milchtropfen auf, die danebenlaufen.
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