Was tun bei Schmerzen der Achillessehne (Achillodynie)?

Redaktion PraxisVITA

Vor allem sportlich aktive Menschen können unter Schmerzen der Achillessehne leiden. Das liegt meist an einseitigen Belastungen. 

Joggerin fasst sich an die Achillessehne
Schmerzen in der Achillessehne treten meist bei Überbelastung auf Foto:  istock/Sergio Kumer
Inhalt
  1. Welche Gründe haben Schmerzen in der Achillessehne?
  2. Welche genauen Symptome treten bei Schmerzen in der Achillessehne auf
  3. Wie sieht die Behandlung bei Schmerzen in der Achillessehne aus?
 

Welche Gründe haben Schmerzen in der Achillessehne?

Die Achillessehne erfüllt jeden Tag wichtige Aufgaben bei normalen Bewegungen. Sie verbindet das Fersenbein mit der Wadenmuskulatur und ermöglicht so, dass sich die Ferse vom Boden abhebt.

Schmerzen in der Achillessehne, auch Achillodynien genannt, sind Entzündungen des Sehnengewebes. Mechanische Belastungen beziehungsweise Überlastungen sind in der Regel die Ursache. Das kann ein ungewohntes, neues Bewegungsmuster sein, wenn man beispielsweise mit einer neuen Sportart startet. Aber auch lang anhaltende, gleichförmige Bewegungen sind mögliche Gründe oder ein ungewohnter Untergrund beim Langstreckenlauf. 

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Welche genauen Symptome treten bei Schmerzen in der Achillessehne auf

Patienten berichten meist von einem Schmerz der Achillessehne bei körperlicher Belastung. In Ruhe, etwa beim Sitzen oder Liegen, sind sie beschwerdefrei. Doch bereits normale Bewegungen wie Treppensteigen oder Laufen führen häufig zu Schmerzen, weil die Achillessehne dabei gedehnt wird. Oft beobachtet man auch Rötungen und Schwellungen in der betroffenen Region. Eher selten tritt das sogenannte Krepitationszeichen auf, also ein Knirschen aufgrund von Ablagerungen auf der Sehne.

 

Wie sieht die Behandlung bei Schmerzen in der Achillessehne aus?

Der Arzt erfasst im Gespräch alle Symptome und untersucht den betroffenen Fuß manuell. Weitere Verfahren sind aufgrund der eindeutigen Beschwerden meist nicht erforderlich.

Bei der Behandlung wird in erster Linie versucht, die Gründe – beispielsweise eine bestimmte Sportart oder ein falsches Bewegungsmuster – zu identifizieren. Verringert sich die Belastung, gehen auch die Schmerzen zurück. Entlastend wirken gegebenenfalls Bandagen, das Anlegen von Kinesio-Tape oder Absatzerhöhungen. Flache Schuhe sind während der Schmerzphasen ungeeignet.

Manche Patienten empfinden Kälte an den betroffenen Regionen als angenehm. Zudem hat sich Physiotherapie, vor allem Dehnübungen, als wirksam erwiesen. Begleitend lindern spezielle Arzneistoffe, die nichtsteroidalen Antirheumatika, Schmerzen sowie Entzündungen. Wichtigster Vertreter in der Sportmedizin ist Diclofenac als Salbe oder als kühlendes Gel. Bei stärkeren Beschwerden können Diclofenac oder Ibuprofen auch als Tabletten eingenommen werden – aber nur wenige Tage, um den Magen nicht zu reizen. Falls damit längerfristige Behandlungen erforderlich sind, verordnen Ärzte zusätzlich Säureblocker als Magenschutz. Kortison ist als Spritze sehr wirksam, erhöht aber das Risiko von Sehnenrissen. 

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Doch allein mit Entlastung, nichtsteroidalen Antirheumatika und Physiotherapie ist die Prognose gut. Viele Patienten sind nach sieben bis zehn Tagen beschwerdefrei. Nur selten muss das entzündete Gewebe chirurgisch entfernt werden.

Quellen:

  • Wildor, H. & Strüder, H. K. (2009): Sportmedizin: Grundlagen für körperliche Aktivität, Training und Präventivmedizin. Schattauer-Verlag, Stuttgart
  • Markworth, P. (2012): Sportmedizin: Physiologische Grundlagen. Nikol-Verlag, Hamburg
  • Wonisch M. et al. (2016): Kompendium der Sportmedizin: Physiologie, Innere Medizin und Pädiatrie. Springer-Verlag, Heidelberg und Berlin
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