Was steckt hinter einer Wundheilungsstörung?

Silvia Pucyk
Kapitel
  1. 1. Wundheilung
  2. 2. Wundheilungsphasen
  3. 3. Wundheilung beschleunigen
  4. 4. Wundheilungsstörung

Einige Menschen haben ein erhöhtes Risiko, eine Wundheilungsstörung zu erleiden. Eine besondere Form hiervon sind chronische Wunden, die eine speziellen therapeutischen Behandlung benötigen. Erfahren Sie hier, welche Krankheiten und weiteren Faktoren den Heilungsprozess der Haut stören.

Ein alter Mann liegt im Bett
Bettlägerigkeit begünstigt die Entstehung von chronischen Wunden© KatarzynaBialasiewicz/iStock

Der Körper kann bei der Wundheilung an Grenzen stoßen: Dann heilt die Verletzung viel zu langsam oder auch gar nicht. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Wundheilungsstörung. Die Wundheilungsphasen werden nicht komplett durchlaufen. Vielfach verharrt die Verletzung in der ersten Phase (Exsudation), sodass es zu einem starken Verlust von Flüssigkeit und Eiweiß kommt.

Warum sind chronische Wunden so gefährlich? Je länger eine Verletzung besteht, desto höher ist das Risiko, dass sie sich infiziert. Bei infizierten Wunden können Bakterien bis zu den Knochen oder Sehnen vordringen und diese angreifen. Dadurch entstehen häufig Blutvergiftungen. Im schlimmsten Fall können chronische Wunden laut Medizinern die Entstehung von Tumoren begünstigen.

Ein Arzt untersucht eine Verletzung am Arm
Die Wundversorgung muss in einigen Fällen von einem Arzt betreut werden© kokouu/iStock
 

Bestimmte Krankheiten fördern eine Wundheilungsstörung

Sollte sechs Wochen nach der Läsion die Wunde nicht verheilt sein, sprechen Mediziner von einer chronischen Wunde. Es wird geschätzt, dass etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung hierunter leidet. Grundsätzlich kann es bei jedem Menschen zu einer chronischen Wunde kommen. Allerdings gibt es Personen, die hierfür aufgrund einer Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko haben. Zu diesen Krankheiten gehören:

  • Diabetes mellitus: Hohe Zuckerwerte stören die Arbeit der sogenannten Granulozyten. Diese können Bakterien nicht mehr einfangen und unschädlich machen. Bei Menschen mit Diabetes ist zudem häufig die Durchblutung gestört, sodass kaum neues Gewebe aufgebaut wird. Bei Diabetikern kommt es häufig zu Hautverletzungen am Fuß. Wenn sämtliche therapeutischen Mittel ausgeschöpft sind, muss dieser amputiert werden.
  • Gefäßerkrankungen (chronisch venöse Insuffizienz oder periphere arterielle Verschlusskrankheit). Häufig liegen hierbei Durchblutungsstörungen oder auch ein anhaltender Blutstau zugrunde. Diese Beschwerden erschweren den die Wundheilung.
Eine Frau macht Gartenarbeit
Vorsicht bei Gartenerde: Sie könnte das Gewebe verschmutzen und die Wundheilung stören© PeopleImages/iStock

Neben diesen Grunderkrankungen gibt es weitere Faktoren, die zu einer Wundheilungsstörung beitragen können:

  • Austrocknen: Bevor ein Pflaster auf die Verletzung geklebt wird, sollte die Stelle mit einem speziellen Gel aus der Apotheke befeuchtet werden. Das fördert den Heilungsprozess und beugt der Narbenbildung vor.
  • Schmutz: Gartenerde oder ähnliche Substanzen können Bakterien in das Gewebe einschleusen. Tragen Sie daher ein Pflaster auf die verletzte Stelle auf und schützen Sie sich bei der Gartenarbeit mit Handschuhen vor Infektionen. 
  • Adipositas: Bei Fettleibigkeit ist der Allgemeinzustand des Patienten stark beeinträchtigt. Bettlägerigkeit, langes Sitzen oder das Gewicht der Hautmassen kann starken Druck auf die Verletzung ausüben und die Heilung beeinträchtigen.
  • Einnahme bestimmter Medikamente: Bei Thrombosen oder Embolien werden häufig Heparin (Vielfachzucker) eingesetzt. Diese hemmen die Blutgerinnung. Weitere Beispiele für Medikamente, die die Wundheilung stören, sind Kortison und Rheumamedikamente sowie Immunsuppressiva.
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